14. Februar 2020 / 18:25 Uhr

Ludwigsfelder HC: Hallensprecher-Legende Klaus Woggon wird 65 Jahre alt

Ludwigsfelder HC: Hallensprecher-Legende Klaus Woggon wird 65 Jahre alt

Detlef Braune
Märkische Allgemeine Zeitung
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Klaus Woggon verspürt die Aufregung vor jedem Spiel selbst nach 750 Spielen auf seinem Konto. © Privat
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Zum Geburtstag am Mikrofon: Auch an seinem Geburtstag bereichert die Potsdamer Hallensprecher-Legende Klaus Woggon die Handballspiele in der Halle in der Heinrich-Mann-Allee. Obwohl er schon in seiner Karriere mehr als 750 Spiele moderierte, ist die Aufregung noch wie am ersten Tag vor jedem Spiel da.

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„Ich komme einfach nicht zur Ruhe.“ Wo andere irgendwann kürzer treten, legt Klaus Woggon noch eine Drehzahl drauf. Auch an seinem heutigen 65. Geburtstag gibt es keine Schonung. Dann ist der Hallensprecher beim Handball sogar zweimal in Aktion. Zunächst begleitet er am Sonnabend in der Stadtsporthalle Ludwigsfelde um 15.30 Uhr die Landesliga-Partie des Ludwigsfelder HC II – HSV Müncheberg/Buckow. Um 18.30 Uhr bebt dann sicher die Halle, wenn der Ludwigsfelder HC in der Oberliga Blau-Weiß 1890 Berlin empfängt. „Dann sind wieder 500 unglaubliche Fans dabei, die den LHC nach vorn peitschen“, sagt der Jubilar. Woggon verschafft sich am Mikrofon einen Kick.

Einst war Woggon selbst Kreisläufer

Die Hand an der Maus seines Laptops zittert. „Ich bin vor jedem Spiel unheimlich aufgeregt“, sagt der Stimmungsmacher. Doch mit der Begrüßung kommt die Sicherheit. Die prickelnde Atmosphäre beim einstigen internationalen Rangsdorfer Frauenturnier weckte den Antrieb beim gebürtigen Potsdamer für sein Hobby. Die Halle in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee war bis zur Wende jedes Jahr mit mehr als 600 Zuschauern überfüllt. Woggon hatte sich zwei Grundlagen für seinen Freizeitjob geschaffen. Er war Kreisläufer von Dynamo und der PH Potsdam, dem Vorgänger des VfL Potsdam, auf dem Parkett. Auch in der Sprecherziehung und Tontechnik schulte er sich von der Pike auf. Der gelernte Mikroelektroniker tingelte als DJ mit der höchsten Lizenzstufe durch die einstige Republik.

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Ins Ansagegeschäft stieg der ehemalige Geschäftskundenberater der Telekom aber erst 2002 bei den Frauen des HSC Potsdam ein. Fünf Jahre später ereilte ihn der Ruf des VfL Potsdam. Es wurde eine Liaison mit Höhepunkten in der Regionalliga und 2. Bundesliga. In 29 Spielen blieben die Havelstädter unter seiner Regie in der Heinrich-Mann-Allee ungeschlagen. Nach dem Freundschaftsspiel des VfL gegen den Bundesligisten Füchse Berlin am 2. April 2010 vor fast 3000 Zuschauern in der neue Metropolishalle, fühlte er sich sogar geadelt. „Klaus, du hast einen wunderbaren Job gemacht“, anerkannte der damalige Eurosport-Reporter Dirk Thiele. Die Kehrseite erlebte Woggon am zweiten Weihnachtsfeiertag 2011 nach dem letzten Punktspiel in der alten Halle. „Klaus, in der MBS-Arena bist du künftig nicht mehr unser Sprecher“, erfuhr er vom VfL. Hobbygärtner Woggon hatte an der Ausbootung lange zu knabbern.

80 Tore in 60 Minuten angesagt

Er widmete sich wieder den HSC-Frauen und stieg in Ludwigsfelde ein. Jahrelang schleppte der Tonfachmann zwei Lautsprecher, Verstärker, Mischpult und Laptop mit, ehe in der Stadtsporthalle eine supermoderne Beschallungsanlage eingebaut wurde. 750 Spiele hat Woggon bisher moderiert. Von Kürzertreten trotz dreier Hüft-Operationen und eines Herzinfarkts keine Spur. Er riskiert wieder eine Gelbe Karte, falls er noch mal bei einer Zeitstrafe für den Gegner den Carpendale-Song „Dann geh doch“ einspielt. Und er nimmt auch in Kauf, sich Fusseln an den Mund zu reden, wie 2010 beim Spiel VfL gegen Bad Bramstedt mit 80 Toren in 60 Minuten (47:33). Der Discjockey ist auch noch aktuell: jede Woche zusammen mit Gattin Uschi beim Seniorentanz der AWO in der Potsdamer Waldstadt.

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