16. August 2020 / 22:29 Uhr

"Halt die Fresse!" Wolfsburg-Zoff zwischen Weghorst und Ginczek

"Halt die Fresse!" Wolfsburg-Zoff zwischen Weghorst und Ginczek

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ginczek und Weghorst gerieten beim Test gegen Braunschweig hörbar aneinander
Ginczek und Weghorst gerieten beim Test gegen Braunschweig hörbar aneinander
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"Halt die Fresse!" Beim Testspiel-0:1 des VfL Wolfsburg am Samstag gegen Eintracht Braunschweig gab es Zoff zwischen den VfL-Stürmern Wout Weghorst und Daniel Ginczek. "Kann im Fußball vorkommen", sagt Manager Jörg Schmadtke. Aber: Es passt zu Weghorsts Auftreten in der vergangenen Woche.

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Stürmer-Zoff beim Testspiel-0:1 des VfL Wolfsburg am Samstag gegen Eintracht Braunschweig. Es war in der Schlussphase der Partie gegen Zweitliga-Aufsteiger, als Wout Weghorst und Sturmkollege Daniel Ginczek auf dem Platz verbal aneinandergerieten. Weghorst, der die Kapitänsbinde von Josuha Guilavogui übernommen hatte, war mit dem taktischen Verhalten von Ginczek nicht einverstanden, pflaumte den Angreifer an. Dieser reagierte gereizt, schnauzte den Niederländer an. "Halt die Fresse, Junge! Was glaubst du eigentlich, wer du bist?", brüllte Ginczek durchs AOK-Stadion. Trainer Oliver Glasner äußerte sich nach dem Spiel zurückhaltend, er hatte den Vorfall auf der Tribüne nicht mitbekommen: "Zum Glück habe ich das nicht gehört, aber es gibt einiges zu besprechen - und das werden wir intern aufarbeiten."

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Der VfL Wolfsburg bestreitet sein erstes Testspiel in der Saisonvorbereitung 2020/21 gegen den Zweitliga-Nachbarn Eintracht Braunschweig Zur Galerie
Der VfL Wolfsburg bestreitet sein erstes Testspiel in der Saisonvorbereitung 2020/21 gegen den Zweitliga-Nachbarn Eintracht Braunschweig ©

Dieser Ärger spiegelt allerdings offenbar das aktuelle Verhältnis von Weghorst zur Mannschaft wider. Der Angreifer scheint im Team derzeit keinen leichten Stand zu haben. Das zeigt sich auch im Training. Dort agierte der Torjäger zuletzt immer wieder lustlos, hing meist allein statt in der Gruppe auf dem Rasen. Und wenn die anderen die Trinkpause nutzten, wartete Weghorst, bis die Teamkollegen fertig waren - und griff erst dann selbst zur Flasche.

Was steckt dahinter? Will der Torjäger weg? Seit er Profi ist, hat Weghorst alle zwei Jahre den Verein gewechselt - und demnach stünde jetzt wieder ein Wechsel an. "Wenn irgendwann eine Möglichkeit kommt, mit der ich mich verbessern kann, dann denke ich natürlich darüber nach. Das kann ich auch nicht ausschließen", sagte er im Januar im SPORTBUZZER-Interview. Und: "Die Premier League ist natürlich was Geiles." Von genau dort soll es aktuell Interessenten geben - Newcastle und Arsenal werden seit Wochen immer wieder genannt.

Weil es aber keine konkreten Anfragen gibt, will Manager Jörg Schmadtke das Thema nicht zu hoch hängen: "Wout hat einige Dinge für sich ausgemacht, die ihn beschäftigen. Das ist seiner Leistung nicht dienlich und macht es im Umgang mit ihm ein bisschen schwierig. Aber jeder hat mal eine schlechte Woche, das muss man ihm zugestehen." Und ein Zoff wie der mit Ginczek könne "im Fußball immer mal vorkommen, entscheidend wird sein, wie die beiden damit umgehen".

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Unabhängig vom Stürmer-Zoff sorgte das Testspiel auch ganz generell für schlechte Laune beim VfL. "Ich denke, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Es gibt viele Dinge aufzuarbeiten", sagte Trainer Oliver Glasner unmittelbar nach dem Abpfiff. Manager Schmadtke wurde etwas deutlicher: "Was mich am allermeisten gestört hat, war die fehlenden Intensität. Das hat mir nicht gefallen, da haben wir einen anderen Anspruch - und den sollte jeder einzelne an sich selbst auch haben. Das war einfach nicht gut."

Besser machen kann es der VfL schon am Dienstag: Dann steht gegen den Viertligist Phönix Lübeck das nächste Testspiel an. Wolfsburg bereit sich damit bereits auf den erste DFB-Pokalrunde vor, in der es am 11. oder 12. September ebenfalls gegen eine Mannschaft aus der vierten Liga geht.