20. März 2021 / 07:30 Uhr

Hält der Hansa-Höhenflug auch gegen Halle?

Hält der Hansa-Höhenflug auch gegen Halle?

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Sie hatten in den vergangenen Monaten immer wieder Grund zum Jubeln: die Hansa-Profis Tobias Schwede (l.) und Bentley Baxter Bahn, Torschütze zum 2:0
über Türkgücü München.
Sie hatten in den vergangenen Monaten immer wieder Grund zum Jubeln: die Hansa-Profis Tobias Schwede (l.) und Bentley Baxter Bahn, Torschütze zum 2:0 über Türkgücü München. © LUTZ BONGARTS
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777 Fans sind beim Ostduell dabei. John Verhoek und Riedel kehren bei Hansa Rostock zurück. Nils Butzen ist wieder im Training.

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777 Zuschauer dürfen das Ostduell zwischen dem FC Hansa Rostock und dem Halleschen FC am Sonnabend (Anstoß: 14 Uhr/Liveticker im SPORTBUZZER) live erleben. Es ist ein Pilotprojekt. Hansa ist der erste deutsche Profiklub, der seit Ende Oktober wieder vor Fans spielen darf. Der Koggenklub war zuletzt am 30. Oktober im Landespokal vor Stadionbesuchern aufgelaufen. 780 Anhänger hatten das 9:0-Schützenfest gegen den Penkuner SV erlebt.

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Jens Härtel begrüßt die Rückkehr der Anhänger. „Auch 777 machen einen Unterschied.“ Es sei ein Versuch, „ob es funktioniert“, sagt Härtel. Gelingt das Experiment, könnte es Signalwirkung für weitere Sportveranstaltungen, Theater oder Konzerte haben, meint der Coach. „Aber ich stehe nicht in der Verantwortung. Ich muss mich auf das Sportliche konzentrieren.“

Das sind die besten Hansa-Scorer in der Drittliga-Saison 2020/21:

Aufgeblüht: Trainer Jens Härtel (l.) und sein Assistent Ronny Thielemann beglückwünschen Hansa-Stürmer John Verhoek für seine Leistung und die beiden Treffer beim 5:1 gegen Viktoria Köln. Zur Galerie
Aufgeblüht: Trainer Jens Härtel (l.) und sein Assistent Ronny Thielemann beglückwünschen Hansa-Stürmer John Verhoek für seine Leistung und die beiden Treffer beim 5:1 gegen Viktoria Köln. ©

Mit einem Sieg über den Halleschen FC wollen die Hanseaten ihren Höhenflug der vergangenen Monate (31 Punkte aus den zurückliegenden zwölf Partien) fortsetzen – auch um „mit einem noch besseren Gefühl“in die Länderspiel-Pause zu gehen, so Härtel. „Wir werden alles reinschmeißen, um dieses Spiel für uns zu entscheiden.“

Die Saalestädter konnten in den vergangen acht Runden lediglich einen Sieg verbuchen. Der Vorsprung des HFC auf die Abstiegszone beträgt acht Punkte. Am Dienstag gab es ein 1:1 gegen Duisburg. „Damit haben sie ihren Negativtrend gestoppt, aber sie sind noch nicht raus. Sie müssen weiter punkten“, weiß der FCH-Coach.

Die Hallenser verfügen mit Terrence Boyd (13 Saisontreffer) über einen Stürmer, „der immer aus dem Nichts treffen kann“, sagt Härtel. Auch der siebenfache Torschütze Florian Derstroff sei gefährlich.

Auf Rostocker Seite zeichnet sich die Rückkehr von Torjäger John Verhoek ab. Auch Julian Riedel, Lion Lauberbach und Nils Butzen sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Wir haben wiedermehr Alternativen als zuletzt zur Verfügung“, freut sich Härtel.

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Er muss lediglich auf den rot-gesperrten Nico Neidhart, Maurice Litka (Reha nach Kreuzbandriss) und Ersatztorhüter Ben Voll (Mittelfußbruch) verzichten.Ein Comeback von Nils Butzen, der zuletzt Anfang November im Heimspiel gegen Kaiserslautern (0:0) zum Einsatz gekommen war und seitdem wegen einer Schambeinentzündung pausiert hatte, schloss Härtel aus. „Er ist mit Sicherheit noch keine Option für das Spiel gegen Halle.“

Zwei Wochen vor dem Topduell gegen Dresden sei die Stimmung im Team „weder euphorisch noch depressiv. Sie ist genau so, wie sie sein muss“, konstatiert der aufstiegserfahrene Coach zufrieden.

Nach den Punktverlusten der Verfolger deutet alles darauf hin, dass Dresden, Hansa und Ingolstadt die Aufsteiger unter sich ausmachen. Der FCI hat bereits neun Punkte Vorsprung auf 1860 München. Einen derart großen Abstand auf den Tabellenvierten hat es in der 3. Liga zu diesem Zeitpunkt noch nie gegeben. Dennoch bleibt der Hansa-Trainer vorsichtig. „Neun, zehn Punkte sind ruckzuck aufgeholt. Ich gehe davon aus, dass noch nicht alle Messen gesungen sind“, warnt Jens Härtel. „Wir wissen, dass wieder andere Zeiten kommen können, aber die sollen bitteschön noch etwas warten.“ Hansa hatte in der vergangenen Saison noch bis zum letzten Spieltag die Chance, aufzusteigen. Am Ende hat es nicht gereicht. Härtel: „Dieses Jahr ist die Ausgangslage besser. Diese gilt es zu nutzen.“