16. Oktober 2020 / 10:16 Uhr

Hält Klausdorfs Höhenflug auch gegen Kilia an?

Hält Klausdorfs Höhenflug auch gegen Kilia an?

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Bei Christer Reiser (links) läuft es rund. Mit seinen drei Toren schoss er Klausdorf in Osterrönfeld zum 3:2-Erfolg. In dieser Szene attackiert er Max-Niklas Lipka vom OTSV.
Bei Christer Reiser (links) läuft es rund. Mit seinen drei Toren schoss er Klausdorf in Osterrönfeld zum 3:2-Erfolg. In dieser Szene attackiert er Max-Niklas Lipka vom OTSV. © Mario M. Koberg
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FC Kilia Kiel und VfR Neumünster – die Trainerzunft war sich vor Saisonbeginn einig, welche Mannschaften die Landesliga Mitte beherrschen würden. Doch nach vier Spieltagen thront ein Verein auf dem Spitzenplatz, den niemand so richtig auf der Rechnung hatte.

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Der TSV Klausdorf ist als einziges Team noch ungeschlagen und Tabellenführer. Am Freitag kommt es am fünften Spieltag zum Topspiel, wenn die Klausdorfer den Zweitplatzierten FC Kilia auf dem Aubrook empfangen (19 Uhr). „Auch wir hätten das nie erwartet. Schließlich ist bei uns fast der gesamte Angriff weggebrochen. Leute, die nicht so einfach zu ersetzen sind“, erklärt Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz, der vor der Spielzeit seine beiden torgefährlichsten Stürmer, Marc Zeller (20 Tore) und Nils Drauschke (12), an den VfB Kiel und den TSV Altenholz verlor. Und nun hat sich auch noch der blendend aufgelegte Angreifer Bennet Vetter einen Kreuzbandriss zugezogen. Er fällt für den Rest der Saison aus.

„Das werden wir wohl nicht über eine lange Strecke auffangen können. Da hat Kilia in der Breite schon mehr Qualität zu bieten. Ich glaube nicht, dass Kilia in den ausstehenden 18 Spielen noch viele Punkte liegen lassen wird. Aber in nur einer Partie ist vieles möglich“, setzt Trociewicz auf die Außenseiterchance. Im jüngsten Punktspiel beim Osterrönfelder TSV hatte nach dem 0:2 Rückstand auch niemand mehr an die Klausdorfer geglaubt, die einen schlechten Tag erwischt hatten, aber dann doch bei strömendem Regen die Begegnung umbiegen konnten. Maßgeblichen Anteil an der Wende hatte Christer „Rio“ Reiser, der alle drei Treffer zum 3:2-Sieg erzielte. „Eigentlich sehe ich Rio lieber auf der Zehn, aber wir haben nun mal kaum noch Stürmer. Deshalb muss er als Mittelstürmer ran“, freut sich der TSVK-Coach Trociewicz, dass sein Schachzug aufgegangen ist.

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Sechs Tore gelangen dem Bundeswehrsoldaten in vier Spielen. „Mir kommt schon zu Gute, dass ich jetzt regelmäßig trainieren kann. Das ist die Grundvoraussetzung. Aber wir haben auch eine geile Truppe. Die sind alle jung und hungrig. Und die laufen für mich mit“, erklärt der 32-jährige Reiser, der bislang im richtigen Moment offenbar immer an der richtigen Stelle stand.

„Die Position als Mittelstürmer gefällt mir schon. Dort kann ich die Bälle halten und verteilen. Dass ich dann auch noch treffe, ist wohl eher eine Ausnahme. Am Freitag ist Kilia trotz allem klarer Favorit. Aber mit unserer tollen Moral ist vieles möglich“, sagt Reiser, der zu dem Spiel unter Flutlicht auf dem Klausdorfer Kunstrasen auf lautstarke Fanunterstützung hofft. Stand Mittwoch waren laut Vorgaben der Gemeinde 250 Zuschauer erlaubt, die alle einer Maskenpflicht unterliegen.

Beim FC Kilia kommt der Klausdorfer Höhenflug nicht wirklich überraschend. „Die bisherigen Leistungen der Klausdorfer überraschen mich in keinster Art und Weise. Sie verfügen seit Jahren über eine ausgesprochen homogene und mittlerweile auch sehr erfahrene Mannschaft“, zollt Kilias Sportlicher Leiter Harry Witt dem Gegner reichlich Respekt. Im Hinblick auf das anstehende Spitzenspiel steht den Kilianern nahezu der gleiche Kader aus der Partie gegen Eidertal (3:0) zur Verfügung. Verzichten muss der Titelanwärter allerdings auf Patrick Amponsah, der sich im Spiel gegen Molfsee einen Muskelfaserriss zuzog.