22. November 2020 / 13:19 Uhr

Dietmar Hamann schießt gegen DFB-Präsident Fritz Keller: "Etwas hilflos und überfordert"

Dietmar Hamann schießt gegen DFB-Präsident Fritz Keller: "Etwas hilflos und überfordert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (l.) hat Kritik am DFB-Präsidenten Fritz Keller geäußert.
Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (l.) hat Kritik am DFB-Präsidenten Fritz Keller geäußert. © imago images/Hartenfelser/Sven Simon (Montage)
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Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hat in der Talksendung "Sky 90" am Sonntag DFB-Präsident Fritz Keller kritisiert. "Mir kommt er ab und zu etwas hilflos und überfordert vor", sagte Hamann fünf Tage nach dem historischen 0:6-Debakel der Nationalmannschaft in Spanien. 

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Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hat als Reaktion auf das historische 0:6-Debakel der Nationalmannschaft in der Nations League in Spanien Kritik an DFB-Präsident Fritz Keller geäußert. "Mir kommt er ab und zu etwas hilflos und überfordert vor", sagte Hamann am Sonntag in der Talksendung Sky 90. Keller war im September 2019 nach vielen Jahren als Präsident des Bundesligisten SC Freiburg zum neuen DFB-Chef gewählt worden. Doch die Verhältnisse bei dem mächtigen Verband seien andere als beim verhältnismäßig kleinen Schwarzwaldklub, deutete Hamann an. "Es ist wunderbar, wenn du in Freiburg am Trainer festhältst. Aber dort Kontinuität zu haben und vorzuleben, ist etwas anderes als beim DFB", betonte der 47-Jährige.

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Keller hat sich seit seinem Amtsantritt einerseits um ein bodenständigeres Auftreten des DFB und um Reformen bemüht. Doch seine noch junge Amtszeit wurde andererseits von mehreren Skandalen und Problemen überschattet - die er allerdings allenfalls bedingt zu verantworten hatte: der wegen Verjährung der Vorwürfe ohne Urteil zuende gegangene Prozess um die Aufarbeitung der Vergabe der Heim-WM 2006, die Anschuldigungen gegen den DFB wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung und nicht zuletzt die sportlich seit der missglückten WM 2018 immer wieder taumelnde Nationalmannschaft - verbunden mit Debatten um die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw. In einer Stellungnahme nach der Niederlage in Spanien betonte Keller zwar die bewusste Entscheidung für einen Umbruch mit jungen Spielern, traf zu Löws Position aber keine explizite Aussage.

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Hamann knöpfte sich zudem DFB-Direktor Oliver Bierhoff vor, der zu Beginn des jüngsten Länderspiel-Zyklus im November auf SPORTBUZZER-Nachfrage zu den immer noch eklatanten Unterschieden zwischen Fußballvereinen im Westen und im Osten Deutschlands eingestehen musste: "Was den ostdeutschen Fußball angeht, bin ich jetzt nicht der absolute Fachmann." Hamann nannte diese Aussagen "etwas intolerant und nicht verständlich. Wir sollten alle ein Interesse daran haben, dass die Ostvereine wieder nach oben kommen."

Völler über Keller: "Kannst es nicht allen recht machen"

Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler, der wie Hamann am Sonntag in der Sendung zu Gast war, verteidigte die DFB-Verantwortlichen jedoch gerade mit Blick auf die Schmach von Sevilla. "Wenn du 0:6 verlierst, gibt es nicht das perfekte Krisenmanagement. Man wird immer etwas finden, was nicht in Ordnung ist", meinte Völler, der von 2000 bis 2004 selbst Teamchef der DFB-Elf war und diese 2002 ins WM-Finale führte. Darin, dass Keller zunächst mit Löw und Bierhoff allein sprach, ohne die übrigen Mitglieder des Präsidiums zuzuschalten, sieht Völler ebenfalls kein großes Problem. "Du kannst es nicht allen recht machen. Wenn du Präsident des DFB bist, ist es dein gutes Recht, einige Dinge in Eigeninitiative zu machen", so der frühere Torjäger.