16. Mai 2021 / 14:59 Uhr

Hamann schlägt Lewandowski-Verzicht bei Bundesliga-Finale vor: "Zeichen aus Respekt für Gerd Müller"

Hamann schlägt Lewandowski-Verzicht bei Bundesliga-Finale vor: "Zeichen aus Respekt für Gerd Müller"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dietmar Hamann hofft, dass Robert Lewandowski seinen Rekord auch weiter mit Gerd Müller teilt.
Dietmar Hamann hofft, dass Robert Lewandowski seinen Rekord auch weiter mit Gerd Müller teilt. © Getty Images/IMAGO/WEREK/Sven Simon (Montage)
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Bayern-Stürmer Robert Lewandowski kann beim Bundesliga-Finale gegen Augsburg zum alleinigen Rekordtorschützen in einer Bundesliga-Saison werden. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann schlug nun allerdings einen Verzicht von Lewandowski aus Respekt für Gerd Müller vor – und erntete Gegenwind.

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Die Bundesliga hat in ihrer 58-jährigen Geschichte aktuell zwei Stürmer, die den Thron für den besten Saison-Torschützen teilen: Mit seinem Treffer zum 1:0 beim 2:2 des FC Bayern auswärts gegen den SC Freiburg hat Robert Lewandowski seinen 40. Treffer in dieser Spielzeit erzielt und damit den Fabel-Rekord von Gerd Müller aus der Saison 1971/71 eingestellt. Allerdings bekommt Lewandowski am letzten Spieltag sogar noch die Chance auf Tor Nummer 41 – und damit die alleinige Bestmarke. Wenn es nach Dietmar Hamann geht, sollte Lewandowski darauf allerdings freiwillig verzichten, wie der Ex-Nationalspieler am Sonntag bei Sky90 erklärte.

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Hamann fordert Lewandowski-Pause gegen Augsburg

"Was wäre das für ein Zeichen wenn die Bayern sagen, wenn Lewandowski sagt nächsten Samstag: Ich spiele nicht. Ich bleibe weg", sagte Hamann mit Blick auf das Saison-Finale am nächsten Wochenende, bei dem der FC Bayern und Lewandowski die Saison mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg abschließen. "Was würde das für ein Zeichen setzen, an die Welt, an den Fußball, an die Leute, aus Respekt vor Gerd Müller zu sagen: Wir lassen den Lewandowski nicht spielen", so Hamann, der die Entscheidung dafür allerdings vor allem bei Lewandowski sieht: "Er muss natürlich damit einverstanden sein, dass der Gerd seinen Rekord nicht verliert."

Der frühere Bayern-Profi hofft, dass durch einen Verzicht von Lewandowski der Mythos Gerd Müller unangetastet bleibt: "Ohne Gerd Müller wäre der FC Bayern nicht da, wo er heute steht. Und welch größere Wertschätzung könnte man ihm geben, als Lewandowski nächste Woche nicht spielen zu lassen oder von ihm aus zu sagen, dass er nicht spielt", fragte Hamann. Der 75 Jahre alte Müller ist schwer demenzkrank und lebt im Altersheim. Lewandowski gedachte der Ikone am Samstag mit einem T-Shirt, das Müllers Konterfei und die Aufschrift "4 Ever Gerd" trug. Nach seinem Treffer in Freiburg verpasste der Pole noch zwei weitere Großchancen, um sich bereits zum alleinigen Rekordhalter zu küren. "Ich glaube, als Lewandowski diese Chance auf der Torlinie nicht über die Linie gebracht hat, waren viele Leute erleichtert, weil sie gesagt haben: Der Gerd hat seinen Rekord noch", sagte Hamann am Sonntag.

Bruchhagen widerspricht Hamann deutlich: "Zu viel verlangt"

Gegenwind für seine Idee zum Lewandowski-Verzicht bekam Hamann von Studio-Gast Heribert Bruchhagen: "Aber Didi, das finde ich nicht ganz fair. Ich verstehe deine Argumente, aber hier wird ein Druck aufgebaut...", sagte der langjährige Frankfurt- und HSV-Funktionär. "Das ist zu viel verlangt, was du dir wünscht." Ohnehin sieht Bruchhagen den Legenden-Status von Müller unangetastet: "Und selbst, wenn er (Lewandowski, Anm.d.Red.) 41 Tore macht: Es ist immer noch nicht vergleichbar. Denken wir nur daran, dass gleiche Höhe in Zeiten von Gerd Müller abseits war. Man stelle sich heute vor, die Tore würden untersucht mit gleicher Höhe verbunden. Dann käme er vielleicht auf 32, 33 Tore", so der 72-Jährige, der klarstellen wollte: "An Gerd Müller wird niemand kratzen können. Auch nicht Lewandowski, wenn er 42, 43 Tore macht."