03. Juni 2022 / 14:12 Uhr

Hamburger Politiker warnt: Verzicht auf EM-Austragung wäre "Super-Gau - in erster Linie für den Verein"

Hamburger Politiker warnt: Verzicht auf EM-Austragung wäre "Super-Gau - in erster Linie für den Verein"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Hamburger Stadion sollen vier Gruppenspiele und eine Viertelfinale ausgetragen werden. 
Im Hamburger Stadion sollen vier Gruppenspiele und eine Viertelfinale ausgetragen werden.  © IMAGO/Jan Huebner
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In der Diskussion um die Sanierung des Volksparkstadions im Vorfeld der Europameisterschaft 2024 hat der Hamburger Sportstaatsrat klargestellt, dass der HSV von der Stadt kein weiteres Geld zur Verfügung gestellt bekommen wird. Gleichzeitig warnte er vor einem Verzicht auf die Austragung der Spiele.

Bei der Sanierung des Volksparkstadions für die Europameisterschaft 2024 kann der Hamburger SV nicht mit weiterer finanzieller Hilfe durch die Stadt rechnen. Das hat Sportstaatsrat Christoph Holstein im NDR deutlich gemacht. Die Stadt hatte dem Zweitligisten im Herbst 2020 das Stadiongrundstück im Volkspark zum Verkehrswert von 23,5 Millionen Euro abgekauft.

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"Wir haben vertraglich verpflichtend vereinbart, dass aus diesem Geld alle Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen finanziert werden, die der HSV für die Euro braucht. Und dementsprechend gibt es keinen Cent obendrauf", stellte Holstein im NDR-Fernsehen klar.

Die angeblichen Kosten für die Modernisierung des Stadions von 20 Millionen Euro bezweifelte Holstein. "Wir hören gerade sehr hohe Summen, die erforderlich seien, um das Stadion zu modernisieren", sagte er bei NDR-90,3. "Was man aber wissen muss ist, dass die Vorgaben der UEFA unserer Berechnung nach auf einen kleinen, einstelligen Millionenbetrag kommen."

Der HSV verweist indes auf die gestiegenen Bau- und Rohstoffpreise, die die Gesamtkosten in die Höhe treiben. Von den 23,5 Millionen Euro wurde ein großer Teil gebraucht, um die wirtschaftlichen Folgen für den Verein durch die Corona-Pandemie abzufedern.

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HSV-Investor Kühne rät zu Verzicht

In der Bild plädierte HSV-Anteilseigner Klaus-Michael Kühne, dass Hamburg und die HSV Fußball AG auf die EM verzichten sollen, "um die äußerst kostspielige und vom HSV nicht finanzierbare Stadionrenovierung zu vermeiden". In der jetzigen Situation müsse sich darauf konzentriert werden, "eine schlagkräftige HSV-Mannschaft aufzubauen", meinte der 85 Jahre alte Unternehmer, der knapp über 15 Prozent an der AG hält. Dafür würde er "in begrenztem Umfang Mittel zur Verfügung" stellen.

Holstein nannte einen etwaigen Ausstieg des HSV aus dem EM-Projekt einen "Super-Gau - und zwar in erster Linie für den Verein, weil sich dann alle potenziellen Sponsoren und Unterstützer fragen müssten, ob das richtig ist, was sie vorhaben".

In Hamburg sind fünf EM-Spiele vorgesehen. Zudem ist am 2. Dezember 2023 in der Elbphilharmonie die EM-Auslosung geplant. Neben der Hansestadt sind Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Köln, Leipzig, München und Stuttgart als Spielorte vorgesehen.

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