30. März 2020 / 18:55 Uhr

Hamburg statt Venlo: VfL-Talent John Yeboah und die "harte Zeit" ohne Ball

Hamburg statt Venlo: VfL-Talent John Yeboah und die "harte Zeit" ohne Ball

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Vermisst den Fußball: John Yeboah, das große Talent des VfL Wolfsburg, das zurzeit an VVV-Venlo ausgeliehen ist. © imago images/Pro Shots
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John Yeboah vermisst den Ball. Das große Talent des VfL Wolfsburg, das zurzeit an den niederländischen Erstligisten VVV-Venlo ausgeliehen ist, will im Sommer nach Wolfsburg zurückkehren.

Er ist gegangen, um zu wachsen. Sportlich zu wachsen, um sich im Herrenbereich durchzusetzen, doch nun weilt John Yeboah in Hamburg bei seiner Famlie - und nicht bei seinem Verein VVV-Venlo. Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hatte das Riesentalent im vergangenen Sommer zum holländischen Erstligisten ausgeliehen, damit sich der Flügelspieler auf höherem Niveau beweisen muss. Aber auch in der niederländischen Eredivisie geht wegen des grassierenden Coronavirus gerade nichts. "Es ist echt schade, dass das jetzt so gekommen ist. Aber der Fußball ist momentan nicht ganz so wichtig", sagt das große VfL-Talent.

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Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

Und dennoch hofft Yeboah, dass er in dieser Saison noch mal für Venlo Fußball spielen darf, "aber das könnte schwer werden", sagt der 19-Jährige, der jedoch rückblickend den Wechsel in die Niederlande als "richtigen und wichtigen" Schritt in seiner Karriere bezeichnet. "Ich hätte ja auch in Wolfsburg bleiben können, um weiterhin in der U23 zu spielen und ab und an vielleicht bei den Profis dabei sein zu können, aber ich wollte unbedingt erste Liga spielen." Und Venlo sei eine gute Möglichkeit gewesen, "um mich weiterentwickeln zu können. Und um Erfahrungen für das nächste Jahr in Wolfsburg zu sammeln", beschreibt Yeboah.

Aber dann kam die Corona-Pandemie. Vor zwei Wochen war Yeboah zu seiner Familie nach Hamburg gereist. Im Kreis seiner Lieben fühlt er sich sicher, gleichwohl sei es "gerade eine richtig harte Zeit" für ihn, weil er eben kein Fußball spielen könne. "Ich mache meine Übungen zu Hause, alles gut. Aber in der Nähe von uns hier gibt es einen Fußballplatz, auf dem meine Freunde manchmal spielen, aber jetzt ist der Platz gesperrt. Nichts geht mehr, das ist schon hart", so der Offensivmann.


Für Venlo hatte er zuletzt viel spielen dürfen, Yeboah war wieder gut drauf, nachdem er zu Beginn des Jahres nicht so viel Spielzeit bekommen hatte. Venlos neuer Trainer Hans de Koning hatte zunächst auf die VVV-Profis gesetzt, die schon länger da waren, "Ende Februar bin ich dann wieder reingekommen, es lief gut, aber wegen Corona ging es dann nicht mehr weiter".

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Yeboah ist eines der größten Talente in Deutschland. In der vergangenen Spielzeit hatte er in 19 Spielen in der U19-Bundesliga satte 20 Mal getroffen, zudem hatte er acht Tore vorbereitet. Ex-VfL-Trainer Bruno Labbadia und VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer erkannten sein Talent und ließen ihn bei den Profis mittrainieren. Zur Belohnung gab es drei Einsätze – zwei in der Bundesliga und einen im DFB-Pokal. Im Sommer folgte dann der Schritt in die Niederlande - und bei VVV fügte sich Yeboah gleich mal gut ein: In seinem ersten Spiel für Venlo war dem U20-Nationalspieler sein erstes Tor gelungen. Yeboah traf beim 2:1 von VVV gegen den FC Groningen - nach einem schnell vorgetragenen Konter schloss er sehenswert zum 1:0 ab. "Ein Highlight", so Yeboah, der jedoch nicht zufrieden mit seiner Ausbeute (18 Spiele, ein Tor und eine Torvorlage) ist. "Ich bin ein Spieler, der mehr Tore macht oder Tore vorbereitet, aber gut war wiederum, dass ich hier gelernt habe, auch zu verteidigen. Das hilft mir bei meiner Entwicklung."

Dass die Entwicklung stimmt, dürfte auch Schäfer freuen, mit dem VfL-Sportdirektor ist Yeboah immer mal wieder im Austausch. "Er fragt öfter, wie es mir geht, wie meine Situation beim Klub ist - das tut schon gut", so Yeboah, der beim VfL noch einen Vertrag bis 2021 hat und im Sommer nach Wolfsburg zurückkehren wird. So ist zumindest der Plan.