13. August 2022 / 17:04 Uhr

"Kühne verpiss dich": HSV-Fans protestieren bei Sieg in Bielefeld gegen mögliches Invest

"Kühne verpiss dich": HSV-Fans protestieren bei Sieg in Bielefeld gegen mögliches Invest

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein mögliches Millionen-Engagement von Klaus-Michael Kühne ist unter den Fans des Hamburger SV umstritten.
Ein mögliches Millionen-Engagement von Klaus-Michael Kühne ist unter den Fans des Hamburger SV umstritten. © IMAGO/Picture Point/Oliver Ruhnke (Montage)
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Die Fans des Hamburger SV haben beim Sieg bei Arminia Bielefeld gegen ein mögliches Millionen-Invest von Geschäftsmann Klaus-Michael Kühne protestiert. "In der Satzung verankert. 75+1 unverhandelbar, Kühne verpiss dich", stand auf Spruchbändern der HSV-Anhänger.

Auf der Tribüne machten einige Fans des Hamburger SV mit Spruchbändern deutlich, was sie vom Lock-Angebot des Multi-Milliardärs Klaus-Michael Kühne halten - nämlich nichts. Auf dem Rasen sorgten die Profis des HSV vor allem für gute Laune bei ihrem Anhang. Beim 2:0 (1:0) bei Arminia Bielefeld zeigte das Team von Trainer Tim Walter seine bislang beste Leistung in der noch jungen Zweitliga-Saison und untermauerte seine Bundesliga-Ambitionen.

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"Wir waren gerade in der ersten Halbzeit sehr dominant, souverän und haben viele Torchancen kreiert. Auch die zweiten Bälle haben wir meistens erobert, damit den Gegner dem Schneid abgekauft", analysierte Walter das Spiel gegen den weiter punktlosen Erstliga-Absteiger aus Ostwestfalen. Leider habe die Mannschaft das zweite Tor zunächst verpasst, "somit blieb es in der zweiten Halbzeit gefährlich", meinte der 46-Jährige weiter. "Insgesamt haben wir aber als Team und im Verbund gut verteidigt", sagte er und lobte den überragenden Torhüter Daniel Heuer Fernandes als Rückhalt, „der uns die Bude sauber hält“.

Vorne sorgten die Zugänge Ransford Königsdörffer (28. Minute) und der zuletzt auch von Walter kritisierte Laszlo Benes (74.) mit ihren jeweils ersten Zweitliga-Toren für ihren neuen Verein für den dritten Sieg der Hanseaten.

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HSV-Spieler blenden Aufregung um Kühne scheinbar aus

"In der Satzung verankert. 75+1 unverhandelbar, Kühne verpiss dich", stand auf den Spruchbändern der Hamburger Anhänger. Sie befürchten hinter der 120-Millionen-Euro-Offerte und den am Donnerstag genannten Bedingungen nichts anderes als ein Übernahmeversuch der Fußball-AG des HSV. Die Spieler schienen in Bielefeld die Aufregungen um Kühne, den umstrittenen Finanzvorstand Thomas Wüstefeld, der Zwist zwischen Wüstefeld und Sportvorstand Jonas Boldt oder die wirtschaftliche Schieflage des Vereins kaum zu stören.

In der ersten Halbzeit war allein die Chancenauswertung ein Manko. "Wir haben vor allem in der ersten Hälfte sehr gut gespielt, auch wenn die Chancenverwertung nicht perfekt war", stellte Königsdörffer fest. Ähnlich sah es Heuer Fernandes: "Wir haben heute über 90 Minuten sehr viel Kontrolle gehabt, auch wenn wir den Punch früher hätten setzen können."

HSV-Interesse an Jean-Luc Dompé?

Damit der Punch künftig früher gesetzt wird, dürfen Walter und Boldt noch einmal einkaufen gehen. "Es gibt Raum für Transfermöglichkeiten", hatte HSV-Präsident und Aufsichtsratschef Marcel Jansen kurz vor Mitternacht über die Webseite des Klubs verbreiten lassen. Das war eines der wenigen Ergebnisse der vierstündigen Aufsichtsratssitzung, die verkündet wurden. "Dass wir jemanden brauchen, ist klar", sagte Walter vor der Partie in Bielefeld bei Sky. "Aber das machen wir zusammen. Das geht ja nicht von mir aus. Das ist immer eine Gemeinschaftsentscheidung, und die werden wir gemeinsam tragen."

Durch die Beteiligung am Weiterverkauf der Ex-Profis Amadou Onana vom OSC Lille zum FC Everton und Filip Kostic von Eintracht Frankfurt zu Juventus Turin nimmt der HSV eine nicht eingeplante Summe von mehr als fünf Millionen Euro ein. Nach Informationen der Bild darf Sportvorstand Boldt bis zu drei Millionen Euro ausgeben. Schon in der kommenden Woche könnte der Klub unter anderen Flügelspieler Jean-Luc Dompé vom belgischen Erstligisten SV Zulte Waregem verpflichten. Der Franzose soll für rund 1,5 Millionen Euro zum Aufstiegskandidaten kommen.