31. Mai 2020 / 16:30 Uhr

HSV-Trainer Dieter Hecking reagiert gereizt auf Fragen zu Torwartwechsel: "Dazu fällt mir nichts ein"

HSV-Trainer Dieter Hecking reagiert gereizt auf Fragen zu Torwartwechsel: "Dazu fällt mir nichts ein"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Trainer Dieter Hecking (rechts) hat im Sky-Interview gereizt auf Fragen zum Torwartwechsel von Daniel Heuer Fernandes (Mitte) zu Julian Pollersbeck reagiert.
HSV-Trainer Dieter Hecking (rechts) hat im "Sky"-Interview gereizt auf Fragen zum Torwartwechsel von Daniel Heuer Fernandes (Mitte) zu Julian Pollersbeck reagiert. © Zink/Sportfoto Zink/Schwarz/Witters/Pool/Montage
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Eigentlich hätte Trainer Dieter Hecking vom Hamburger SV nach dem schwer umkämpften 3:2-Erfolg über den SV Wehen Wiesbaden allen Grund zur Erleichterung gehabt. Doch der HSV-Coach störte sich im "Sky"-Interview an Nachfragen zum Torwartwechsel, den er von der Partie vorgenommen hatte.

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Mit dem 3:2-Erfolg über den SV Wehen Wiesbaden hat der Hamburger SV am Pfingstsonntag seine Mini-Durststrecke von drei sieglosen Partien in der 2. Bundesliga beendet. Doch HSV-Trainer Dieter Hecking wirkte nach dem Spiel, in dem die Hamburger ihren ersten Sieg nach der zehnwöchigen Coronavirus-Unterbrechung einfuhren, im Interview beim TV-Sender Sky gereizt. Grund waren Nachfragen zu Heckings Entscheidung, einen Torwartwechsel vorzunehmen. Denn sechs Tage nach der unglücklichen 2:3-Pleite beim Mit-Aufstiegskonkurrenten VfB Stuttgart hatte der Trainer überraschend Julian Pollersbeck anstelle des bis dahin unangefochtenen Stammkeepers Daniel Heuer Fernandes aufgeboten.

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Auf diese Maßnahme angesprochen, entgegnete Hecking dem Moderator unwirsch: "Sie sind Außenstehender. Ich bin der, der im internen Zirkel ist." Dennoch gab der Coach eine inhaltliche Begründung für den Tausch im Kasten. "Daniel hat eine Saison gespielt, die in Ordnung ist. Aber zuletzt hat er Spiele gehabt, die für einen Torwart von der mentalen Seite her schwierig waren. Daher hat er von mir einen freien Tag bekommen. Wir haben einen breiten Kader", erläuterte Hecking, der Heuer Fernandes nicht einmal auf die Ersatzbank beordert hatte. Dort nahm mit Tom Mickel der dritte Schlussmann im HSV-Kader Platz. Auf eine erneute Nachfrage zu der Personalie sagte Hecking unter anderem: "Zu der Fragestellung fällt mir nichts ein."

Hecking lobt Torschützen Kinsombi: "Hat gut gearbeitet"

Auch Doppeltorschütze David Kinsombi, der in Stuttgart 90 Minuten auf der Bank gesessen hatte und gegen Wehen von Beginn an ran durfte, wurde bei Sky zum Torwartwechsel befragt. "Ich war nicht mehr oder weniger über den Wechsel überrascht als Sie", sagte Kinsombi, der gegen die Hessen die Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 und zum 3:2-Endstand erzielt hatte, dem Moderator: "Wir haben Vertrauen in unsere Keeper. Julian hat seine Sache gut gemacht." Wie Hecking verwies auch der frühere Kieler auf den seiner Meinung nach "breiten Kader" der Hamburger. Die von Hecking vorgenommenen personellen Rochaden gegen Wehen begrüßte Kinsombi: "Es hat gut getan, mal ein paar andere Spieler auf dem Platz zu sehen."

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Hecking wollte die starke Leistung Kinsombis jedoch nicht auf ein glückliches Händchen des Trainers zurückführen. "Das hat nichts mit einem tollen Schachzug zu tun. Kinsombi hat sich endlich dafür belohnt, dass er viel gearbeitet hat in der Zeit, als kein Fußball war", lobte der 55-Jährige den Mittelfeldspieler, der bei allem Ärger über die eine oder andere aus seiner Sicht unberechtigte Frage doch zufrieden mit dem Sieg seiner Elf war. Denn: "Wir haben uns in den vergangenen drei Spielen nicht für deutlich bessere Leistungen belohnt als heute."

Hecking "heilfroh" über HSV-Sieg gegen Wehen

Vor der Niederlage beim VfB war der HSV beim 2:2 in Fürth sowie beim 0:0 gegen Tabellenführer Arminia Bielefeld jeweils nicht über ein Unentschieden hinaus gekommen. "Heute aber war es eine Sache des Willens. Ich bin heilfroh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Wir sind wieder mehr gelaufen als der Gegner, haben nie aufgesteckt und immer an uns geglaubt", ergänzte Hecking. Kinsombi fügte erleichtert hinzu: "In den letzten Spielen haben wir eine Topleistung gezeigt, uns aber nicht belohnt. Da wurde uns vorgeworfen, dass wir in Schönheit sterben."