16. Januar 2021 / 18:11 Uhr

Häme oder Verständnis? Fans diskutieren nach Spielausfall in Lübeck kontrovers

Häme oder Verständnis? Fans diskutieren nach Spielausfall in Lübeck kontrovers

Bend Strebel
Lübecker Nachrichten
Auf dem sonnenbeschienenen Lohmühlenplatz rollte am Samstag kein Ball. 
Auf dem sonnenbeschienenen Lohmühlenplatz rollte am Samstag kein Ball.  © 54°/Koenig
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Keine Stunde vor Anpfiff wurde die Partie abgesagt - Im Folgenden liefen im Netz die Kommentarspalten heiß

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Die kurzfristige Absage des Drittligaspiels VfB Lübeck gegen Hansa Rostock wird Spielern und Verantwortlichen bei ohnehin engem Zeitplan eine weitere Englische Woche bescheren. Während sich beide Vereine nach der Einigung mit dem Schiedsrichter darauf verständigten, den Spielern keine Partie auf dem gefährlich harten und unebenen Lohmühlenboden zuzumuten, diskutierten die Fangemeinden beider Lager noch lange nach der Bekanntgabe über das Nichtstattfinden des Nordduells.

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Kritisiert wurde dabei vor allem der Zeitpunkt der Absage, bei welchem Gegner, Verantwortliche und Journalisten, inklusive eines NDR-Fernsehteams, bereits vor Ort waren, ferner wurde eine Spielabsetzung aufgrund schlechter Platzverhältnisse der 3. Liga für unwürdig befunden.

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"Man hätte es auch früher absagen können und Hansa wäre nicht extra hingefahren. Der Frost war ja nicht erst 13.00 Uhr im Boden", kommentierte der User Christian Jeannine auf der Facebookseite des LN-Sportbuzzers, an gleicher Stelle gemahnten die User Dennis Braun und Alfred Lohse, dass auf anderen Plätzen im regionalen Bereich bei vergleichbaren Verhältnissen angepfiffen werde und Frank Haack brachte das Thema einer Rasenheizung als Pflicht für die 3. Liga ins Spiel, welches beim VfB jedoch bereits seit längerer Zeit auf der Agenda steht.

Mit einem Augenzwinkern schlug Patrick Apitz einen kurzfristig Heimrechttausch vor: "Hätten ja fix nach Rostock fahren können und hier spielen. Ist ja nicht weit."


Andere User verwiesen auf die Entscheidungshoheit des Schiedsrichters, der am Spieltag bereits um 10 Uhr in Lübeck war, um sich dort ein Bild von der Lage zu machen. "Die Schiedsrichter haben dies entschieden, bei der Platzbegehung", kommentierte Meik Hradetzky. Im selben Thread ergänzte der User Marc Cepunkt "ein Spiel kann nach den Statuten gar nicht von einem Verein abgesagt werden."

Tatsächlich sehen die Durchführungsbestimmungen der 3. Liga vor, dass es jederzeit in der Befugnis des Schiedsrichters steht, die Partie "unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Gesundheitsgefährdung der Spieler" abzusagen. Dass dieser Punkt nach Absprache mit den Klubs auch am Samstag in Lübeck griff, erscheint als wahrscheinlich.

Beide Vereine verwiesen durch verschiedene Verantwortliche auf die Einvernehmlichkeit der Absage sowie die mögliche Verletzungsgefahr auf dem Lübecker Geläuf, welcher man entgehen wollte. Die Vereine werden sich nun auf terminlich über eine Neuansetzung verständigen.