31. Dezember 2019 / 12:01 Uhr

Handballer Aivis Jurdzs will gegen Deutschland treffen

Handballer Aivis Jurdzs will gegen Deutschland treffen

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Der „Hammer aus Riga“ war zweifellos ein Publikumsliebling in der Arena an der Jahnallee.
Der „Hammer aus Riga“ war zweifellos ein Publikumsliebling in der Arena an der Jahnallee. © Christian Modla
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Der „Hammer aus Riga“ spricht mit Matthias Roth über seinen Ex-Verein SC DHfK Leipzig, seine Rückkehr nach Lettland und die Chancen seines Landes bei der bevorstehenden EURO 2020 in einer Vorrundengruppe mit Deutschland.

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Riga/Leipzig. Bei der Handball-EM treffen am 13. Januar erstmals Deutschland und Lettland aufeinander. Auf DHB-Seite steht mit Philipp Weber ein Leipziger im Aufgebot. Für Lettland spielt der ehemalige SC-DHfK-Profi Aivis Jurdzs. Im Interview mit dem Sportbuzzer spricht der 36-Jährige über die Chancen seiner Mannschaft, seine Rückkehr nach Lettland und die Karriere nach dem Handball.

Lettland ist erstmals bei einer EM dabei, haben Sie deshalb ihre Karriere noch einmal verlängert?

So ist es. Ich wollte unbedingt bei der EM mit Lettland dabei sein und habe deshalb nach meinem Abschied in Leipzig noch ein Jahr zu Hause drangehängt. Für unser kleines Land ist das Turnier eine große Sache.

Der endgültige Kader wurde noch nicht benannt, werden Sie beim Turnier dabei sein?

Den Kader wird der Trainer noch in diesem Jahr bekannt geben. Erst danach kann ich mir ganz sicher sein. Ich glaube aber, dass ich mit meiner Erfahrung helfen kann.

DURCHKLICKEN: Die Karriere eines lettischen Handballers beim SC DHfK Leipzig

Trainingsauftakt bei den Bundesliga-Handballern des SC DHfK am 2. Juli 2015 auf dem Testfeld der Sportfakultät mit Milos Putera, Sergej Shedik, Chefcoach Christian Prokop, Christoph Steinert, Marvin Sommer und Aivis Jurdzs. Zur Galerie
Trainingsauftakt bei den Bundesliga-Handballern des SC DHfK am 2. Juli 2015 auf dem Testfeld der Sportfakultät mit Milos Putera, Sergej Shedik, Chefcoach Christian Prokop, Christoph Steinert, Marvin Sommer und Aivis Jurdzs. ©
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Im letzten Vorrundenspiel trifft Lettland auf Deutschland. Welche Chancen rechnen Sie sich in diesem Spiel und im ganzen Turnier aus?

Wir sind der klare Underdog, das ist doch klar. Wir genießen bei der EM spielen zu dürfen, alles andere ist ein Bonus. Die Fans in Deutschland kennen mich bestimmt noch, vielleicht treffe ich sogar gegen Euch in der Vorrunde.

Im deutschen Team stehen auch einige Leipziger Spieler, haben Sie zu ihnen noch Kontakt?

Klar, mit Max Janke habe ich häufig Kontakt. Vielleicht schafft er es noch in die Mannschaft, Christian Prokop hat ihn in den 28er-Kader berufen. Ein Spiel gegeneinander wäre toll. Für Franz Semper und Philipp Weber freut mich die Nominierung. Zu Luca Witzke kann ich wenig sagen.

Sie spielen in Lettland für Tenax Dobele. Wie stark ist dieses Team?

Das ist eine reine Amateurmannschaft. Wir haben viele Studenten bei uns und jeder hat nebenbei noch einen Job. Girts Lilienfelds, mit dem ich in Eisenach zusammengespielt habe, stammt von dort.

Sie spielen auch in der Baltic Handball League. Was ist das für eine Spielklasse?

Das ist eine gemeinsame Liga mit Teams aus Estland, Lettland, Litauen, Finnland, Weißrussland und der Ukraine. Dort sollen die besten Mannschaften dieser Länder gegeneinander spielen. Wir haben übrigens gerade gegen Spitzenreiter Riihmäen Cocks aus Finnland gewonnen und mir sind acht Tore gelungen. Die Mannschaften haben die Stärke von deutschen Zweitligisten.

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Sie haben fast zehn Jahre in Deutschland gelebt, war die Rückkehr nach Lettland einfach für Sie und Ihre Familie?

Es war nicht so einfach nach der langen Zeit in Deutschland. So richtig haben wir uns hier noch nicht wieder eingelebt. Es war uns aber wichtig, dass unsere Tochter in Lettland eingeschult wird. Die täglichen Herausforderungen sind aber groß. Ein Beispiel ist die Krankenversicherung. Sie kostet mehr als in Deutschland, obwohl das Einkommen hier viel geringer ist.

Wo leben Sie heute?

Wir wohnen in einem kleinen Vorort von Riga und sind dort sehr zufrieden. Meinen Spitzennamen, den Ihr Journalisten mir in Deutschland gegeben habt (Anm. d. Red.: Hammer von Riga), kann ich also behalten.

Wie geht es mit Ihrer Handballkarriere weiter und was machen Sie künftig beruflich?

Das kann ich noch nicht genau sagen. Zuerst konzentriere ich mich auf die EM, dann werde ich weitersehen. Vielleicht tauche ich auch irgendwo in Deutschland wieder auf.

Verfolgst Sie noch den SC DHfK Leipzig in der Bundesliga und wie gefällt Ihnen die Mannschaft in dieser Saison?

Klar, ich verfolge jedes Spiel. Der SC DHfK hat eine starke Mannschaft zusammen und sie hält auch gegen die Spitzenteams der Bundesliga mit. Einige Niederlagen waren völlig unnötig. Mal sehen, was diese Saison noch drin ist.

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