27. November 2021 / 13:22 Uhr

Druck im Derby beim TBV Lemgo: Die Recken müssen sich befreien

Druck im Derby beim TBV Lemgo: Die Recken müssen sich befreien

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Im Gespräch: Recken-Trainer Christian Prokop und Torwart Urban Lesjak.
Im Gespräch: Recken-Trainer Christian Prokop und Torwart Urban Lesjak. © imago images/Zink
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Bei der TSV Hannover-Burgdorf will man in der frühen Phase der Saison den Abstiegs-Teufel nicht an die Wand malen. Doch durch Erfolge der Konkurrenz steigt der Druck auf die Recken. Ein Sieg im Derby gegen den TBV Lemgo am Sonntag (16 Uhr) wird dringend gebraucht.

Für die Handball-Recken wird es im Tabellenkeller immer ungemütlicher. Am Donnerstag gewann Stuttgart überraschend in Erlangen und Lübbecke das Aufsteigerduell gegen Hamburg. Beide Teams zogen an Hannover vorbei, das jetzt auf den drittletzten Platz abgerutscht ist. Auch wenn die TSV Hannover-Burgdorf für sich beschlossen hat, der Tabellensituation zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht allzu sehr Gewicht beimessen zu wollen – der Druck wird durch die Erfolge der Konkurrenz immer größer.

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Die Recken müssen also selber anfangen, wieder zu punkten, nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge und dem abgesagten Spiel gegen Flensburg vor einer Woche. Erst zehn Spiele hat das Team von Trainer Christian Prokop absolviert in fast drei Monaten Bundesliga, so wenig wie kein anderes. Von einem eingespielten Rhythmus ist Hannover weit entfernt. Jetzt steht das Gegenprogramm an: acht Spiele, darunter eine Pokalpartie, in weniger als einem Monat. Über die endlich höhere Schlagzahl „freuen wir uns, die Spieler wollen sich über Spiele beweisen“, sagt Prokop.

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Lemgo ein Lieblingsgegner der Recken

Dass die Heimpartie gegen Flensburg vor Rekordkulisse wegen diverser Corona-Fälle beim Gegner kurzfristig abgesagt werden musste und die Recken schon wieder keine Matchpraxis sammeln konnten, „war ärgerlich und ungewollt“, so Prokop. „Aber wir sind Leistungssportler und haben uns auf die nächste Aufgabe konzentriert.“ Und das ist Pokalsieger TBV Lemgo.


"Ein eingespielter, verschworener Haufen"

Sonntag um 16 Uhr treten die Recken bei den stabilen Ostwestfalen an – aktuell als Außenseiter. Andererseits hat Hannover im Derby zuletzt immer gut ausgesehen. Seit sieben Ligaspielen sind die Recken gegen Lemgo ungeschlagen. Sie sind so etwas wie ein Angstgegner für den TBV. Der letzte Heimsieg gegen die TSV stammt aus dem Mai 2015.

Dümpelte Lemgo die letzten Jahre im Mittelfeld der Liga herum, hat der Pokalsieg im Juni dem Team von Trainer Florian Kehrmann nun aber einen enormen Schub verpasst. „Sie spielen ihre Handball-Philosophie diszipliniert über 60 Minuten. Sie verfallen nicht in Hektik“, weiß Prokop. „Ein eingespielter, verschworener Haufen.“

Das ist der Spielplan der Recken der TSV Hannover-Burgdorf in der HBL-Saison 2021/22

<b>19. Spieltag:</b> HSV Hamburg (H), Donnerstag, 10. Februar, 19.05 Uhr Zur Galerie
19. Spieltag: HSV Hamburg (H), Donnerstag, 10. Februar, 19.05 Uhr ©

Prokop will Spielmacher Edvardsson behutsam aufbauen

Davon sind Prokops Recken weit entfernt. Von seinen Spielern fordert er „ein druckvolles Angriffsspiel“, mit Geduld und Zweikampfstärke. Vor allem ohne eigenen Fehler, die den Recken in viel zu hohe Anzahl immer wieder passieren. „Wir brauchen hohe Konzentration und Passsicherheit.“

Als Alternative auf der Spielmacherposition steht Jonathan Edvardsson zur Verfügung, der eigentlich schon gegen Flensburg nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback geben sollte. „Ich bin bereit, fühle mich fit und will dem Team helfen“, sagt der Schwede. Prokop will ihn aber vorsichtig aufbauen und Edvardsson gegen Lemgo nur für Kurzeinsätze bringen. Kreisläufer Evgeni Pevnov und Torwart Domenico Ebner sind laut Recken immer noch nicht einsatzfähig.