04. Juni 2021 / 07:30 Uhr

"Endlich wieder Sport erleben": Recken-Fans genießen Rückkehr auf die Tribüne

"Endlich wieder Sport erleben": Recken-Fans genießen Rückkehr auf die Tribüne

Simon Lange und Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Neben den Pappkameraden waren beim Final Four in Hamburg auch wieder knapp 2000 Fans zugelassen - einige Hundert reisten aus Hannover an.
Neben den Pappkameraden waren beim Final Four in Hamburg auch wieder knapp 2000 Fans zugelassen - einige Hundert reisten aus Hannover an. © Florian Petrow
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Erstmals seit Monaten wurde die TSV Hannover-Burgdorf im Pokal-Halbfinale wieder von echten Fans angefeuert und nicht nur von Pappfiguren. Die mitgereisten Anhänger genossen das Ereignis sichtlich - trotz beschwerlicher Anreise, teurer Tickets und dem Ausscheiden der Recken.

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Die Recken-Fans standen auf, als ihre Mannschaft, angeführt von Evgeni Pevnov, gegen 18.50 Uhr zum Warmmachen die Platte in der Barclaycard-Arena betrat. Etwa 200 Anhänger, inklusive Trommler, hatten sich Tickets für den Hannover-Block besorgt, aufgefüllt wurde der Rang mit den mitgebrachten Pappkameraden aus der ZAG-Arena.

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Weitere Recken-Fans in ihren grünen Trikots verteilten sich in der riesigen Halle, wo normalerweise 16 000 Menschen reinpassen. Coronabedingt waren es gestern natürlich viel weniger. 2000 waren insgesamt zugelassen, 1600 waren da. Genug, um gute Stimmung zu erzeugen. Gerade hatten die Fans des TBV Lemgo, einen Rang neben den Recken angesiedelt, den Lautstärkepegel in die Höhe getrieben bei der Sensation ihres Teams gegen den THW Kiel.

Bilder zum Halbfinale des DHB-Pokals zwischen der MT Melsungen und der TSV Hannover-Burgdorf

Der Recke Evgeni Pevnov ist auf dem Weg zum Tor. Zur Galerie
Der Recke Evgeni Pevnov ist auf dem Weg zum Tor. ©

Drei Stunden Stau? "Ganz egal"

Die Anhänger aus Hannover haben da noch entspannt zuschauen können. Viele von ihnen hatten eine nervenaufreibende Anreise hinter sich. Die vollgestopfte A 7 hatte sich von Hannover bis Hamburg am Donnerstagnachmittag in eine einzige Schleichspur verwandelt.



Ein Recken-Fan-Quartett war aus dem Heidekreis angereist – und stand drei Stunden im Stau. „Ganz egal. Hauptsache, endlich wieder raus, Sport erleben“, sagte Christian Sinn, der die TSV oft begleitet und ein Bekannter von Geschäftsführer Eike Korsen ist. Seit Oktober war er nicht bei einem Spiel. Gefühlt eine Ewigkeit. „Deshalb ist es uns das auf jeden Fall wert“, sagte der 37-Jährige.

Fans wollen Finale auch ohne Recken-Beteiligung sehen

Mit dabei waren Basketballer Sebastian Baden (37), Fußballer Jan Ole Oestmann (26) sowie Dennis Feldmann (26). Der ist noch nicht ganz so lange auf Entzug, immerhin durfte der Fan von Hansa Rostock zuletzt schon einen Aufstieg feiern. Handball-Anhänger sind sie aber alle. Deshalb kommen sie auch heute wieder nach Hamburg, wenn die Arbeit erledigt ist, obwohl die Recken ausgeschieden sind. Zum Finale um 17.30 Uhr wollen sie es schaffen. „Wir nehmen das auf jeden Fall mit. Es ist immerhin ein Pokalendspiel“, sagte Sinn.

Auf der Außenterrasse der Arena trafen sich Ingo (52) und Nicole Hofstadler (51) aus Bremen mit Rolf Hoppe (63) und Jörg Bader (64) aus Burgdorf. Alle waren ausnahmsweise gut über die Autobahnen gekommen. Entsprechend tiefenentspannt wirkte das Quartett. Alle hatten sehr große Sehnsucht nach ihren Stars. Ein halbes Jahr lang mussten sie sich mit TV-Bildern begnügen. Da war es keine Frage, sich Tickets fürs Final Four zu besorgen. 195 Euro für zwei Tage – günstig ist anders. Egal.

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Korsen dankbar für Fan-Unterstützung

Zu seiner Ausrüstung gehört neben dem obligatorischen Trikot und Schal auch ein geflochtener Sommerhut aus Spanien. „Das ist mein Carlos-Hut“, sagt Hoppe. „Wenn der Trainer im Sommer nach Barcelona gehen sollte, bleibt ein Carlos wenigstens in Burgdorf.“

Recken-Geschäftsführer Eike Korsen war dankbar, dass sich so viele Fans auf den Weg gemacht hatten: „Das ist eine riesige Wertschätzung. Es kann nichts Schöneres geben für die Fans und für uns, dass die Anhänger passend zu so einem Event wieder dabei sein können.“