20. Juli 2021 / 20:01 Uhr

Handball-Drittligist VfL: Fanslau-Verletzung und Hallen-Frust

Handball-Drittligist VfL: Fanslau-Verletzung und Hallen-Frust

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Schlechte Nachrichten: Zum Abschluss des Trainingslagers verletzte sich VfL-Rückraumspielerin Anna Fanslau (am Ball). Zudem steht fest, dass der Drittligist ins ungeliebte FBZ Westhagen (kl. Bild) für seine Heimspiele umziehen muss.
Schlechte Nachrichten: Zum Abschluss des Trainingslagers verletzte sich VfL-Rückraumspielerin Anna Fanslau (am Ball). Zudem steht fest, dass der Drittligist ins ungeliebte FBZ Westhagen (kl. Bild) für seine Heimspiele umziehen muss. © Roland Hermstein/Boris Baschin
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Die Handballerinnen des VfL Wolfsburg werden ihre Heimspiele nach dem Aufstieg in die 3. Liga im FBZ Westhagen austragen, da es für die bisherige Heim-Halle vom DHB keine Spielgenehmigung gegeben hatte. Im Trainingslager verletzte sich Rückraumspielerin Anna Fanslau.

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Bittere Neuigkeiten für die Handballerinnen des VfL Wolfsburg. Am letzten Tag des Trainingslagers verletzte sich Anna Fanslau am Fuß und wird dem Drittligisten voraussichtlich mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Trainer Oliver Bült hofft, dass die Rückraumspielerin nicht operiert werden muss. „Wir leben von der Breite unseres Kaders, aber jeder einzelne Ausfall schmerzt uns. Mir tut es auch persönlich sehr leid, dass Anna sich verletzt hat.“ Trotz der Verletzung weiß Bült, dass Fanslau sich bei Mannschaftsarzt Dr. Jens Behrendt sowie Physiotherapeutin Nadine Eggeling in guten Händen befindet. "Ein großer Dank an sie, Anna wird von ihnen top betreut", so Bült.

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Nach dem von Freitag bis Sonntag abgehaltenen Trainingslager in Hermannsburg (Lüneburger Heide) gab es für die VfLerinnen direkt die nächste schlechte Nachricht. Der Drittliga-Neuling wird seine Heimspiele beginnend mit dem Saison-Auftakt gegen die SG Kirchhof 09 am 5. September im FBZ Westhagen austragen. „Wir sind überhaupt nicht erfreut darüber, es hätte für uns nicht schlechter ausfallen können. Wir müssen uns da aber fügen“, so Bült, der mit seiner Mannschaft auch weiterhin in der Halle der Carl-Hahn-Schule trainieren wird. Neben den Heimspielen werden die Wolfsburgerinnen einmal wöchentlich in FBZ Westhagen trainieren. Bült: „Wir hätten jede andere Halle lieber genommen, das ist auch die Meinung der Mannschaft. Wir hoffen, dass die Halle zumindest noch etwas aufgehübscht wird.“

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Idee von gemeinsamem Spieltag mit VfB Fallersleben

Der VfL versuchte das Möglichste, um nicht ins FBZ umziehen zu müssen, nachdem der Deutsche Handball-Bund (DHB) für die bisherige Heim-Halle keine Spielgenehmigung erteilt hatte. Eine Zusammenarbeit mit dem VfB Fallersleben stand im Raum, es gab Gespräche mit der Vereinsführung und VfL-Abteilungsleiter Jens Wöhner. Die Maße der Halle hätten gepasst, auch, wenn der DHB in Fallersleben ebenfalls Kleinigkeiten zu beanstanden gehabt hätte. Das Hauptproblem: Die Halle in Fallersleben ist an den Spieltagen der VfLerinnen belegt, in der Kürze der Zeit war eine Umsetzung nicht möglich. „Der VfB Fallersleben möchte für uns keinen anderen Sportarten die Hallenzeiten wegnehmen und das hätten wir selbst auch nicht gewollt. Aber es ist ein tolles Zeichen vom VfB gewesen, sich mit uns auszutauschen. Unter Handballern hilft man sich gegenseitig“, so Bült.

Die Idee von einer Zusammenarbeit zwischen dem VfB und dem VfL ist aber noch nicht vom Tisch. Bült kann sich einen gemeinsamen Spieltag seiner Mannschaft und der Oberliga-Herren von VfB-Trainer Mike Knobbe vorstellen, doch auch da bräuchte es die Zustimmung des DHB.

Abgesehen von Fanslaus Verletzung verlief das Trainingslager der Wolfsburgerinnen aus Bülts Sicht gut, obwohl auch es auch in der Lüneburger Heide Ärger um die Halle gab. Der Landkreis Lüneburger Heide als Eigentümer der Halle erlaubte dem VfL, in der Halle mit Harz zu trainieren, doch der ansässige Handball-Verein MTV Müden untersagte es den Wolfsburgerinnen. „Das war bescheiden für uns. Wir hätten die Halle zum Abschluss wieder gereinigt und auch für die Reinigungsmittel gezahlt, doch Müden ließ sich nicht umstimmen“, so Bült. Auch Trainingsspiele gegen andere Mannschaften hätte Bült gern absolviert, doch entweder waren andere Mannschaften für das Wochenende schon verplant oder sie waren selbst noch nicht in die Vorbereitung gestartet. So fand zwischen den 18 VfLerinnen am Sonntag ein internes Abschlussspiel statt, welches in der Verletzung von Fanslau einen bitteren Abschluss fand.