13. Januar 2021 / 17:43 Uhr

Handball-Drittligisten erleichtert: Es geht weiter

Handball-Drittligisten erleichtert: Es geht weiter

Stefan Ehlers und Niklas Kunkel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Handballer des HC Empor Rostock, hier trifft Janos Steidtmann im Testspiel gegen den Stralsunder HV, streben den Aufstieg in die 2. Liga an.
Die Handballer des HC Empor Rostock, hier trifft Janos Steidtmann im Testspiel gegen den Stralsunder HV, streben den Aufstieg in die 2. Liga an. © Sebastian Heger
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Es wird Aufsteiger geben, aber keine Absteiger – ­darüber herrscht Einigkeit zwischen dem Deutschen Handballbund und den 72 Männer-Drittligisten. Der HC Empor Rostock nimmt Kurs auf die 2. Liga. Die Mecklenburger Stiere erwägen Teilnahme an Aufstiegsrunde. Der Stralsunder HV hat Klassenverbleib sicher.

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Erleichterung, Zuversicht, aber noch viele offene Fragen. Die Drittligisten aus Mecklenburg-Vorpommern haben durchweg positiv auf die Signale aus den Führungsgremien des Deutschen Handballbundes (DHB) reagiert. Es wird Aufsteiger geben, aber keine Absteiger – ­darüber herrscht Einigkeit zwischen DHB und den 72 Männer-Drittligisten.

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Stefan Güter (44), der neue Geschäftsführer des HC Empor Rostock, findet es „löblich, dass überhaupt eine Lösung gefunden wurde“. Norbert Henke, Trainer und Sportlicher Leiter der Mecklenburger Stiere, verspürte „pure Erleichterung, dass die Saison nicht abgebrochen ist.“ Und auch Markus Dau, Geschäftsführer des Stralsunder HV, war zufrieden: „Es ist schön, dass wir die Gewissheit haben, dass wir auch in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen können.“

Alle Vereine, die in die 2. Liga aufsteigen wollen, müssen ihre Meldung bis zum 15. März abgeben. „Wir werden den Aufstieg in Angriff nehmen“, kündigt Stefan Güter an. Neben Spitzenreiter Empor könnten auch die Ligakonkurrenten Eintracht Hildesheim, der VfL Potsdam und Schwerin für die Aufstiegsrunde melden. HCE-Coach Till Wiechers rechnet mit insgesamt zehn bis 14 Teams, die das Abenteuer 2. Liga in Angriff nehmen.

Die Aufstiegsrunde soll im April und Mai ausgetragen werden – nach Möglichkeit mit Hin- und Rückspielen. Alternativ wäre ein Play-off-Modus (best of three) denkbar. „Das wäre richtig geil, eine ganz neue Erfahrung für den Handball“, frohlockt Till Wiechers.

Die Mannschaften, die im Aufstiegsrennen scheitern, nehmen am DHB-Pokal teil. Vereine, die ebenfalls am Cup-Wettbewerb teilnehmen wollen, sowie die Bundesliga-Reserve-Teams können bis zum 15. März melden. Der Pokal wird in regionalen Runden ausgespielt.

Ob der Stralsunder HV am Pokal-Geschehen teilnehmen wird, ließ Markus Dau offen: „Ich werde das mit den Gesellschaftern besprechen, weil ich die Entscheidung nicht alleine treffen möchte. Wir müssen einfach gucken, ob der Wettbewerb ohne große Erfolgsaussichten für uns sinnvoll ist oder nur ein neuer Kostenfaktor.“

Sportliche Absteiger gibt es nicht. „Wir haben gemischte Gefühle“, sagt SHV-Kapitän Martin Brandt. „Zum einen hätten wir natürlich gerne weitergespielt, aber so können wir die nächste Saison mit der ganzen Mannschaft starten – wir hatten zuletzt einfach zu wenige Spieler“, meint der 31-Jährige, der mit einem Achillessehnenriss außer Gefecht ist. „Für mich persönlich passt das natürlich perfekt. Ich verpasse nur wenige Spiele und habe jetzt keinen Druck, möglichst schnell wieder fit werden zu müssen“, sagt Brandt, der im April wieder ins Training einsteigen will.

­Voraussetzungen für einen Neustart sind ein flächendeckendes Training, eine mindestens dreiwöchige Vorbereitungszeit und Corona-Schnelltests, die am Spieltag erfolgen sollen. Bei vier und mehr positiven Ergebnissen wird die Partie abgesagt.

Gute Nachrichten gibt es auch für die Oberligisten. Zwölf Mannschaften steigen auf. Die neue Spielzeit in der 3. Liga soll am ersten August-Wochenende starten. Es werden möglichst kleine Staffeln mit maximal zehn Mannschaften gebildet. Spätestens zur Saison 2023/24 soll die 3. Liga auf 64 Mannschaften reduziert werden.

Doch bei allem Optimismus: Es blieben auch viele Fragen unbeantwortet. Dürfen die seit Anfang November pausierenden Vereine vor dem scharfen Start Testspiele bestreiten? Können positiv getestete Spieler die Rückreise im Mannschaftsbus antreten? Was passiert, wenn es beide Torhüter erwischt?

„Da ist viel Lotterie dabei“, meint Till Wiechers und kommt zu dem Schluss: „Es ist alles herausfordernd und schwierig zu planen.“

Ähnlich wie bei den Herren ist die Situation bei den Damen. Es soll eine Aufstiegsrunde geben. „Für ­alle anderen Teams gibt es einen ­Liga-Cup. Die Teilnahme ist freiwillig“, sagte Olaf Meyer, Vorstandsvorsitzender des Rostocker HC.

Für welchen Wettbewerb die Dolphins melden, ist noch unklar. „Das werden wir nächste Woche im Vorstand besprechen“, kündigt Olaf Meyer an.

In jedem Fall positiv: Auch bei den Frauen gibt es keine Absteiger – der Aufsteiger RHC hat damit sein Saisonziel bereits erreicht. „Dadurch ist erst mal der Druck weg“, meinte Trainerin Ute Lemmel.