22. April 2020 / 20:38 Uhr

Nach Saison-Aus im Handball: So ist der Stand in den Ligen im Eishockey, Volleyball und Basketball

Nach Saison-Aus im Handball: So ist der Stand in den Ligen im Eishockey, Volleyball und Basketball

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der <b>SPORT</b>BUZZER gibt einen Überblick, wie HBL, DEL, VBL und BBL mit der Corona-Krise umgehen.
Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick, wie HBL, DEL, VBL und BBL mit der Corona-Krise umgehen. © Getty Images/imago images/Eibner(2)/HBM-Media (Montage)
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Erst Eishockey, dann Volleyball, seit Dienstag auch Handball: Die Spielzeiten in den großen deutschen Teamsport-Ligen abseits des Fußballs sind nahezu komplett beendet. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Es war keine große Überraschung mehr, als die Handball-Bundesliga (HBL) am Dienstag verkündete, die unterbrochene Saison aufgrund der Corona-Pandemie abzubrechen. Doch der Weg, den die HBL wählte, sorgte für ein Novum. Noch nie ist ein Team nach ausgetüfteltem Rechenspiel, mittels sogenannter Quotientenregel, zum Meister gekürt worden. Doch weil mehr als die erforderliche Dreiviertelmehrheit der 36 Klubs von 1. und 2. Liga für einen Abbruch stimmte, sicherte sich der THW Kiel den ungewöhnlichsten der nun 21 Titel der Vereinsgeschichte.

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Die große Meisterfeier fiel natürlich aus. Am Mittwoch herrschte auf dem Kieler Rathausbalkon nichts als Leere. Die THW-Profis feierten gemeinsam mit Trainer Filip Jicha virtuell, prosteten sich in einer Videokonferenz zu. „Es war schon ein komisches Gefühl“, sagte Kreisläufer Hendrik Pekeler.

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Die kommende Saison wird dann mit 20 Mannschaften gespielt: Der HSC 2000 Coburg und Tusem Essen steigen aus der 2. Liga auf, Absteiger gibt es keine. Im September soll es weitergehenob mit oder ohne Fans, ist schwer abzusehen.

Bis zum 31. August sind Großveranstaltungen untersagt. Dies betrifft auch die weiteren großen deutschen Ligen im Basketball, Eishockey und Volleyball. Die Liga-Geschäftsführer von BBL, DEL und VBL haben mit dem SPORTBUZZER über ihre Situation gesprochen.

So planen BBL, DEL und VBL ihre Zukunft

Basketball: Wie in der Fußball-Bundesliga ist auch in der Basketball-Bundesliga (BBL) der Spielbetrieb bis zum 30. April unterbrochen. „Um den Fortbestand der Vereine zu sichern, weil wir über ausstehende Medien- und Sponsoringeinnahmen sprechen, soll die Spielzeit weitergehen – idealerweise beenden wir die Hauptrunde, vielleicht an drei ausgewählten Spots, und spielen noch eine Form von Play-offs“, verdeutlicht BBL-Boss Stefan Holz (52). Je ein Standort im Norden, Westen und Süden ist im Gespräch. Der Blick geht überdies schon in Richtung nächste Saison. Weil die Krise die Vereine vor finanzielle Probleme stellt, könnten sogar der Mindestetat (3 Millionen Euro) und das geforderte Eigenkapital (mindestens 250 000 Euro) kurzfristig zur Debatte stehen. Die Einführung dieser beiden Bedingungen „waren fundamentale Schritte für die Weiterentwicklung der BBL“, betont Holz. Doch die Krise erfordert Maßnahmen – „wir stecken in einem Zwiespalt, den wir noch auflösen müssen“.

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Eishockey: Schon am 10. März entschied die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die Saison abzubrechen. „Bei uns war die Hauptrunde gerade beendet, das war Glück im Unglück“, sagt DEL-Boss Gernot Tripcke (52). Die ausstehenden Play-offs fielen ersatzlos aus. „Geisterspiele sind gerade im Eishockey aus wirtschaftlicher Sicht besonders schwer darstellbar“, erklärt Tripcke. Die Folgen sind ohnehin erheblich. Tripcke: „Wir rechnen mit einem Ausfall von 15 bis 20 Millionen Euro für den Ligaverband.“ Anders als die BBL will die DEL, die in den Planungen für die kommende Saison steckt, bei der Lizenzierung „nicht nachsichtiger sein, weil das am Ende keinem nützt.“ Wenn dann wieder Fans erlaubt sind, setzt Tripcke auf einen positiven Effekt der Pause. „Wir hoffen darauf, dass die Zuschauer nach der Krise umso mehr Lust auf Livesport haben.“

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Volleyball: Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hat wie die DEL die Saison ohne Wertung abgebrochen. Für die Zukunft sieht es aber düster aus: Rottenburg zieht sich zurück, dem ohnehin insolventen Klub aus Eltmann hat die VBL die Lizenz entzogen, auch die Alpenvolleys verabschieden sich. Von zwölf Teams bleiben neun, die Nachwuchsmannschaft VCO Berlin rückt turnusgemäß wieder in die 1. Liga auf. VBL-Chef Klaus-Peter Jung (64): „Sicher kann man sich nicht sein. Aber es gibt bislang von keinem weiteren Verein das Anzeichen, dass er in der nächsten Saison nicht mehr dabei ist. Daher gehen wir davon aus, die Bundesliga mit zehn Klubs zu spielen.“