13. Januar 2020 / 21:25 Uhr

DHB-Coach Prokop nach Einzug in EM-Hauptrunde erleichtert: "Wichtig ist nur, dass wir weiter sind"

DHB-Coach Prokop nach Einzug in EM-Hauptrunde erleichtert: "Wichtig ist nur, dass wir weiter sind"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Christian Prokop ist froh, dass seine Mannschaft sich in die EM-Hauptrunde gezittert hat und weist auf die vielen Fehler im Spiel hin.
Bundestrainer Christian Prokop ist froh, dass seine Mannschaft sich in die EM-Hauptrunde gezittert hat und weist auf die vielen Fehler im Spiel hin. © imago images/Bildbyran
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Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Handball-EM nur mit Mühe in die Hauptrunde eingezogen. Bundestrainer Christian Prokop will nach dem Zitter-Sieg gegen Lettland die Fehler aufarbeiten und hofft auf eine Steigerung seines Teams. Die Spieler um Kapitän Uwe Gensheimer gaben sich nach Abpfiff selbstkritisch.

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Bundestrainer Christian Prokop konnte sich nach dem glanzlosen Einzug der deutschen Handballer in die EM-Hauptrunde nicht einmal ein zartes Lächeln abringen. Mit versteinerter Miene verfolgte er nach dem 28:27 (16:11)-Zittersieg im Gruppenfinale gegen Lettland, mit dem der WM-Vierte das drohende Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft mühevoll abwendete, den verhaltenen Jubel seiner Schützlinge.

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"Hauptsache, wir haben gewonnen. Wichtig ist nur, dass wir weiter sind. Das war heute der Auftrag", sagte Prokop über die am Ende dürftige Vorstellung des DHB-Teams. In dem wusste lediglich der gut aufgelegte Julius Kühn am Montag vor 3540 Zuschauern in Trondheim mit acht Toren zu überzeugen. Große Freude kam aber auch beim Rückraumschützen von der MT Melsungen nicht auf: "Wir müssen ehrlich zu uns sein und die Fehler aufarbeiten."

Kapitän Uwe Gensheimer war nach der schwachen Leistung gegen die Letten enttäuscht. Man habe gesehen, "dass es hier noch nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben. Deswegen tut es uns vielleicht ganz gut, wenn wir nicht ganz so weit nach vorne schauen", sagte der 33-Jährige. Auf die Nachfrage eines Journalisten, wie weit die DHB-Auswahl die Ansprüche zurückschrauben solle, sagte Gensheimer lediglich: "Runter."

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Reichmann: "Wir müssen uns in vielen Bereichen steigern"

Nach der 26:33-Pleite gegen Titelverteidiger Spanien geht das Prokop-Team dennoch mit 0:2 Punkten in die Hauptrunde, wo es zum Auftakt am Donnerstag in Wien zum Duell mit Weißrussland kommt. "Das wollen wir erfolgreich bestreiten", sagte der Bundestrainer.

Zwei Tage später steht gegen Kroatien das nächste Schlüsselspiel im Kampf um den Einzug ins Halbfinale an. Die anderen beiden Hauptrundengegner werden erst am Dienstag ermittelt. "Wir müssen uns in vielen Bereichen steigern, selbstsicherer werden", forderte Rechtsaußen Tobias Reichmann.

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Trainer Christian Prokop hat sich auf 16 DHB-Spieler festgelegt, mit denen er in die Handball-EM 2020 starten wird. Der SPORTBUZZER stellt die Mannschaft vor. ©

Das gilt in erster Linie für die Torhüter, die auch gegen Lettland kein Faktor waren. Erstmals im Turnierverlauf begann Deutschland zwischen den Pfosten mit dem 37-jährigen Oldie Johannes Bitter, der schon 2007 beim WM-Triumph dabei war. Der Stuttgarter parierte in der ersten Halbzeit zwar einen wichtigen Siebenmeter, fand aber erneut nicht zur erhofften Topform. "Ich habe es nicht geschafft, die Situation wegzuschieben", räumte Bitter im ZDF ein.

Prokop kritisiert Torwart-Leistung

Auch Andreas Wolff war in der engen Schlussphase nicht der erhoffte Rückhalt. "In der zweiten Halbzeit haben wir nicht viel Hilfe von den Torleuten bekommen", stellte Prokop fest. Dabei schien die Partie nach einigen Anlaufschwierigkeiten beim 24:17 (43.) bereits entschieden.

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Doch die Letten, die zuvor jeweils deutlich gegen Spanien und die Niederlande verloren hatten, brachten das DHB-Team noch einmal ins Schwitzen. Eine Tatsache, die laut Rückraum-Spieler Julius Kühn Thema in der Halbzeit gewesen ist. "Wir haben gerade in der Halbzeit besprochen, dass wir nicht sagen dürfen: 'Wir sind hier durch und die Letten haben sich aufgegeben.'", gab er nach dem Spiel zu.

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Wie schon in den Spielen zuvor leistete sich der WM-Vierte etliche leichte Fehler im Angriff. Zudem stand die Deckung nicht mehr stabil, was den Vorsprung zehn Minuten vor Schluss beim 25:22 auf drei Tore schmelzen ließ. "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, weil es noch einmal richtig eng wurde", gestand Prokop. "Ich bin trotzdem sehr zufrieden, dass wir dieses psychologisch schwierige Spiel gewonnen haben. Ich hoffe, dass wir uns jetzt peu a peu steigern."