25. Januar 2022 / 19:39 Uhr

Versöhnlicher Abschluss: Deutsche Handballer beenden Chaos-EM mit Sieg gegen Russland

Versöhnlicher Abschluss: Deutsche Handballer beenden Chaos-EM mit Sieg gegen Russland

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Deutschlands Rückraumspieler Paul Drux (l.) beim Wurfversuch gegen Russlands Aleksandr Ermakov.
Deutschlands Rückraumspieler Paul Drux (l.) beim Wurfversuch gegen Russlands Aleksandr Ermakov. © IMAGO/GEPA pictures
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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das sportlich nicht mehr relevante, letzte Spiel der Hauptrunde bei der EM gegen Russland knapp mit 30:29 gewonnen. Damit verabschiedet sich das DHB-Mit einem Erfolgserlebnis von einem denkwürdigen Turnier.

Deutschlands schwer dezimierte Handballer verlassen die vom Corona-Chaos geprägte Europameisterschaft mit einem Erfolgserlebnis. Dank einer kämpferisch starken Leistung setzte sich die auf 13 Spieler zusammengeschrumpfte DHB-Auswahl am Dienstagabend mit 30:29 (16:12) gegen Russland durch. Kapitän Johannes Golla, Tobias Reichmann und Patrick Zieker waren in Bratislava mit je fünf Toren bester Werfer der deutschen Mannschaft, die schon vor der Partie keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale des Turniers in der Slowakei und Ungarn gehabt hatte. Stattdessen tritt Bundestrainer Alfred Gislason mit seinen verbliebenen Schützlingen nun am Mittwochmorgen die Heimreise per Charterflug in Richtung Frankfurt an.

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Etliche seiner Akteure hatten schon vorher das Teamhotel in der slowakischen Hauptstadt verlassen. Für das abschließende Turnierspiel war der ohnehin schon dezimierte Kader der DHB-Auswahl nochmals kleiner geworden. 16 Spieler darf Bundestrainer Alfred Gislason bei den EM-Spielen eigentlich in sein Aufgebot berufen, immerhin 14 waren diesmal eingeplant - doch dann verzichtete der Isländer kurzfristig auch noch auf Hendrik Wagner. Der Rückraumspieler hatte nach seiner Corona-Infektion und mehrtägiger Quarantäne am vergangenen Sonntag gegen Schweden zwar sein Turnier-Debüt gegeben, nach wenigen Minuten aber über Atemprobleme geklagt.

So standen diesmal nur 13 Akteure im deutschen Kader, so wenige wie nie zuvor bei dieser kuriosen EM. Nicht mal eine richtige Abwehr konnte Gislason aufbieten, weil nach den positiven Corona-Tests von Patrick Wiencek und Simon Ernst nur noch Golla als Defensivspezialist übrig geblieben war. Dennoch erwischte die DHB-Auswahl einen guten Start ins Spiel, was auch am starken Torhüter Daniel Rebmann lag. Der nachnominierte Turnier-Debütant von Frisch Auf Göppingen durfte erstmals bei der EM von Beginn an ran und überzeugte mit zahlreichen Paraden. Deutschland lag schnell mit vier Toren in Front.

Aber wer kann Gislasons Mannschaft die anschließenden Fehler verdenken? Vom ursprünglichen Kader, mit dem der Isländer die Reise zur EM angetreten hatte, sind nur Julian Köster, Philipp Weber, Lukas Zerbe und Golla vom Virus verschont geblieben - insgesamt 15 Spieler hatte es dagegen erwischt. Auch deshalb fehlte es der DHB-Auswahl an Automatismen. Anstatt die Führung zu verwalten, unterliefen im Angriff immer wieder Fehler. Vor allem Weber fiel durch zahlreiche Fehlwürfe auf, auch andere erfahrene Akteure wie Tobias Reichmann oder Fabian Wiede vergaben teils beste Chancen. Aber Gislason blieb am Seitenrand diesmal gelassen.

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Anstatt an den Defiziten seiner Mannschaft zu verzweifeln, übte sich der 62-Jährige in seinen Auszeiten in Geduld. Was hätte er auch fordern sollen? Wegen des chronischen Mangels an Abwehrspielern musste unter anderem der 21-jährige Köster vom Zweitligisten VfL Gummersbach im Deckungszentrum aushelfen, in der Offensive fehlte es irgendwann an der Ausdauer. Dennoch reichte es am Ende zum Erfolg. Per Kempa-Trick erzielte Zieker den Siegtreffer.

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