21. Januar 2020 / 13:10 Uhr

Handball-EM: Österreich-Schreck Johannes Bitter ist heiß auf Olympia - "Das reizt mich schon sehr"

Handball-EM: Österreich-Schreck Johannes Bitter ist heiß auf Olympia - "Das reizt mich schon sehr"

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Gegen Österreich hat DHB-Keeper eine starke Vorstellung gezeigt.
Gegen Österreich hat DHB-Keeper eine starke Vorstellung gezeigt. © imago images/Agentur 54 Grad
Anzeige

Johannes Bitter hat Österreich mit seinen Paraden bei der Handball-EM zur Verzweiflung gebracht. Der Routinier zeigte beim 34:22-Sieg des DHB-Teams in der Hauptrunde gegen den Co-Gastgeber eine ganz starke Leistung. Auch bei den Olympischen Spielen im Sommer will der Torwart-Riese mit dabei sein.

Anzeige

Ein guter Torwart ist die halbe Miete, heißt es im Handball. Beim Sieg gegen Österreich (34:22) war es mehr als das. 15 Paraden in 45 Minuten – das hatte Johannes Bitter am Ende in seiner Statistik stehen. 54 Prozent der Bälle, die auf sein Tor gekommen waren, hatte der Torwart-Riese abgewehrt. Schon 50 Prozent verdienen sich das Prädikat Weltklasse. Bitter wurde so auch zurecht als "Man of the Match" geehrt, von den Fans minutenlang mit "Jogi, Jogi"-Rufen gefeiert.

Anzeige

Diese Ovationen gab es für einen einzelnen Spieler in diesen EM-Tagen noch nie. Im Leben eines Sportlers ist das mit 37 Jahren schon außergewöhnlich. "Es ist in der Nationalmannschaft mein schönster Moment", gestand Bitter, und schob mit einem breiten Grinsen ein "in diesem Jahrzehnt" und "bisher" noch hinterher. Denn weitere schöne Momente sollen folgen. Nicht nur bei der EM. Denn da ist auch noch Olympia, sind die Sommerspiele in Tokio. "Das Ziel reizt mich schon sehr", bekennt Bitter. Im April will das deutsche Team dafür das Ticket lösen.

Mehr zur Handball-EM

Mit 19 Jahren begann Bitters Karriere im DHB-Team

Johannes Bitter ist wie guter Wein. Je älter desto besser. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn da ist noch die WM 2007, das Finale von Köln, als Bitter für den verletzten Henning Fritz ins Tor kommt, Bälle hält und Deutschland Weltmeister wird. Das ist jetzt 13 Jahre her. Mit 19 begann seine Karriere in der Nationalmannschaft. Da stand er noch in Wilhelmshaven im Kasten. 2011 hatte er nach dem enttäuschenden WM-Platz elf eine Auszeit im Nationaltrikot genommen. Seine drei Söhne, seine Familie brauchte ihn. Die Belastungen im Nationalteam, im Verein – ihm war alles zu viel geworden. Es wurde eine lange Auszeit, lediglich unterbrochen von einem Länderspiel gegen Norwegen und zwei enttäuschenden Einsätzen in den WM-Playoffs gegen Polen 2014.

Handball-Gehaltsliste: Das verdienen die DHB-Stars in ihren Vereinen

Johannes Bitter: Der Keeper ist der Topverdiener beim TVB Stuttgart, erhält rund 36.000 Euro im Monat. Zur Galerie
Johannes Bitter: Der Keeper ist der Topverdiener beim TVB Stuttgart, erhält rund 36.000 Euro im Monat. ©

Die positive Art von Bitter steckt an

Jetzt ist er zurück. Bundestrainer Christian Prokop hat sich für den Stuttgarter und gegen den Berliner Silvio Heinevetter und den aufstrebenden Kieler Dario Quenstedt entschieden. "Ich erwarte viel von Johannes Bitter. Er hat sportlich über einen langen Zeitraum überzeugt, kann eine Mannschaft führen und pushen", hatte Prokop seine Wahl begründet und sieht sich nun bestätigt. Es sind nicht nur seine Paraden. Es ist nicht nur die klare, feste Stimme mit der der Torwart-Riese vor den Journalisten spricht. Sie hat auch Gewicht, wenn er vor der Mannschaft steht. Es ist Bitters positive Ausstrahlung insgesamt, die ansteckt. "Es fühlt sich gut an. Jeder sieht, dass ich Spaß habe, das Team und die Fans mitreißen kann". Es kribbelt bei Johannes Bitter wieder. Erst recht mit der Aussicht auf Olympia im Sommer.