17. Januar 2020 / 15:16 Uhr

Eine EM zum Vergessen – besonders für Hannovers Superstar Olsen

Eine EM zum Vergessen – besonders für Hannovers Superstar Olsen

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Morten Olsen beim Spiel zwischen Island und Ungarn an.
Morten Olsen beim Spiel zwischen Island und Ungarn an. © imago images/Ritzau Scanpix
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Mit versteinerter Miene und über den Kopf gezogener Kapuze verfolgte Recke Morten Olsen den Einbruch der Isländer gegen Ungarn in der Halle von Malmö. Entsetzen machte sich breit unter den tausenden Fans des Topfavoriten Dänemark – und auch bei den Spielern.

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Schon in der Gruppenphase war für Topfavoriten Dänemark und Morten Olsen von der TSV Hannover-Burgdorf Schluss. Weil Ungarn nach einer starken zweiten Halbzeit gegen Island gewann, wurde das eigene EM-Vorrundenspiel im Anschluss gegen Russland unbedeutend. Der Weltmeister und Olympiasieger war sensationell raus.

Olsens Zeit sollte noch kommen

Der 35-Jährige gehörte immer fest zum Stamm, wurde aber erst nach der Startpleite gegen Island zum zweiten Spiel gegen Ungarn nachnominiert von Trainer Nikolaj Jacobsen. Es war klar, Olsens Zeit sollte noch kommen – in den wichtigen Spielen, wenn es um den Titel geht. Doch der Plan ging nach hinten los. Die bittere Bilanz des Spielmachers: nur rund fünf Minuten Spielzeit beim Remis gegen Ungarn, kein Tor. Im bedeutungslosen Spiel gegen Russland setzte ihn Jacobsen gar nicht mehr ein. Gut für Olsen und Hannover – so konnte sich der Däne wenigstens nicht mehr verletzen und weiter seine angeknacksten Finger der rechten Wurfhand schonen.

Recken-Sportchef Chris­topher­sen: „Das war so nicht zu erwarten"

Gestern verließ Olsen mit der Nationalmannschaft das Hotel der Dänen und düste in die Heimat für ein paar Tage Urlaub mit und bei der Familie. Zeit, den Frust und den Schock über das frühe Aus zu verarbeiten. Bei der TSV Hannover-Burgdorf wird er im Laufe der kommenden Woche zurückerwartet. Olsen steht mit Trainer Carlos Ortega in engem Kontakt.

„Es ist natürlich eine große Überraschung, dass den Dänen das als zweites Team neben den Franzosen passiert ist“, sagt Recken-Sportchef Sven-Sören Chris­topher­sen über das Scheitern der Skandinavier. „Das war so nicht zu erwarten. Für mich gehörten die Dänen zu den Topfavoriten.“

Die Bilder vom Trainingsauftakt der Recken

Die Bilder vom Trainingsauftakt der Recken. Zur Galerie
Die Bilder vom Trainingsauftakt der Recken. ©

Ivan Martinovic erfolgreich operiert

Christophersen gönnt keinem seiner Spieler ein frühes Aus. „Turniere ermöglichen in der Regel einen Motivationsschub, den die Spieler in den Verein mitbringen. Wichtig ist, dass sie verletzungsfrei bleiben und zurückkommen“, sagt Christophersen. Negativbeispiel: Ivan Martinovic. Für den Recken war die EM schon vorbei, bevor sie begonnen hatte. Der Kroate hatte sich am 6. Januar im Training den linken Mittelfuß gebrochen. Er wurde gestern erfolgreich in Hildesheim von Mellany Galla operiert. Die Fußspezialistin aus Hannover setzte Martinovic eine Schraube in den angeknacksten Knochen. Wie lange der Linkshänder genau ausfällt, ist ungewiss, mindestens aber wohl bis Ende März.

Chrisophersen: „Letztes halbes Jahr noch einmal voll reinhängen"

Für Olsen hofft Chris­topher­sen, „dass er jetzt den Kopf freibekommt und sich dann darauf freut, zu uns zurückzukommen und sich für sein letztes halbes Jahr noch einmal voll reinzuhängen“.

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Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©

Vier weitere Recken haben noch Chancen bei der EM

Christophersen selbst bleibt weiter beim Turnier als ZDF-Experte. Vier weitere Recken haben noch Chancen, bei der EM eine tragende Rolle zu spielen und weit zu kommen: der nachnominierte Kreisläufer Ilija Brozovic mit Kroatien, Timo Kastening und Fabian Böhm mit Deutschland und Nejc Cehte mit den überraschend starken Slowenen.