10. Januar 2022 / 16:25 Uhr

Handball-EM: Talente aus der Region Göttingen über die Chancen des deutschen Teams

Handball-EM: Talente aus der Region Göttingen über die Chancen des deutschen Teams

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Alfred Gislason und die DHB-Auswahl rechnen sich nach dem Testspielerfolg gegen Frankreich bei der EM einiges aus.
Alfred Gislason und die DHB-Auswahl rechnen sich nach dem Testspielerfolg gegen Frankreich bei der EM einiges aus. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
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Wie schneidet die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in der Slowakei und in Ungarn ab? Talente aus der Region Göttingen drücken der DHB-Auswahl die Daumen – und sind davon überzeugt, dass sie zumindest die Hauptrunde erreicht.

Bundestrainer Alfred Gíslason hat für die Handball-EM in der Slowakei und in Ungarn (13. bis 30. Januar) neun Turnier-Debütanten in den deutschen Kader berufen. Damit reagierte der Isländer auf die vielen Absagen in den vergangenen Wochen. Verzichten muss die DHB-Auswahl unter anderem auf Juri Knorr – wegen einer fehlenden Coronaimpfung kann das Talent von den Rhein-Neckar-Löwen nicht an dem Turnier teilnehmen. Neben Knorr fehlen auch Paul Drux (Vorsichtsmaßnahme nach Knieverletzung), Fabian Wiede, Patrick Groetzki (beide familiäre Gründe) sowie Hendrik Pekeler (Nationalmannschaftspause). Zudem waren die ehemaligen Leistungsträger Uwe Gensheimer und Steffen Weinhold nach den Olympischen Spielen zurückgetreten.

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In der Vorrunde trifft der zweifache Europameister in Bratislava auf Belarus (14. Januar), Österreich (16. Januar) und Polen (18. Januar). Alle Partien von Deutschland bei der Handball-EM 2022 werden live von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen. Im Tageblatt beziffern heimische Nachwuchstalente aus der Region Göttingen die Chancen der deutschen Nationalmannschaft.

Jonah Andag

Jonah Andag
Jonah Andag © nd

„Mit unserem erfahrenen Trainer Alfred Gíslason und einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern traue ich unserem Team das Erreichen des Halbfinals auf jeden Fall zu“, ist der knapp 14-jährige Jonah Andag aus der C-Jugend der JSG Duderstadt-Landolfshausen überzeugt. Die Vorrundengruppe sei nicht sehr stark besetzt, „sodass wir die Vorrunde bestimmt als Gruppenerster überstehen werden. Die Hauptrunde werden die Deutschen bestimmt auch schaffen. Danach wird es auf die Gegner und die Tagesform ankommen“, sagt der Schüler des Duderstädter Eichsfeld-Gymnasiums, dessen Lieblingsspieler Kapitän Johannes Golla ist. „Mit etwas Glück und einem Lauf können sie aber auch den Titel gewinnen.“

Tom Lutze

Tom Lutze
Tom Lutze © nd

„Ich tippe auf ein Aus in der Hauptrunde, weil die voraussichtlichen Gegner mit Norwegen, Schweden und Spanien einfach sehr stark sind“, meint der 18-jährige Tom Lutze aus dem A-Jugend-Oberligateam des MTV Geismar. Titelverteidiger Spanien holte 2020 den Titel zum zweiten Mal in Folge. Lutzes deutscher Lieblingsspieler ist Linkshänder Timo Kastening, der im erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2022 steht. „Ich finde seinen Spielstil sehr schön, da er beispielsweise viele Bälle abfängt und Gegenstöße läuft.“ Der 18-Jährige, der vor seinem Abitur steht, spielt seit 2014 Handball. Sein Vater, der selbst früher als Spieler und Schiedsrichter aktiv war, hat ihn dazu animiert. Lutze spielt mittlerweile selbst bei den Senioren im Landesligateam des MTV Geismar. Wohin wird ihn sein sportlicher Weg führen? „Einfach weiter Handball spielen und schauen, wie weit es geht“, sagt er.

Julian Wulf

Julian Wulf
Julian Wulf © nd

„In die K.-o.-Runde kommt das Team in jedem Fall. Ab dann wird es schwierig. Man braucht Glück bei der Auslosung. Dennoch traue ich der Mannschaft das Halbfinale zu“, sagt der fast 15-jährige Julian („Juli“) Wulf vom C-Jugend-Oberligisten Tuspo Weende. Der 1,90 Meter große Torjäger mit 90 Treffern in bisher neun Spielen der laufenden Saison will eines Tages seinen Traum realisieren: „Ich würde gerne einmal in der Bundesliga spielen.“ In der fünften Klasse hat der Schüler des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums die ersten Weichen gestellt: „Fußball hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Somit habe ich mich für den Handball bei Tuspo Weende entschieden.“ Wulf zählte einmal zu den Einlaufkindern bei der TSV Hannover-Burgdorf – und das an der Hand seines Lieblingsspielers Kai Häfner, der zum erweiterten EM-Kader 2022 zählt.

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Tom Wuttke

Tom Wuttke
Tom Wuttke © nd

„Deutschland erreicht die Hauptrunde“, glaubt der 15-jährige Tom Wuttke, der seit 2018 beim MTV Rosdorf spielt und dort derzeit mit der B-Jugend in der Landesliga auf Torjagd geht. Der Sohn des Duderstädter Oberligatrainers Marcus Wuttke, der die Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen besucht, will später „mindestens Oberliga spielen“. Doch zunächst einmal drückt er der deutschen Mannschaft die Daumen und freut sich auf die Fernsehübertragung der EM 2022.