29. Juli 2020 / 07:52 Uhr

Problem-Klubs: Kind hilft Burgwedel nach Insolvenz - Vinnhorst noch immer ohne Trainer

Problem-Klubs: Kind hilft Burgwedel nach Insolvenz - Vinnhorst noch immer ohne Trainer

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Boss Martin Kind (oben links) hilft Großburgwedel in der Krise. Benjamin Chatton (oben rechts) ist der Wunsch-Beraterkandidat in Vinnhorst. 
96-Boss Martin Kind (oben links) hilft Großburgwedel in der Krise. Benjamin Chatton (oben rechts) ist der Wunsch-Beraterkandidat in Vinnhorst.  © Plümer/Kinsey/Dröse
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Handball Hannover-Burgwedel kämpft nach der Insolvenz darum, dass es weitergeht - doch ohne die Unterstützung von 96-Boss Martin Kind geht es nicht. Derweil ist der TuS Vinnhorst weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Trainer, der das Team in die 2. Liga führen soll. 

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Die Insolvenz der Spielbetriebs GmbH von Handball Hannover-Burgwedel ist ein Schock für die Spieler des Drittligisten gewesen. Viele erfuhren die Nachricht aus der Zeitung. „Ich bin echt traurig, zumal wir hier vor dem Saisonabbruch mit unserer Aufholjagd etwas aufgebaut haben”, sagt Spielertrainer Marius Kastening. Deshalb kämpft die Mannschaft dafür, dass es weitergeht. Doch selbst wenn die Spieler nur noch für eine Aufwandsentschädigung spielen sollten – ohne die Unterstützung von Martin Kind geht es nicht.

"Die Verantwortlichen müssen jetzt die Analyse machen und ein Konzept für die Zukunft erstellen, das nachhaltig ist."

„Ich habe eine lokale Verbundenheit und das gerne getan. Ich bin da im Moment sehr defensiv“, sagt der 96-Boss, der in Großburgwedel beheimatet ist. Allein die Spieltagskosten und Beiträge zur Berufsgenossenschaft bewegen sich im mittleren fünfstelligen Bereich. „Die Verantwortlichen müssen jetzt die Analyse machen und ein Konzept für die Zukunft erstellen, das nachhaltig ist“, sagt Kind. Das Problem des Klubs: Das Interesse der Zuschauer ist seit Jahren mäßig. Und eine Jugendarbeit gibt es nicht.

Die Uhr tickt gegen den HHB, denn das Interesse von anderen Vereinen ist groß. Unter anderem hat Eintracht Hildesheim seine Fühler nach Torjäger Maurice Dräger ausgestreckt. „Im Moment sind wir aber erster Ansprechpartner”, betont Kastening. Doch wie lange hält der Schulterschluss der Mannschaft?

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nordost zwischen Handball Hannover-Burgwedel und dem TuS Vinnhorst

Der Burgwedeler Lennart Koch hat freie Bahn zum Tor der Vinnhorster. Zur Galerie
Der Burgwedeler Lennart Koch hat freie Bahn zum Tor der Vinnhorster. ©

Wer wird neuer Trainer in Vinnhorst?

Viele offene Fragen gibt es auch beim TuS Vinnhorst. Die wichtigste lautet: Wer wird neuer Trainer? Die Liste der Absagen wird immer länger. Neben dem früheren Recken-Coach Christopher Nordmeyer und Ex-Bundestrainer Christian Prokop hat auch Christian Pöhler, bis vor Jahresfrist in Diensten des HC Elbflorenz, kein Interesse. Zuletzt gab Niels Pfannenschmidt, der nach vielen Jahren beim TBV Lemgo Zweitligist ASV Hamm und zuletzt Eintracht Hagen trainierte, dem TuS einen Korb. Die Schwierigkeit bei der Suche: Der Verein will einen Profitrainer, der die Mannschaft in die 2. Liga führen soll. Dazu gehören entsprechende Strukturen und Trainingsumfänge, doch mehr als vier Einheiten in der Woche sind für die meisten Spieler nicht möglich.

Obendrein inszenierte Mäzen Martin Weiß mit seinen Eskapaden zuletzt bestes Sommertheater. Die Mannschaft („wir wissen ja, wie Martin ist”) schiebt das aber noch an die Seite und konzentriert sich auf das Training. „Ich würde mich freuen, wenn bald wieder der Handball im Mittelpunkt steht“, sagt der Sportliche Leiter Nei Cruz Portela, den Weiß im Mai schon abserviert hatte. Noch hat der 58-Jährige, der seit der vergangenen Woche übergangsweise auch das Training leitet, seinen neuen Vertrag nicht unterschrieben, das ist aber nur Formsache. Auch Verstärkungen für den durch die Abgänge von Torhüter Patrick Anders, Sebastian Beyer, Tim Kirchmann, David Sauß, Jonas Borgmann und Kai Lemke ausgedünnten Kader gibt es noch nicht. „Wir werden gute Lösungen finden“, verspricht Portela.

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Weiß hat genaue Vorstellungen

Wenn es nach Martin Weiß geht, sollen Gerald Oberbeck, der frühere Macher von Eintracht Hildesheim, und Ex-Recken-Manager Benjamin Chatton dabei in beratender Funktion helfen. Dass es zu einer intensiven Zusammenarbeit kommt, ist aber zu bezweifeln.