25. Juni 2020 / 18:44 Uhr

Handball: Warum eine Landesauswahl das Trikot des HSC Ehmen trägt

Handball: Warum eine Landesauswahl das Trikot des HSC Ehmen trägt

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Talentschmiede HSC: Ehmen stellt sieben Handballerinnen, die in HVN-Auswahlen spielen.
Talentschmiede HSC: Ehmen stellt sieben Handballerinnen, die in HVN-Auswahlen spielen. © Privat
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Heimlich, still und leise hat sich der HSC Ehmen zu einer Top-Adresse für den heimischen Handball-Nachwuchs entwickelt. Der Klub hat zahlreiche Auswahlspielerinnen unterm Wasserturm versammelt, hofft in der kommenden Saison auf zwei Mädchen-Teams in der Oberliga und in der Folge auf eine erfolgreiche Zukunft des Frauen-Teams.

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Kooperation mit Edemissen

Der HSC Ehmen ist zur Talentschmiede geworden. Mit Paula Geffers (B-Juniorinnen) Frida Brauer, Fiona Temme, Kaya Homann, Anna Leonberger, Liv Greger und Janice Schindler (alle C-Juniorinnen) hat der Klub zahlreiche Nachwuchs-Asse unter seinem Dach vereint. Alle Sieben spielen in der Auswahl des niedersächsischen Handball-Verbandes. Ein Großteil kommt direkt aus Ehmen, dazu gesellen sich Spielerinnen des Kooperationspartners HSG Nord Edemissen.

"Wir führen die Talente der Region bei uns zusammen", berichtet HSC-Jugendwartin Kerstin Geffers. Denn bis zur Kooperation zwischen Ehmen und Edemissen führte der Weg talentierter Handballerinnen oft nach Hannover. "Wir wollten hier ein Gegengewicht setzen, auch, damit die Mädchen keine langen Fahrten in Kauf nehmen müssen." Unterstützung erhält der HSC von Landes-Jugendtrainer Timm Dietrich. "Er findet es gut, dass wir uns hier etwas aufbauen", sagt Geffers.

HSC stellt die torgefährlichste Spielerin

In der abgelaufenen Saison stand Ehmen bei seiner Premiere in der C-Juniorinnen-Oberliga beim Corona-bedingten Abbruch auf Platz fünf, stellte mit Paula Geffers die torgefährlichste Spielerin der Liga. Im Schnitt traf sie fast zehnmal pro Spiel, mit Liv Greger (knapp fünf Tore pro Partie) gibt's eine weitere Torjägerin in Reihen des HSC.

Der Erfolg der C-Juniorinnen, sorgt dafür, dass dieser Jahrgang in der kommenden Saison in der Vorrunde der Oberliga starten wird. Und: Dank des fünften Platzes hat der HSC für die weibliche B-Jugend das Startrecht in der Landesliga erworben und wird dort die Relegation für die Oberliga spielen.

Mehr heimsicher Sport

Ein Name ist mit der jüngsten Erfolgsgeschichte eng verknüpft: Gundolf Deterding, der die C-Juniorinnen schon in die Oberliga führte. "Durch seine langjährige Erfahrung im Damen- und Jugendbereich, vor allem auf Leistungsebene, wird er uns auch bei den nächsten Entwicklungsschritten erheblich helfen können. Er ist top im Umgang mit den Mädels", lobt die Jugendwartin den Coach. Der Sozialpädagoge und B-Lizenzinhaber sagt: "Mir geht's nicht um Platz eins, wichtig ist, die Spielerinnen zu fördern." Und die gehören mittlerweile zu den zehn besten Teams in Niedersachsen. "Das ist eine Bestätigung, dass unsere gute und kontinuierliche Jugendarbeit Früchte trägt. Dies zeigt sich auch am entsprechenden Zulauf auf Leistungsebene im Jugendbereich", so Geffers.

Plan: Aufstieg der HSC-Frauen

Deterding wird nun neben der C- auch die B-Juniorinnen und das Frauen-Team beim HSC betreuen. Letztere spielen in der Regionsoberliga. "Ziel ist es, mit den Damen höherklassig zu spielen. Über kurz oder lang möchten wir in die Landesliga", weiß Geffers. Denn auch der HSC will natürlich vom eigenen Nachwuchs profitieren: "Wir müssen den Mädchen eine Basis geben, damit sie nicht alle weggehen müssen, sondern bei uns weiterspielen."