30. Mai 2021 / 17:53 Uhr

Handball-Krimi in Göppingen: SC DHfK Leipzig gewinnt knapp beim Tabellenfünften

Handball-Krimi in Göppingen: SC DHfK Leipzig gewinnt knapp beim Tabellenfünften

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Die Leipziger freuen sich über den Auswärtssieg in Göppingen. © Klaus Trotter
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Es war kein Spiel für schwache Nerven. Nach einer guten Anfangsphase kam der SC DHfK Leipzig durch die Rote Karte von Mamic aus dem Tritt. Doch am Ende konnte sich die Mannschaft von Trainer Haber mit 33:30 durchsetzen.

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Göppingen. Nach der deutlichen 26:33-Niederlage der DHfK-Profis gegen Spitzenreiter THW Kiel in der vergangenen Woche wollte die Truppe von Coach André Haber in Göppingen an die Siegesserie vor der Begegnung mit dem Rekordmeister anknüpfen. Mit viel Tempo, einer starken Abwehr und einem guten Kristian Saeveras im Tor setzten sich die Sachsen früh vom Tabellenfünften ab – doch eine Rote Karte für Marko Mamic brachte die Haber-Sieben lange aus ihrem Konzept. Am Ende des umkämpften Handball-Krimis schnappten sich die Leipziger den 33:30 (16:14)-Auswärtssieg und nahmen zwei Punkte mit in die Messestadt.

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Die Vorzeichen für die Grün-Weißen standen gut: Kapitän Alen Milosevic war nach seinem schweren Sturz und seiner Roten Karte gegen Kiel zurück im Aufgebot, und auch Rückraum-Ass Luca Witzke, der zwei Spiele wegen muskulärer Probleme pausierte, war wieder fit. Mit einem breiten Kader und vollem Einsatz gingen die Haber-Handballer in die Partie, die in den ersten Minuten durch unsichere Abschlüsse und starke Torhüterleistungen dominiert wurde. Besonders DHfK-Schlussmann Saeveras zeichnete sich in den ersten zehn Minuten aus, hielt drei Bälle mit den Armen und einen harten Schlagwurf von Sebastian Heymann mit der Nase.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Auswärts-Sieg der Leipziger

Der SC DHfK Leipzig hat das Auswärtsspiel in Göppingen mit 33:30 gewonnen. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig hat das Auswärtsspiel in Göppingen mit 33:30 gewonnen. ©

Die Leipziger spielten besonders nach Zeitstrafen der Hausherren clever, kamen häufig in ihr gefürchtetes Tempospiel und nutzten sogar die eigenen Unterzahl-Momente zu ihrem Vorteil. Martin Larsen kassierte beim 5:7-Zwischenstand eine Zwangspause auf der Bank, doch statt eine Aufholjagd zu starten, verzweifelten die Göppinger an der sächsischen Abwehr. Die Haber-Sieben spielte ihre Angriffe herausragend, traf dreifach und baute ihre Führung überraschend auf 10:5 aus. „Wir haben in unserer Überzahl einfach zu viele Fehler gemacht – so konnte Leipzig wegziehen und wir sind nicht mehr richtig herangekommen“, analysiert Nicolai Theilinger die Schwächephase seines Teams.



Haber mit deutlicher Ansprache

In der 24. Minute mussten die Leipziger in die nächste Unterzahl, die ihnen diesmal deutlich härter zusetzten sollte. Abwehrchef Marko Mamic griff völlig unnötig in den Wurfarm seines Gegenspielers, sah die Rote Karte und musste seine Aufgaben anschließend an Youngster Julius Meyer-Siebert abgegeben. Vom Verlust des Führungsspielers klar mitgenommen, schmolz die Führung der Gäste bis zur Pause auf 16:14 dahin.

In einer umkämpften zweiten Halbzeit konnten sich besonders Lucas Krzikalla und Joel Birlehm auszeichnen. Der Strafwurf-Experte ging mit einer perfekten Quote und sechs Treffern aus dem Spiel, der Keeper pflückte zwei freie Würfe aus der Luft – neun Minuten vor Schluss stand Grün-Weiß plötzlich wieder 28:24 in Front.

Doch auch diese Führung der Haber-Sieben hielt gegen eine überraschende Manndeckung der Baden-Württemberger nicht lange an. Drei Minuten vor Schluss zog Haber die Konsequenz. „Jetzt halten hier alle mal die Schnauze und konzentrieren sich auf das, was wichtig ist“, wurde der Coach in seiner Auszeit deutlich, stellte auf sieben Feldspieler um und fand damit die Lösung auf die Manndeckungs-Misere. Das Konzept ging auf und spielte den Leipzigern den Auswärtssieg ein. „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs, weil wir es geschafft haben, über 60 Minuten Tore zu machen und insgesamt 33 Treffer erzielt haben“, freute sich Haber.

Tore Leipzig: Wiesmach 7, Krzikalla 6/6, Weber 5, Witzke 4, Binder 3, Gebala 3, Larsen 2, Mamic 2, Meyer-Siebert 1.

Strafminuten: 8/10.

Disqualifikation: Mamic (23.)