17. Mai 2020 / 15:40 Uhr

"Wollte unbedingt auf die Platte zurück": Pommers geplatzter Abschied beim MTV Großenheidorn

"Wollte unbedingt auf die Platte zurück": Pommers geplatzter Abschied beim MTV Großenheidorn

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Konnte seit Mitte Januar kein Spiel mehr für den MTV Großenheidorn machen: Torwart Lars Pommer.
Konnte seit Mitte Januar kein Spiel mehr für den MTV Großenheidorn machen: Torwart Lars Pommer. © CHRISTIAN HANKE
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Eigentlich hätte Lars Pommer sich gerne am 25. April aus der ersten Mannschaft des MTV Großenheidorn verabschiedet. Daraus wurde wegen der Coronapandemie nichts. Ohnehin macht dem Keeper seine Verletzung am Auge noch zu schaffen.

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Wenn Lars Pommer in diesen Tagen über Handball spricht, wird er wehmütig: „Der Blödschnack mit den Jungs fehlt mir. Ich vermisse es, nach dem Training noch gemeinsam bei einem Bierchen zusammenzusitzen“, sagt der Torhüter des Oberligisten MTV Großenheidorn. Seit neun Wochen dürfen die Handballer vom Steinhuder Meer wegen der Corona-Pandemie nicht gemeinsam trainieren.

Pommer ist sogar fast zwei Monate länger raus. Die 2. Spielminute im Derby am 18. Januar beim HV Barsinghausen hat im Leben des ­24-Jährigen einiges verändert. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit HVB-Linksaußen Philipp Obrock bekam er dessen Finger ins linke Auge, was zu einer Verletzung von Horn- und Bindehaut führte. In den ersten Tagen musste Pommer gar um seine Sehkraft bangen.

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"Mein Ziel war es, ab 1. April wieder zu trainieren"

Was im Moment mehr schmerzt, ist aber die Tatsache, dass die geplante Verabschiedung ausfiel. Aus beruflichen Gründen hätte der Versicherungsangestellte im Sommer ohnehin in der ersten Mannschaft aufgehört, durch den Saisonabbruch wurde dieser Zeitpunkt zwangsweise vorgezogen. „Mein Ziel war es, ab 1. April wieder zu trainieren. Ich hatte mich auf die Jungs gefreut und wollte unbedingt auf die Platte zurück“, sagt Pommer. Das normalerweise letzte Heimspiel am 25. April gegen die HSG Plesse-Hardenberg wäre ein toller Rahmen gewesen, um Tschüs zu sagen. Daraus wurde wegen Corona nichts.

Die ergriffenen Maßnahmen „tun mir leid für die Jungs“, betont die Heidorner Nummer 25. Dass die Spielzeit beendet wurde, sei aber alternativlos gewesen, zumal das fehlende Hallentraining für Torhüter – ebenso wie für Feldspieler – problematisch sei, da die Geschwindigkeit der Bewegungen verloren gehe.

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Spätfolgen am Auge erst nach Dreivierteljahr einzuschätzen

Seine Verletzung bessert sich nur langsam. Erst in einem Dreivierteljahr sei nach Aussage der Ärzte absehbar, welche Spätfolgen zurückbleiben. „Es gibt richtig gute Tage, aber wenn ich mein Auge überfordere, tut es eine Woche lang weh“, erzählt Pommer. Die permanente Bildschirmarbeit im Homeoffice ist nicht förderlich. Das Auge benötigt Pausen. „Ich habe schon angefangen, zu renovieren“, sagt er lachend.

Wie es sportlich weitergeht, dafür gibt es noch keine Pläne. Die momentan favorisierte Variante ist, in einer unteren Mannschaft des MTV weiterzuspielen. Fest steht für Pommer nur, dass er auch in der nächsten Saison bei den Heimspielen in der Aue-Halle dabei sein wird, um seine Jungs anzufeuern.

Pommer will sich nicht in den Mittelpunkt drängen

Vielleicht gibt es dann doch noch eine Möglichkeit, Versäumtes nachzuholen. Das hängt in erster Linie von den Plänen des neuen Trainers Stephan Lux ab. Pommer möchte sich aber nicht in den Mittelpunkt stellen. „Für alle, die aufhören, wäre eine Verabschiedung schön.“ Zuerst müsse man an Maik Bokeloh denken, der Kapitän war und „viel für uns getan hat“.