08. Februar 2020 / 11:35 Uhr

Nach Magdeburg-Spektakel: Recken müssen gegen die Eulen griffiger sein

Nach Magdeburg-Spektakel: Recken müssen gegen die Eulen griffiger sein

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es geht ihm an den Kragen: Kreisläufer Evgeni Pevnov (am Ball) liefert sich ein Duell mit Magdeburgs Matthias Musche.
Es geht ihm an den Kragen: Kreisläufer Evgeni Pevnov (am Ball) liefert sich ein Duell mit Magdeburgs Matthias Musche. © imago images/Christian Schroedter
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Am Sonntag geht es für die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf in der Swiss-Life-Hall (16.30 Uhr) gegen die Eulen Ludwigshafen um die nächsten Punkte. Obwohl der Gast auf einem Abstiegsplatz steht, wird das kein leichter Gang für die Recken.

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Die Recken hatten keinen Grund, sich aus der Magdeburger Getec-Arena zu schleichen. Ganz im Gegenteil. Immerhin hatten sie nach famoser Aufholjagd in der Handball-Bundesliga noch ein 30:30 geholt. Einer jedoch trat ganz vorsichtig auf. Spielmacher Morten Olsen war in der Schlussphase umgeknickt. Er humpelte leicht auf dem Weg in die Kabine. Da eilte Evgeni Pevnov hinzu und hob den Dänen kurzerhand über die Bande. „Da musste ich dem alten Mann mal helfen“, sagte der bullige Kreisläufer lachend. Auf die Aufgabe gegen die Eulen Ludwigshafen (Sonntag, 16.30 Uhr, die Swiss-Life-Hall ist ausverkauft) angesprochen, wird Pevnov aber sofort ernst: „Es kann nur unser Anspruch sein, das Spiel zu gewinnen. Da müssen wir wieder griffiger sein.“

Pevnov läuft heiß in der Schlussphase

In der bemerkenswerten Schlussphase in Magdeburg lief besonders beim Gastgeber viel durcheinander, und viele Spieler liefen gefühlt kreuz und quer. Das schien Magdeburgs Linksaußen Matthias Musche besonders zu nerven, er geriet mit Pevnov aneinander. Beim Stand von 25:30 holte der Recke einen Strafwurf heraus, den Olsen verwandelte. Siebenmeter gebe es nun schon für körperloses Spiel, spottete Musche. Daraufhin beschied ihm Pevnov, er sei ein „Fliegenfänger, den man mit zwei Fingern umwerfen kann, und soll sich auf seine Sachen konzentrieren“.

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28. Spieltag: SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr ©

"Haben uns ja nur kurz angefaucht"

Im Gegensatz zum Magdeburger Auftritt gab es bei der TSV Hannover-Burgdorf in der Schlussphase aber nichts zu meckern. „Wenn man ehrlich ist, holen wir diesen Punkt aber nur, weil Magdeburg einbricht“, so Pevnov. Hinterher vertrug er sich mit Musche schnell. „Wir haben uns ja nur kurz angefaucht. Da nimmt man sich einmal in den Arm und gut ist es. Das ist ja das Schöne an dieser Sportart“, sagte Pevnov.

Der über weite Strecken schwache Auftritt der TSV lässt sich allerdings nicht so rasch aus der Welt räumen. Als der Bringdienst lange nach Abpfiff die obligatorische Pizza zum Mannschaftsbus lieferte, wurde bei den Recken noch heiß diskutiert. Wie der überragende Timo Kastening (13 Treffer) war auch Pevnov (genehmigte sich eine Pizza mit viel Fleisch und extra Zwiebeln) der Ansicht, dass mehr drin gewesen war: „Verdient oder nicht, so wie das Spiel läuft, können wir hier mit zwei Toren gewinnen.“

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Eulen sind keine Laufkundschaft

Gegen die Eulen siegten die Recken im November mit zwei Toren (26:24), zwischenzeitlich hatten sie mit fünf Treffern zurückgelegen. Ludwigshafen steht auf dem ersten Abstiegsplatz, hat jedoch ­doch noch alle Chancen. Schlecht sind die Eulen nicht, bekräftigt Pevnov, der im Hinspiel ohne Torerfolg blieb. Jeder der Recken müsse sich nun „an den Kopf fassen und sich überlegen, was er besser machen kann nach dem Magdeburg-Spiel“, betont der Kreisläufer, der bislang 39 Tore erzielt hat (Wurfquote 78 Prozent). „Wir haben so viel dafür getan, uns in der Liga da oben zu etablieren. Die Plätze fünf bis eins bleiben unser Ziel.“

Einen neuen Linkshänder (für den verletzten Ivan Martinovic) hat die TSV noch nicht. Ein großes Talent ha­ben die Recken jedoch verpflichtet: Luc Depping kommt von Eintracht Hildesheim. Der Linkshänder kann noch ein Jahr in der A-Jugend spielen und soll zudem Praxis im Perspektivkader bekommen.