24. März 2021 / 11:16 Uhr

Handball: Möglicher Aufstieg vom Tisch, aber Wolfsburgs Ziel bleibt die 3. Liga

Handball: Möglicher Aufstieg vom Tisch, aber Wolfsburgs Ziel bleibt die 3. Liga

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL bleibt in der Oberliga: Die Verantwortlichen um Spartenleiter Jens Wöhner würden eine sofortige Aufstiegschance für Wolfsburg Handballerinnen nicht nutzen, wenn sich kurzfristig die Gelegenheit ergeben würde.
Der VfL bleibt in der Oberliga: Die Verantwortlichen um Spartenleiter Jens Wöhner würden eine sofortige Aufstiegschance für Wolfsburg Handballerinnen nicht nutzen, wenn sich kurzfristig die Gelegenheit ergeben würde. © Roland Hermstein/VfL Wolfsburg
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Das Thema kam plötzlich auf den Tisch. Möglicherweise ist der Aufstieg in die 3. Liga drin, obwohl die Oberliga-Saison früh abgebrochen wurde. Der VfL Wolfsburg beschäftigte sich intensiv mit dem Thema. Jetzt steht fest: Die Handballerinnen bleiben in der Oberliga - doch die 3. Liga bleibt das Ziel.

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Sie möchten eines Tages zurück in die 3. Liga - aber nicht sofort. Das haben die Verantwortlichen des Oberligisten VfL Wolfsburg jetzt beschlossen. Nach dem Saison-Abbruch müssen eventuell Mannschaften für die 3. Liga ermittelt werden, eine Aufstiegs-Relegation steht zur Diskussion. Entschieden ist das noch nicht. Was aber entschieden ist: Öffnet sich die Aufstiegstür, dann treten die VfL-Handballerinnen nicht ein. "Selbst wenn es direkt freie Plätze gäbe, würden wir das nicht annehmen", sagt Spartenleiter Jens Wöhner. Der Sprung käme zu früh. Sich weiter als Leuchtturm für Frauen-Handball in der Region etablieren, bleibt das oberste Ziel und das soll in Zukunft zu einem rein sportlichen Aufstieg nach einer normalen Saison führen.

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„Natürlich wünscht sich jeder, mal in die 3. Liga zu kommen und es ist mit Sicherheit ein leichterer Weg, ein paar Quali-Spiele zu absolvieren als eine ganze Saison.“ Aber: „Die 3. Liga ist ein Brett, das sind zwei Klassen Unterschied zur Oberliga. Das muss man sich genau durch den Kopf gehen lassen. Es ist aber unser langfristiges Ziel, deshalb wäre es fatal, wenn wir uns darüber keine Gedanken machen würden“ - das hatte Oliver Bült gesagt, als die Diskussion über mögliche Aufsteiger für die 3. Liga Fahrt aufgenommen hatte. Und der VfL machte sich Gedanken. Vereinsverantwortliche und Trainerstab prüften die Lage. "Das Thema kam ja relativ überraschend auf den Tisch. Sportlich hat das Herz natürlich höher geschlagen", sagt Wöhner.

Doch natürlich darf's dann finanziell kein Herzversagen geben. Der Etat müsse um 70 bis 80 Prozent steigen, sich vielleicht sogar verdoppeln. "Wir haben natürlich auch geschaut, ob man eine finanzielle Basis in der Kürze der Zeit legen kann. Das Budget kann man nur über Sponsoren nach oben schrauben", sagt Wöhner. Doch in Zeiten von Corona haben es auch potenzielle Unterstützer gerade nicht leicht. "Auch die benötige B-Lizenz ist in unserem Trainerstab nicht vorhanden", sagt der Spartenleiter. Und: Die Reserve, das "Farmteam", wie es Wöhner auch nennt, das eines Tages in der Landesliga spielen soll, habe man beim Blick aufs Ganze nicht vergessen.

"Harakiri macht keinen Sinn", sagt Wöhner deshalb. Wenn es sich im Rahmen einer sportlichen Saison abzeichne, das der Weg nach oben führe, dann werde man "mit genügend Vorlauf eine strukturelle und finanzielle Basis schaffen. Es muss alles im Einklang sein."

Der Aufbau des Leistungsbereichs beim VfL ist schließlich erst vor der vergangenen Saison angegangen worden - und die Spielzeit war bereits nach drei Partien abgebrochen. "Sportlich und organisatorisch ist der Start gut gelaufen. Jetzt wollen wir das weiter etablieren", so Wöhner. Um eines Tages den Sprung in Liga drei zu schaffen: "Nach einer hoffentlich normalen Saison."