27. Januar 2022 / 07:42 Uhr

Handball-Nation Deutschland? In diesem Jahr war die Liebe zum Scheitern verurteilt

Handball-Nation Deutschland? In diesem Jahr war die Liebe zum Scheitern verurteilt

Thorsten Storm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft konnte die Fans in diesem Jahr nicht in gewohnter Art und Weise begeistern.
Die deutsche Nationalmannschaft konnte die Fans in diesem Jahr nicht in gewohnter Art und Weise begeistern. © dpa
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Das Corona-Chaos rund um die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die teilweise guten Leistungen des Teams überschattet, der große Handball-Hype blieb aus. SPORTBUZZER-Kolumnist Thorsten Storm schreibt in seiner Kolumne, wie das DHB-Team die Liebe zukünftig wieder gewinnen kann.

Normalerweise hat die Nation in den vergangenen Jahren immer im Januar ihre Liebe zum Handball entdeckt. Wenn die Stars aus der Bundesliga bei Europa- und Weltmeisterschaften plötzlich landesweit in das Bewusstsein der Leute kamen, wurde sogar mein Nachbar zum Fan und wollte mir erklären, warum Handball eigentlich der bessere Fußball ist.

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Und in diesem Jahr? Nichts davon. Zu sehr hatte das Corona-Chaos die Lage im und rund um das DHB-Team im Griff. Wenn so viele Spieler erkrankt ausfallen und Nachrücker nominiert werden müssen, kann nur Flickwerk herauskommen. Für das Mutterland des Handballs bietet die EM sportlich somit kaum Erkenntnisse. Immerhin haben sich Spieler einer neuen Generation gezeigt, die trotz dieser Umstände mit starkem Teamspirit aufgespielt haben.

Vor allem in der jüngsten Zielgruppe gibt es Nachholbedarf

Weiter so, denn auf dem Weg zur Heim-EM 2024 ist das besonders wichtig. Am Ende sind es die Erfolge und Identifikationsfiguren der Nationalmannschaft, die auf die Sportart bundesweit abstrahlen und die nächste Generation von Fans zum Handball holen. Vor allem in der jüngsten Zielgruppe gibt es da Nachholbedarf. Gegensteuern kann da vor allem die Nationalmannschaft – damit mein Nachbar irgendwann auch mal außerhalb des Januars Interesse am Handball zeigt.

Zur Handball-EM in Ungarn und der Slowakei ist Thorsten Storm (57) SPORTBUZZER-Kolumnist. Storm war Manager der großen Drei in der Handball-Bundesliga (SG Flensburg-Handewitt, Rhein-Neckar Löwen, THW Kiel). Heute ist er Inhaber von zwei Marketingagenturen.

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