13. Januar 2021 / 18:56 Uhr

Handball: Noch keine Entscheidung über Drittliga-Fortsetzung

Handball: Noch keine Entscheidung über Drittliga-Fortsetzung

Marius Böttcher und Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Bei VfL-Trainer Daniel Deutsch (l.) und Yannik Münchberger herrscht nun Gewissheit: die Saison 2019/20 ist beendet.
VfL-Trainer Daniel Deutsch (l.) und sein Kapitän Yannik Münchberger warten weiter auf eine Entscheidung über die Saisonfortsetzung. © Julius Frick
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3. Handball-Liga Nordost: Nach einer Videokonferenz der Vereine liegen mehrere Optionen auf dem Tisch - eine davon ist auch das Spielen einer Aufstiegsrunde. Auch VfL Potsdam und Oranienburger HC warten auf einen Entschluss.

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Am Dienstagabend haben die Vertreter der 3. Handball-Liga – darunter aus der Nord-Ost-Staffel der 1. VfL Potsdam und der Oranienburger HC – in einer Videokonferenz mögliche Szenarien für die Fortsetzung der seit November pausierenden Saison diskutiert – einen Entschluss gibt es aber noch nicht. Klar ist jedoch allen: Die komplette Saison abzuschließen, ist nicht mehr möglich.

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Zumindest ein reguläres Ende der Hinrunde soll demnach erfolgen, wenn die Saison spätestens am 6. März fortgesetzt werden kann. Aber: „Im Moment ist das nicht vorstellbar“, äußerte sich Christian Pahl, Sportlicher Leiter des OHC, nach der Beratung und verwies auf eine ausreichende Vorbereitungszeit von „mindestens drei Wochen“ für alle Teams. Eine weitere Variante wäre eine Aufstiegsrunde, für die Bewerber bis zum 1. März melden müssten. Sie würde im April/Mai ausgetragen werden. Absteiger aus der 3. Liga gebe es in diesem Fall nicht. Sollte die Saison gar nicht fortgesetzt werden können, wäre auch eine Qualifikationsrunde für den DHB-Pokal eine Option, die in regionalen Gruppen ausgespielt werden könnte. Die Teilnahme daran soll freiwillig sein.

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Eine Entscheidung über den Fortgang der Spielzeit in der 3. Liga will der Deutsche Handball-Bund (DHB) allerdings nicht vor der nächsten Bund-Länder-Beratung am 25. Januar treffen. Einig waren sich die Drittliga-Vertreter, dass es bei einer Saisonfortsetzung engmaschige Kontrollen durch Corona-Schnelltests geben müsste. Die finanziellen Mittel dafür sollen dann aus einem Corona-Hilfspaket kommen.

Pause mindestens bis 28. Februar

Die Saisonpause in der 3. Handball-Liga der Männer und Frauen hatte der DHB schon vorher wegen der Corona-Pandemie bis zum 28. Februar verlängert. Dies hätten das Präsidium und der Vorstand auf einer Sitzung einstimmig beschlossen. Auch die Jugend-Bundesligen männlich und weiblich müssen weiter pausieren.

Gleich doppelt betroffen ist der VfL Potsdam: Sowohl die in der Nord-Ost-Staffel spielende erste Männermannschaft, die nach fünf Partien auf Rang vier liegt, als auch die A-Junioren (Dritter der Jugend-Bundesliga Staffel Ost) sind weiter zur Untätigkeit gezwungen. „Dies ist für uns in dieser Situation keine Überraschung. Wenn die Politik diesen harten Lockdown vorgibt, kann man nicht erwarten, dass wir Handball spielen dürfen. Es gilt weiter abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt“, erklärt Alexander Haase, Trainer des ältesten Adler-Nachwuchses.

„Auch wenn in dieser Woche die Weltmeisterschaft startet, ist Handball derzeit nur ein ganz kleiner Punkt. Zunächst einmal steht die Gesundheit an allererster Stelle“, sagte VfL-Kapitän Yannik Münchberger dem Portal Handball-World. Zu einem möglichen Re-Start gehören für den 24-Jährigen „in jedem Fall Corona-Tests und darüber hinaus eine einheitliche Vorbereitung für alle Teams“. Jene Punkte müssen gewährleistet sein, um jeder Mannschaft eine Chance zu geben: „Ich hoffe sehr, dass wir die Saison mit Chancengleichheit für alle beenden können.“

06.01.2019, Handball, HVB-Pokal Final Four, Finale,Oranienburger HC II-MTV 1860 Altlandsberg, MBS Arena Potsdam 
im Bild: v.l. Trainer Silvio Krause (Oranienburger HC II)
OHC-Trainer Silvio Krause hält die Verlängerung der Saisonpause für richtig. © Julius Frick

Verständnis bei OHC-Coach Silvio Krause

„Ich denke, dass diese Entscheidung aufgrund der gegenwärtigen Situation mit steigenden Zahlen der Corona-Infizierten richtig ist“, sagte der Oranienburger Coach Silvio Krause nach dem DHB-Entschluss. Aus rein sportlicher Sicht sei es bitter, „weil wir schon lange von Woche zu Woche schauen und warten, wohin die Entwicklung geht“, so Krause. Es sei immer die Hoffnung dabei gewesen, dass die Saison Ende Januar fortgesetzt werde. Die Kreisstädter absolvierten Ende Oktober das letzte Meisterschaftsspiel, gewannen seinerzeit mit 23:22 beim SC DHfK Leipzig II, ehe die vorläufige Spielpause begann. Die Spieler haben nun weiterhin die Verantwortung, sich im individuellen Training fit zu halten. Entsprechende Aufgaben habe jeder OHC-Akteur bekommen. Krause ist nun „gespannt“, wie er sagt, „wie die Saison 2020/21 fortgesetzt, gewertet oder nach welchem Modus entschieden wird.“ Die Oberhavel-Kreisstädter, die aus den ersten fünf Ligapartien vier Siege holten, stehen auf Tabellenplatz drei.