29. September 2021 / 18:54 Uhr

Handball-Oberliga: Fallerslebens Kapitän Behrens braucht keine Brechstange mehr 

Handball-Oberliga: Fallerslebens Kapitän Behrens braucht keine Brechstange mehr 

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kapitän des VfB Fallersleben: Kris Behrens.
Kapitän des VfB Fallersleben: Kris Behrens. © Britta Schulze (2)
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Er ist einer, der sich reinhaut: Auf den Schultern von Kris Behrens lastete in der Vergangenheit viel Verantwortung. Die wird nun beim Handball-Oberligisten VfB Fallersleben auf viele verteilt. Was er über den neuen Kader denkt, warum er Siebenmeter wirft und wie lange er noch spielen - all das verrät der Kapitän im SPORTBUZZER.

Handball? „Das ist meine Droge“, sagt Kris Behrens. Fast ein Jahr musste der 32-Jährige vom Oberligisten VfB Fallersleben darauf verzichten, jetzt darf er endlich wieder spielen. Mit einem Kader, auf den der Kapitän große Stücke hält – und mit dem er am Samstag (19 Uhr) gegen die HSG Schaumburg Nord den zweiten Sieg im zweiten Heimspiel einfahren will.

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Dass der VfB nach der Corona-bedingt annullierten Vorsaison kein typischer Aufsteiger mehr ist, hat das Team in den ersten beiden Spielen bewiesen. Es waren Duelle auf Augenhöhe. Mindestens. Dabei verlief die Vorbereitung nicht reibungslos. „Wir haben nie mit der kompletten Mannschaft gespielt, konnten uns also nicht richtig einspielen“, sagt Behrens, der lobt, wie sein Team dann im Auftaktspiel gegen Stadtoldendorf auftrat.

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„Das haben wir als Mannschaft gewuppt“, so der Kapitän stolz. Gewuppt, weil die Verantwortlichen im Verein in seinen Augen „einen Megajob“ bei der Kaderplanung gemacht haben. „Die Mischung aus Alt und Jung stimmt. Ich fühle mich pudelwohl!“ Früher hätte viel Verantwortung auf wenigen Schultern gelegen, „jetzt kann sie eigentlich jeder übernehmen. Auch die jungen wie Christian Lopez, Tim Schroeter, Paul Hoffmann oder Louis Fuhlrott. Und dann hast du noch alte Hasen wie Bert Hartfiel, Tim Grassel, Marco Frerichs.“ Und eben Behrens selbst.

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Auch, wenn es gut tue, „das man jetzt nicht mit der Brechstange durch die Wand laufen muss, wenn man selbst mal ein schlechtes Spiel erwischt“, weil eben andere in die Bresche springen können, lässt Behrens nicht nach, geht als Kapitän voran. „Da will ich den Jungs etwas zurückgeben.“

Deshalb nimmt er sich auch bei Siebenmetern in die Pflicht. Dabei gab’s zum Auftakt beim 25:23 gegen Stadtoldendorf am Punkt viel Verkehr. Da Behrens seinen zweiten Siebenmeter verwarf, sollten sich andere versuchen – doch in der Folge blieben Lopez, Frerichs und Hoffmann ebenfalls glücklos. Dann kehrte Behrens zurück: „Ich habe mir gesagt: Ich bin ja Kapitän, ’jetzt nimmst du das Ding in die Hand und haust ihn einfach rein’.“

Seitdem hat Behrens zehn von elf weiteren Siebenmetern verwandelt, darunter alle Sieben beim bitteren 28:31 in Großenheidorn. „Unsere erste Halbzeit beim MTV war überragend“, so der Kapitän. Bis zum umstrittenen Platzverweis für Keeper Timon Wilken. „Wir haben super gespielt, uns leider nicht belohnt.“

Belohnen will sich der VfB nun gegen Schaumburg, auch wenn neben Hartfiel (Erkältung) dann auch Schroeter (beruflich verhindert) fehlt. Behrens: „Zu Hause sind zwei Punkte das Ziel. Allerdings kann in diesem Jahr jeder jeden schlagen – da geht’s um die Tagesform.“

In Form ist der Kapitän. Und wie lange wird der 32-jährige Routinier noch der „Droge Handball“ nachgehen? „So lange mein Körper hält. Ich denke da von Jahr zu Jahr.“ Das aktuelle scheint nach den ersten Eindrücken jedenfalls ein Gutes zu werden.