20. September 2021 / 22:07 Uhr

Handball-Oberligisten zittern sich zu Auftaktsiegen

Handball-Oberligisten zittern sich zu Auftaktsiegen

Marten Vorwerk/Andreas Dumke
Ostsee-Zeitung
Usedoms Dawid Nowomiejski setzt sich am Kreis gegen zwei Neubrandenburger durch.
Usedoms Dawid Nowomiejski setzt sich am Kreis gegen zwei Neubrandenburger durch. © Andreas Dumke
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​Einen Start nach Maß legten am Wochenende die Handballer des HSV Insel Usedom und der SG Uni Greifswald/Loitz in der Oberliga Ostsee-Spree (4. Liga) hin. Beide Teams feierten jeweils knappe Siege an ihrem ersten Spieltag.

Enge Schlussphase: HSV knapp sieben Minuten ohne Torerfolg

Verdient gewonnen, aber am Ende unnötig spannend. So könnte man den 27:26 (17:13)-Sieg des HSV Insel Usedom im Landesderby gegen den SV Fortuna Neubrandenburg in Kürze zusammenfassen. Dass es am Ende noch zu einem kleinen Handballkrimi kommen würde, erwartete zehn Minuten vor Schluss wohl niemand in der Ahlbecker Pommernhalle auf Usedom.

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In der 49. Spielminute lagen die Hausherren nämlich mit vier Toren in Front. Dann kassierte Patrick Glende die dritte Zeitstrafe und der HSV musste den Rest der Spielzeit ohne einen seiner wichtigsten Spieler auskommen. Tor um Tor kamen die Neubrandenburger heran, Usedom rettete den Vorsprung aber über die Zeit. „Fortuna war der erwartet schwere Gegner. Wir haben uns zu Recht akribisch auf sie vorbereitet“, meinte HSV-Trainer Uwe Kalski nach der Partie, der bis zur 40. Minute ein gutes Spiel seiner Mannschaft sah. „Vom reinen Endergebnis her sieht das nicht so souverän aus, aber wir waren über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft. In der Schlussphase haben wir aber zu hektisch agiert. Von der Roten Karte gegen Patrick Glende haben wir uns zu sehr beeindrucken lassen. So konnte Neubrandenburg mit viel Tempo noch einmal zurückkommen. Da müssen wir einfach cleverer agieren“, so Kalski weiter. Der Trainer kündigte an, dies in den nächsten Trainingseinheiten auszuwerten.

Ein ansprechendes Debüt lieferte Neuzugang Christian Schwarz, der im Sommer vom VfL Potsdam nach Usedom gewechselt war. Er sorgte immer wieder für Gefahr am Kreis und zeigte sich vor allem vom Siebenmeterpunkt sehr sicher. Alle vier Strafwürfe konnte er souverän verwandeln. Ein Vorteil für den HSV, denn auf der anderen Seite vergeigten die Fortunen gleich drei Strafwürfe. Usedoms Schlussmann Lech Krynski hatte immer wieder seine Finger im Spiel.

Das sorgte für gute Stimmung auf den Rängen, die Manager Christopher Neidel mit Freude registrierte: „In meinen Augen war das ein gelungener Abend. Unser Konzept wurde gut umgesetzt. Die Zuschauer waren sehr diszipliniert. So sehe ich natürlich gute Chancen für das nächste Heimspiel, wieder die Sondergenehmigung für über 400 Zuschauer zu bekommen.“

Mateusz Gmerek war mit elf Treffern erfolgreichster SG-Torschütze beim Auftakt in Berlin.
Mateusz Gmerek war mit elf Treffern erfolgreichster SG-Torschütze beim Auftakt in Berlin. © Verein

Starker Mateusz Gmerek erlöst Greifswald/Loitz spät

Auch die SG Uni Greifswald/Loitz ist mit einem Sieg in die Saison gestartet. Und ebenfalls knapp wurde es auch für sie beim 30:28 (17:15)-Erfolg beim Aufsteiger Narva Berlin. Die Gastgeber aus der Bundeshauptstadt hatten beim Stand von 28:29 aus ihrer Sicht nämlich gleich mehrmals die Chance auszugleichen, verpassten aber das 29. Tor. Aufseiten der Norddeutschen machte Mateusz Gmerek mit dem 30:28 40 Sekunden vor der Schlusssirene dann alles klar.

SG-Aufbauspieler Fynn-Martin Tippelt analysierte nach der Partie: „Insbesondere kämpferisch konnten wir überzeugen. Auch unser Angriffssystem mit viel Bewegung haben wir größtenteils umsetzen können. Leider haben wir uns in der Schlussphase das Leben durch unnötige Fehler noch selbst schwer gemacht.“ Denn sein Team führte bis zwölf Minuten vor dem Ende noch mit 28:22. Danach gelang in den nächsten zehn Minuten nur noch ein Treffer. Kapitän Radoslaw Wolski sagte: „Durch das für uns ungewohnte Wachsverbot und auch durch einige Unkonzentriertheiten haben wir den Gegner immer wieder unnötig stark gemacht.“ Letztlich sprach Wolski von einem verdienten Sieg – „da wir über die gesamte Spielzeit in Führung lagen.“


Überragender Loitzer Akteur war Mateusz Gmerek. Er erzielte elf Treffer, sechs davon per Siebenmeter. Vorstandsmitglied Bernt Petschaelis lobte die Leistung des Toptorschützen und blickt schon auf das nächste Spiel voraus: „Das war ein wichtiger Sieg, der für das Selbstvertrauen gut ist. Nun gilt es, im nächsten Heimspiel nachzulegen“.

Greifswald/Loitz empfängt am Sonnabend um 19 Uhr den VfL Tegel, während der HSV Insel Usedom am gleichen Tag (19:30 Uhr) bei Grün-Weiß Werder gefordert ist.