18. Februar 2021 / 20:43 Uhr

"Hier war keiner klar besser": Die Recken verlieren auch in Wetzlar

"Hier war keiner klar besser": Die Recken verlieren auch in Wetzlar

Stefan Dinse und Simon Lange
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Im Anflug: Vincent Büchner hat nur noch Wetzlars Keeper Till Klimpke vor sich.
Im Anflug: Vincent Büchner hat nur noch Wetzlars Keeper Till Klimpke vor sich. © imago images/Jan Huebner
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Die Recken können Wetzlar nicht, und sie können auswärts nicht: Die TSV Hannover-Burgdorf hat bei der HSG Wetzlar mit 24:26 (14:16) verloren. Es war die dritte Pleite am Stück, in der Fremde bleibt Hannover in dieser Saison sieglos. „Es war die Chance da, Punkte mitzunehmen. Entscheidend waren Details, hier war keiner klar besser“, sagte Sportchef Sven-Sören Christophersen.

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Die Recken begannen mit dem zuletzt starken Torwart Domenico Ebner, der bei der TSV wohl schon in der nächsten Woche verlängern wird. Und mit Veit Mävers als Spielmacher, der zugleich weit vorgezogen verteidigte – wie auch die Halbspieler. Eine Mischung aus 3-2-1 und 5-1-Abwehr stellte Recken-Trainer Carlos Ortega hin, er hatte großen Respekt vor dem Rückraum der Hessen.

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Und das funktionierte ganz ordentlich in einer intensiven Partie. Beim Stand von 2:2 scheiterte Ivan Martinovic per Siebenmeter an der Latte. Wenig später versuchte sich Weltmeister Johan Hansen zweimal erfolgreich am Stück von der Linie und sorgte für die 6:5-Führung. Bei einem Foul an Recken-Kapitän Fabian Böhm hatte dieser Olle Schefvert Forsell zuvor an der Stirn erwischt, der Wetzlarer zog sich eine Platzwunde zu, kehrte nach einigen Minuten mit einem Pflaster und Turban zurück.

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"Wir haben super gekämpft"

Bis auf 9:6 setzten sich die Gäste ab, dann mussten sie erstmals auch bluten. Ungenaue Pässe ermöglichten Wetzlar Gegenstöße und einen 4:0-Lauf. Ortega reagierte, nahm die Auszeit und ließ Hannes Feise nun vorgezogen verteidigen. Als Spielmacher kam Alfred Jönsson. Es blieb eng, aber die HSG verteidigte nun besser. Ebner hielt einen Strafwurf und zeigte eine weitere Glanzparade, bei der er den Ball in hohem Bogen bis in den gegnerischen Kreis trat. Zwei weitere sehenswerte Flugeinlagen der Recken folgten: Martinovic blieb bei seinem Tor zum 12:12 gefühlt ewig in der Luft, Feise sprang zum 13:13 weit ein. „Wir haben super gekämpft, waren immer da“, sagte Martinovic hinterher, „daran lag es nicht.“

Anschließend schnappte sich Feise den gepflasterten und mit sechs Stichen genähten Schefvert Forsell schon an der Mittellinie – und musste für zwei Minuten raus. Beide gerieten daraufhin verbal aneinander. Feise beschied dem Wetzlarer mit Handzeichen, er quatsche zu viel. Zu melden hatten die Recken in der ersten Hälfte selbst freilich nichts mehr, mit 14:16 ging es in die Pause.


"Das war entscheidend"

Nach dem Wechsel begann Urban Lesjak im Recken-Tor. Böhm gelang der Anschluss und er zog eine Zwei-Minuten-Strafe, die statt des Ausgleichs aber zum 15:18 führte. Jetzt drohte sich Wetzlar abzusetzen, obwohl auch Lesjak einen Siebenmeter parierte. Weil beide Teams im Angriff in der Folge mehrfach patzten und die Abwehrreihen nun besser zupackten, blieb es jedoch knapp. Die Recken machten es nun mit Gewalt: Zweimal Martinovic und einmal Jönsson schafften aus der Distanz das 21:22 (50. Minute). Das konnte aber auch Wetzlar: Der überragende Stefan Cavor erzielte das 23:21 - der Ball hatte sagenhafte 128 Stundenkilometer drauf.

Dann wurde es wieder bitter, die TSV blieb abermals in Überzahl erfolglos. „Das war entscheidend, da müssen wir präziser spielen“, monierte Christophersen. Es bleibt bei der gruseligen Serie: Seit 2012 haben die Recken in Wetzlar nicht gewonnen.