15. Juni 2021 / 18:53 Uhr

So gehen Wolfsburgs Drittliga-Handballerinnen die "Herkulesaufgabe" Klassenerhalt an

So gehen Wolfsburgs Drittliga-Handballerinnen die "Herkulesaufgabe" Klassenerhalt an

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Starten in die Drittliga-Vorbereitung: Die Handballerinnen des VfL Wolfsburg haben den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen.
Starten in die Drittliga-Vorbereitung: Die Handballerinnen des VfL Wolfsburg haben den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. © Roland Hermstein
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Die Handballerinnen des VfL Wolfsburg sind in die Vorbereitung auf die kommende Drittliga-Saison gestartet. Die Kaderplanung gestaltet sich für die Mannschaft von Trainer Oliver Bült schwierig, der Klassenerhalt soll dennoch gelingen.

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Den Aufstieg in die 3. Liga hatten die Handballerinnen des VfL Wolfsburg ohne Kraftaufwand bewältigt, diesen allerdings benötigt das Team von Trainer Oliver Bült, um in der höheren Spielklasse bestehen zu können. Seit einer Woche kann die Mannschaft dank sinkender Inzidenz-Zahlen wieder in der Halle trainieren, darauf haben sich alle „wahnsinnig gefreut“, wie Bült sagt. Der Team-Spirit hat unter der Zwangs-Pause aber nicht gelitten: „In Einzelgesprächen habe ich oft den Satz gehört: ‘Es ist so, als wäre man nie weg gewesen.‘“

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Der Trainingsstart verlief gemächlich, den Ball bekommen die VfLerinnen noch nicht zu sehen. „Wir kümmern uns erst einmal um die Bereiche Kraft und Ausdauer. Nach der langen Pause ist das Risiko zu groß, jemanden zu verlieren“, sagt Bült. Neben Anna Sauer gibt es bisher keine weiteren Zugänge im Kader. „Wir hätten gern noch ein bis zwei Positionen besetzt, aber es gestaltet sich schwierig“, sagt Bült. Liga-Konkurrenten hatten nach der Saison-Annullierung schon frühzeitig Planungssicherheit, der Aufstieg der Wolfsburgerinnen stand dagegen erst Mitte Mai fest. Zudem erschwert die Corona-Pandemie die Kaderplanung.

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Breiter Kader und Liga-Neuling

Wann die Drittliga-Saison startet und wie die Staffeln aufgeteilt werden, das steht noch nicht fest. „Ändern können wir es eh nicht und wird nehmen es so an, wie es kommt“, sagt Abteilungsleiter Jens Wöhner. Bis dahin würde der VfL gern noch ein Trainingslager absolvieren, aber auch das gestaltet sich in der Pandemie-Zeit schwierig.

Dass der Klassenerhalt in der 3. Liga eine „Herkulesaufgabe“ wird, wie Bült sagt, ist dem Verein klar. In den vergangenen Jahren ist der Aufsteiger meist direkt wieder abgestiegen. Ein Vorteil ist aus Sicht von Wöhner, dass der Kader in der Breite gut aufgestellt ist und sich damit nicht nur auf die Start-Formation verlässt. Bült sieht noch ein weiteres Plus des Aufsteigers: „Man kennt uns nicht, vielleicht werden wir unterschätzt und können selbst an unserer Aufgabe wachsen.“ Er stellt aber auch klar: „Wir sind von allen Drittligisten der krasseste Außenseiter, der Klassenerhalt wäre eine riesige Überraschung. Alle müssen gesund bleiben, wir müssen sehr diszipliniert sein.“

Bült und Co. werden alles daran setzen, den Klassenerhalt zu packen und die Euphorie nach dem Aufstieg möglichst lange mit in die Saison zu tragen. „Wir wollen dieses Abenteuer eingehen, denn: Wann hat man mal diese Chance dazu?“, so Wöhner. Und wenn es nicht mit dem Saisonziel klappt? „Vielleicht wird es ein bitteres Ende geben, wieder absteigen zu müssen.“ Aber: „Mit der Erfahrung, zu wissen, was fehlt, um in der Liga bestehen zu können.“