20. Dezember 2020 / 17:18 Uhr

Handball-WM 2021: Alle Nationalspieler des SC DHfK Leipzig mit dabei

Handball-WM 2021: Alle Nationalspieler des SC DHfK Leipzig mit dabei

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Nach SPORTBUZZER-Informationen werden alle vier Nationalspieler des SC DHfK Leipzig zur Handball-WM nach Ägypten reisen: Philipp Weber (Deutschland), Kristian Saeveras (Norwegen), Maciej Gebala (Polen) und Marko Mamic (Kroatien).
Nach SPORTBUZZER-Informationen werden alle vier Nationalspieler des SC DHfK Leipzig zur Handball-WM nach Ägypten reisen: Philipp Weber (Deutschland), Kristian Saeveras (Norwegen), Maciej Gebala (Polen) und Marko Mamic (Kroatien). © Christian Modla/Dirk Knofe/Modla/Modla
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Trotz der Corona-Pandemie startet im Januar die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Bereits jetzt muss sich Cheftrainer Alfred Gislason mit Personalproblemen auseinandersetzen. Vier Spieler haben ihre Teilnahme an der WM abgesagt. Grünes Licht für alle Leipziger Nationalspieler gibt es währenddessen vom Leipziger Bundesligisten DHfK.

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Leipzig. Die Corona-Pandemie hat den Handball in Deutschland fest im Griff. Sämtliche Amateurligen wurden unterbrochen, seit Wochen müssen Bundesligaspiele ohne Zuschauer stattfinden und eine immer weiter wachsende Anzahl an Nachholspielen macht den sportlichen und fairen Vergleich wöchentlich komplizierter. Doch das Jahreshighlight eines jeden Handballfans bleibt als Festung in diesen Krisenzeiten bestehen: Die Weltmeisterschaft wird trotz der globalen Verbreitung des Coronavirus stattfinden und die Augen von Kindern und Fans in diesen düsteren Zeiten zum Leuchten bringen.

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„Wir sind nicht Topfavorit“

Doch der freiwillige WM-Verzicht des Kieler Trios Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold sowie von Melsungens Abwehrspezialist Finn Lemke, wirft einen dunklen Schatten auf die Titelambitionen der Deutschen Nationalmannschaft. „Das ist zweifelsfrei eine riesige Schwächung. Wir haben dadurch nicht nur den weltweit geachteten Innenblock in der Abwehr verloren, sondern auch Spieler, die im Verein schon sehr engen Kontakt zu Alfred Gislason hatten und die Systematik seiner Spielweise verstanden haben“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer im ZDF.

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Eine Befürchtung, die auch der langjährige Nationaltorhüter Johannes Bitter teilt. „Diese Spieler sind nicht zu ersetzen“, kommentierte der Stuttgarter Keeper im „Aktuellen Sportstudio“. Der 38-Jährige hofft dennoch auf eine gute Platzierung in dem auf 32 Mannschaften erweiterten Wettbewerb und glaubt an sein Team. Er sagt aber deutlich: „Jetzt sind die Chancen gesunken. Wir sind nicht Topfavorit.“

„Das ist extrem hart. Es wird schwierig, in der Kürze der Zeit etwas Neues einzustudieren“, erklärte Bundestrainer Alfred Gislason im Gespräch mit der „Sport Bild“. Denn zu den Absagen kommen die verletzungsbedingten Ausfälle der Rückraumspieler Fabian Wiede, Tim Suton und des Ex-Leipzigers Franz Semper hinzu. „Wir werden das Bestmögliche für Deutschland rausholen“, so Gislason kämpferisch. Er fügte jedoch hinzu: „Niemand wird sagen können, eine Medaille muss drin sein.“


Für viele Fans und Profis sind die Entscheidungen der Nationalspieler nachvollziehbar und auch Coach Gislason hatte zuletzt Verständnis für die Entscheidung gezeigt. Weitere Absagen befürchte er nicht mehr. „Wir hatten mit allen Spielern im Herbst ein Meeting. Diejenigen, die jetzt abgesagt haben, hatten schon damals Bedenken.“

"Ich beschäftige mich nicht mit einer Absage"

Fest einplanen darf der ehemalige Kiel-Trainer den Leipziger Torgaranten Philipp Weber. „Ich beschäftige mich nicht mit einer Absage“, sagt der Rückraumspieler, der bei der WM wieder alles geben möchte, nach dem 29:26-Heimsieg gegen Hannover-Burgdorf. Damit steht Weber in Leipzig nicht allein. Auch die anderen Nationalspieler des DHfK stehen nach SPORTBUZZER-Informationen bereit für die WM. „Auch Kristian Saeveras, Maciej Gebala und Marko Mamic stehen – Stand jetzt – ihren Nationalmannschaften zur Verfügung“, so Geschäftsführer Karsten Günther. Alle Spieler seien im engen Austausch mit ihren jeweiligen Verbänden (Norwegen, Polen, Kroatien) und werden über die neuesten Entwicklungen informiert.

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SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Hannover-Burgdorf mit 29:26. ©

„Eine hundertprozentige Sicherheit kann den Spielern niemand bieten – das können wir auch nicht in der Bundesliga“, so Günther, der aber Vertrauen in die Verbände und die Ausrichter hat. „Alle wichtigen Fragen wurden gestellt. Nun müssen die Konzepte angepasst und bestmögliche Vorkehrungen getroffen werden.“