17. Januar 2021 / 22:21 Uhr

Kommentar zum Corona-Chaos bei der WM: Dieses Turnier ist bisher keine gute Werbung für den Handball

Kommentar zum Corona-Chaos bei der WM: Dieses Turnier ist bisher keine gute Werbung für den Handball

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Die Mannschaft der Kap Verde sorgte mit zu vielen Corona-Infektionen bei ihrer ersten WM-Teinahme für die erste Spielabsage. Gegen Uruguay bestreitet sie dennoch ihr zweites Spiel.
Die Mannschaft der Kap Verde sorgte mit zu vielen Corona-Infektionen bei ihrer ersten WM-Teinahme für die erste Spielabsage. Gegen Uruguay bestreitet sie dennoch ihr zweites Spiel. © imago images/Bildbyran/Montage
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Die Spielabsage der DHB-Auswahl gegen Kap Verde bei der Handball-WM in Ägypten ist die erste in der Historie gewesen. Die Mannschaft bleibt trotz einiger Corona-Fälle im Turnier, spielt die Gruppenphase zu Ende. SPORTBUZZER-Redakteur Jens Kürbis empfindet das als schlechte Werbung für den Handball.

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"Ägypten wird weltweit im Rampenlicht stehen und ich bin mir sicher, dass es eine Botschaft des Erfolges vermitteln wird." Das hatte Hassan Moustafa, der mächtige Präsident des Handball-Weltverbandes, bei der WM-Eröffnung erklärt und prophezeit, dass diese Meisterschaften das Licht am Ende des dunklen Tunnels sein werden. Doch die Realität sieht anders aus. Es wird dunkler.

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Es sind nicht die Kleinigkeiten, wie Schlange stehen am Büffet oder Begegnungen der unheimlichen Art auf Hotelfluren. Es ist sicher auch nicht das seltsame Bild beim Eröffnungsspiel der Gastgeber, das gut 1000 Menschen in der Halle zeigte. Es müssen ja alles Offizielle gewesen sein, denn Zuschauer sind ja verboten.

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Nach den Absagen von Tschechien und den USA geht das Corona-Chaos weiter. Es sind die Infektionen, die sich der Weltverband in die eigentlich längst geschlossene WM-Blase geholt hat. Dänemark, Slowenien – sie sind betroffen. Mit dem besonderen Kap-Verde-Fall hat die WM jetzt sogar ihre erste Absage. Die Insulaner bleiben sogar weiter im Rennen. Denn es kann ja fleißig nachnominiert werden. Die Regularien geben es her.

Quarantäne, Inkubationszeit – die Erkenntnisse werden einfach weggeworfen. Frei nach dem Motto: Augen zu und durch. Auch auf die Gefahr hin, dass es ein Superspreader-Event wird. Diese WM ist bisher alles andere als eine Botschaft des Erfolges, gute Werbung für den Handball schon gar nicht.