12. Januar 2019 / 19:46 Uhr

Handball-WM: Ohne Probleme! DHB-Team gewinnt auch gegen Brasilien

Handball-WM: Ohne Probleme! DHB-Team gewinnt auch gegen Brasilien

Jens Kürbis
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DHB-Leistungsträger Uwe Gensheimer wusste gegen Brasilien zu überzeugen. 
DHB-Leistungsträger Uwe Gensheimer wusste gegen Brasilien zu überzeugen.  © imago/Jörg Schüler
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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft konnte auch ihr zweites WM-Spiel gewinnen. Gegen Brasilien stand es am Ende 34:21. 

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„Oh, wie ist das schön“, sangen die 13.500 Zuschauer schon lange vor dem Schlusspfiff. Das hatte man wirklich lange nicht gesehen. Deutschlands Handballer zerlegten im zweiten WM-Vorrundenspiel mit einem beeindruckenden Sturmlauf Brasilien mit 34:21 (15:8). Eine Demonstration der Stärke. Ein Statement an die Konkurrenz. Auch an all jene, die an der Leistungsfähigkeit der Mannschaft gezweifelt hatten. Da geriet auch Christian Prokop ins Schwärmen: „Fantastische Atmosphäre, fantastisches Spiel. Das war das schönste Spiel, seit ich Bundestrainer bin, macht richtig Lust auf mehr.“

Was für ein Start!

Aber was war das für ein Start, was für erste 30 Minuten? Andreas, der Wolff im deutschen Tor, biss sofort zu.

Und die ausverkaufte Arena war sofort auf Betriebstemperatur. „Andi“, brüllte der Hallensprecher. Und 13.500 schrien „Wolff!“ zurück. Aber das mit solch einer Hingabe, als ob sie den Kieler adoptieren wollten. „Die Fans haben richtig Gas gegeben. Vom Hallendach bis zum Parkett waren alle voll da“, schwärmte Jannik Kohlbacher. Eine Energie, die sich auf die Spieler übertrug. Es dauerte 2:43 Minuten, ehe Steffen Weinhold mit einer ansatzlosen 97-Stundenkilometer-Rakete das Angriffsspiel zündete. Was folgte, war ein furioser Sturmlauf. Mit Uwe Gensheimer (10/5), dem treffsicheren Käpt’n und „Man of the Match“. Mit Martin Strobel, der den Ball, das Spiel flott machte, seine Nebenleute immer wieder klug in Szene setzte. Mit Steffen Weinhold, der sich im Eins-gegen-eins immer wieder durchtankte.

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Das Glanzstück war aber die Abwehr, die sich ihren Namen mehr als verdiente. Sie blockte, verdichtete, wühlte – und das klug. Das Zentrum stach dabei noch heraus. Was die Kieler Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek im Mittelblock abräumten – eine Lehrstunde, die in jedes Handballbuch Eingang finden sollte. In Zahlen las sich das so: 9:2 nach 15 Minuten. Die Brasilianer, die 24 Stunden zuvor mit einem berauschenden Spiel Weltmeister Frankreich fast gekippt hätten, waren völlig von der Rolle. Bezeichnend: „Rasta-Man“ Fábio Chiuffa setzte einen Siebenmeter neben das Tor. „Nur drei Gegentreffer in den ersten 18 Minuten sprechen für sich“, sagte Fabian Böhm. Keeper Wolff war dabei nahezu beschäftigungslos (7 Paraden), „die Bälle kamen ja nicht mal aufs Tor. Die ersten 20 Minuten haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, auf ganz hohem Niveau zu spielen.“

DHB-Team tanzte Samba mit Brasilianern

Das deutsche Team, das bei Olympia in Rio gegen die Männer vom Zuckerhut noch 30:33 verloren hatte, tanzte weiter Samba mit den Brasilianern, nun mit Steffen Fäth als Vortänzer. Der sonst so sensible Rückraumlinke war mit zwei Fehlwürfen gestartet. Verunsicherung? Keine Spur. Er warf, traf, drehte wie von der Leine gelassen auf (4 Treffer). Was für eine Handballparty. Nach 25 Minuten gab es spontan Standing Ovations der 13.500, es wurden sogar Blocks gefeiert. Der Weltmeister von 2007 Dominik Klein fand es „krass. Man sieht, wie die Jungs die Stimmung aufsaugen, wie sie sie beflügelt.“

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Und der Sturmlauf ging nach der Pause weiter. Konterwelle auf Konterwelle rollte über das Feld (17:9/34.). Erst Mitte der zweiten Halbzeit ging die Spannung verloren, mehrten sich die Fehlwürfe (21 insgesamt), kam der zweite Anzug. Doch auch der passte. Als Matthias Musche für die erste Zehn-Tore-Führung sorgte (28:18/53.), war die Partie längst entschieden, die Arena im Freudentaumel.

Und jetzt geht es am Montag gegen Russland (18 Uhr, ARD). Wolff: „Da müssen wir die Zuschauer wieder mitnehmen.“ Doch der Ansage bedarf es gar nicht. Deutschland ist drin in der Handball-WM – Mannschaft und Fans.

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