23. Januar 2019 / 22:02 Uhr

Sieg gegen Spanien: Deutschland im WM-Halbfinale jetzt gegen Norwegen

Sieg gegen Spanien: Deutschland im WM-Halbfinale jetzt gegen Norwegen

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Nächster Sieg in der Hauptrunde: Deutschland schlägt auch Spanien.
Nächster Sieg in der Hauptrunde: Deutschland schlägt auch Spanien. © imago/Eibner
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Dritter Sieg im dritten Spiel. Deutschland zieht bei der Handball-WM als Gruppenerster der Hauptrunde ins Halbfinale ein. Gegner wird Norwegen sein. Im letzten Hauptrundenspiel gelingt dem DHB-Team ein Sieg gegen Europameister Spanien, der Mut für die Vorschlussrunde macht.

Um 12.15 Uhr soll Eurowings-Flug 7019 am Donnerstag in Köln-Bonn abheben. Dann sind Deutschlands Handballer auf dem Weg nach Hamburg, ins Halbfinale dieser für sie bisher so berauschenden Weltmeisterschaft. Kapitän Uwe Gensheimer und Co. verabschiedeten sich aus Köln mit einem 31:30 (17:16)-Sieg über Spanien – ungeschlagen, als Hauptrundenerster. „Das habe ich wirklich nicht erwartet, das ist schon eine faustdicke Überraschung“, gab Henning Fritz, Weltmeister von 2007, zu. Seine Nachfolger sind jetzt auf dem besten Weg, erneut Geschichte zu schreiben. Nächster Stop: Hamburg. An der Elbe treffen sie im Halbfinale am Freitag (20.30 Uhr, ARD) auf Norwegen.

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Uwe Gensheimer, Andreas Wolff und Silvio Heinevetter gehören zu den Topverdienern der deutschen Handball-Mannschaft. Der SPORTBUZZER zeigt die Gehälter der DHB-Stars. ©

Prokop: "Wollten uns mit einem guten Gefühl verabschieden"

Deutschland kontra Spanien, ein Klassiker, der in der Vergangenheit für Triumph und Tränen gesorgt hatte. Zuletzt bei der EM vor einem Jahr waren es Tränen, als das DHB-Team 27:31 verlor, ausschied und Spanien Europameister wurde. Diesmal war die Spannung für die 19 250 Zuschauer im ausverkauften „Wohnzimmer des deutschen Handballs“ vor dem ersten Wurf verflogen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop hätte nach der 20:23-Niederlage Frankreichs gegen Kroatien schon mit acht Treffern verlieren müssen, um die Spitze abzugeben. Weltmeister Frankreich trifft im Halbfinale nun auf Dänemark, den ebenfalls ungeschlagenen Co-Gastgeber. Ein Taktieren verbot sich dennoch. „Wir hatten eine Pflicht den Fans gegenüber“, sagte Abwehrchef Patrick Wiencek. Bundestrainer Christian Prokop machte klar: „Die Jungs wollten sich mit einem guten Gefühl verabschieden.“

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Von Martin Strobel, dem Spielmacher, der sich im Spiel gegen Kroatien schwer am Knie verletzt hatte, gab es zuvor Grüße aus dem Krankenhaus. „Der Weg ist noch nicht zu Ende Männer!“, schrieb er. Und seine Kollegen zeigten ihrerseits Solidarität: Betreuer, Co-Trainer – hatten ein Strobel-Trikot an.

Spiel reißt Zuschauer früh von den Sitzen

Für Strobel hatte der Bundestrainer Tim Suton nachnominiert. Der 22-jährige Lemgoer, 2014 bester Nachwuchsspieler Deutschlands, der schon mit Frankreich-Star Nikola Karabatic verglichen wurde, kam nach elf Minuten ins Spiel. Prokop hatte zuvor angekündigt, die Einsatzzeiten zu dosieren, um Kräfte fürs Halbfinale zu schonen. Nach gut 20 Minuten war so der zweite Anzug im Spiel. Doch auch der passte. Da beide Abwehrreihen den letzten Zugriff vermissen ließen, entwickelte sich ein munteres Spielchen. Ein Gewinn: Suton – mit explosivem Eins gegen Eins, tollem Zug zum Tor, vier Treffern. Die kleinen Fehler, die er auch machte: geschenkt. Auch Fabian Böhm sorgte für frischen Rückraumwind. Es wurde ein flottes Hin und Her, bei dem sich allerdings nach dem 3:1 (5.) kein Team mit mehr als einem Treffer Differenz absetzen konnte.

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Spanien erweist sich als schwerer Gegner

Die Iberer blieben dran. Erst als sich nach der Pause in ihrem Spiel die Fehler mehrten, die „beste Abwehr der Welt“ (DHB-Vizepräsident Bob Hanning) die Räume besser verdichtete, Silvio Heinevetter im Tor ein ums andere Mal zupackte, die Hannoveraner Böhm (5), Man of the match, und Kai Häfner (3) sich ins Tore-Werfen verliebten, enteilte Deutschland auf drei, dann vier Treffer (25:21/44.). Sogar ein Tor des Verteidigungsspezialisten Finn Lemke wurde bejubelt.

In dem attraktiven Spiel wurden die Fans bestens unterhalten. Das Ärgerliche nur: Spanien – die Oldie-Truppe des Turniers (29,7 Jahre Schnitt) – war beim 28:27 (55.) wieder dran. Mehr nicht. Denn Heinevetter mit einem abgewehrten Tempogegenstoß und Jannik Kohlbacher mit dem 31:29 machten den Deckel drauf. „Kohli“ sagte „Danke Köln, das war Weltklasse!“ Und das Kölner Wohnzimmer sang: „Oh wie ist das schön“. In Hamburg soll es so weitergehen.


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