13. Januar 2021 / 10:37 Uhr

Handball-WM im Zeichen von Corona: So läuft das XXL-Turnier – die wichtigsten Fakten

Handball-WM im Zeichen von Corona: So läuft das XXL-Turnier – die wichtigsten Fakten

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Dänemark um Mikkel Hansen ist der große WM-Favorit.
Dänemark um Mikkel Hansen ist der große WM-Favorit. © imago images/Ritzau Scanpix
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Am Mittwoch startet die Handball-WM in Ägypten. Das Turnier ist in diesem Jahr ist mit 32 Teams so aufgebläht wie nie zuvor - und leidet schon jetzt unter der Corona-Pandemie. Dennoch: Wer sind die Stars? Wer sind die Topfavoriten? Wo laufen die Spiele im TV? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten des Turniers.

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Um 15.06 Uhr Ortszeit landete der Charterflieger mit Deutschlands Handballern an Bord am Dienstag auf dem Kairoer Flughafen gelandet. Dass die Weltmeisterschaft im Zeichen der Corona-Pandemie steht, bekamen Uwe Gensheimer und seine Kollegen nach der Ankunft direkt zu spüren. Noch auf dem Rollfeld gab es den ersten PCR-Test. Wenige Stunden später sagte die tschechische Mannschaft nach mehr als zehn positiven Tests ihre WM-Teilnahme ab. Nordmazedonien rückt nach. Das US-Team meldete 17 Corona-Fälle und entschied sich am späten Abend ebenfalls zum Verzicht – zugunsten der nachrückenden Schweiz. Auch beim deutschen Gruppengegner Kap Verde soll es sieben Fälle geben, Brasilien ist ebenfalls betroffen. Der SPORTBUZZER nennt weitere WM-Fakten:

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XXL-WM: Die 27. Weltmeisterschaft seit 1939 wird erstmals mit 32 statt wie bisher mit 24 Mannschaften gespielt. Es ist nach 1999 die zweite WM in Ägypten. Für Hassan Moustafa, den Präsidenten des Weltverbandes IHF, ist es ein Heimspiel. Der Ägypter hat die WM zur Chefsache erklärt. Auch, weil es für die IHF um TV-Gelder in Höhe von rund 30 Millionen Euro geht.

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Corona: Nach massiver Kritik wurde eine zuletzt geplante 20-prozentige Zuschauerauslastung verworfen. Ein Sicherheits- und Hygienekonzept gibt klare Regeln vor: Teams, Schiedsrichter, Offizielle und Journalisten müssen sich nach negativen PCR-Tests in eine WM-Blase begeben, werden danach im 48-Stunden-Rhythmus getestet. Das Verlassen der roten Zone, zu der neben der Halle auch zugewiesene Hotels zählen, ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Der Strafenkatalog reicht von Geldstrafen bis zum Turnierausschluss. Auch neu: Der Kader umfasst 20 Spieler. Medientermine gibt es nur digital.

Arenen: Gespielt wird an vier Orten in Alexandria und im Großraum Kairo. Herzstück ist der Cairo Stadium Indoor Halls Complex, angegliedert sind weitere drei Arenen, die als Trainingshallen genutzt werden. Die New Capital Hall im Osten der „neuen Hauptstadt“ bei Kairo ist Teil eines Prestigeobjektes der Regierung. Das deutsche Team spielt in Gizeh.

Deutsche Gruppe: Das DHB-Team trifft in der Vorrunde auf die WM-Neulinge Uruguay (Freitag,18 Uhr) und Kap Verde (Sonntag, 18 Uhr) sowie Ungarn (Dienstag, 20.30 Uhr). Minimalziel ist das Viertelfinale.

Modus: Gespielt wird in acht Vorrundengruppen. Die besten drei Teams aus jeder Gruppe kommen in die Hauptrunde (vier Gruppen), die Ergebnisse aus den zwei Spielen gegen die Teams aus der Vorrunde werden mitgenommen. Deutschland würde auf Teams der Gruppe B (Spanien, Tunesien, Polen, Brasilien) treffen. Die besten zwei Teams der Gruppe erreichen das Viertelfinale. Weiter geht es im K.-o.-Modus.

Fernsehen: ARD und ZDF übertragen die deutschen Spiele live. Die Besonderheit: In Ägypten ist kein TV-Journalist vor Ort. Die ARD zieht ihr Team in Köln zusammen, das ZDF in Mainz. Eurosport überträgt 15 Partien. Das Streamingportal Sportdeutschland.tv zeigt für zehn Euro alle 108 Spiele live.

Hotel: Das deutsche Team logiert mit den Vorrundengegnern in der Fünf-Sterne-Luxusanlage Marriott Mena House in Gizeh, ist dabei von einem 40 Hektar großen Garten mit Pool umgeben. Der DHB-Tross ist auf einer Etage in Doppelzimmern mit Blick untergebracht.

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Ein Tor Vorsprung gegen Russland bringt Schweden 1999 den WM-Titel in Ägypten. ©

Favoriten: Topfavorit ist Titelverteidiger Dänemark. Zum erweiterten Kreis zählen Norwegen, Europameister Spanien, Frankreich und Gastgeber Ägypten.

Stars: Dänemarks Team prägen zwei Akteure: Mikkel Hansen und Niklas Landin. Rückraumkanonier Hansen (Paris Saint-Germain) gilt als komplettester Handballer der Welt, Landin (Kiel) als bester Keeper. Sander Sagosen, der beim THW Kiel unter Vertrag steht, gilt als der weltbeste Rückraumspieler, soll Norwegen im dritten Anlauf zum Titel führen. Der Franzose Dika Mem und auch Spaniens Alex Duschebajew können neben Kroatiens Anführer Domagoj Duvnjak zudem prägendste Spieler der WM werden.