12. März 2020 / 14:43 Uhr

Handballer des SC DHfK Leipzig stoppen Ticketverkauf für Heimspiele

Handballer des SC DHfK Leipzig stoppen Ticketverkauf für Heimspiele

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Der SC DHfK Leipzig spielt für gewöhnlich vor gut gefüllten Rängen.
Der SC DHfK Leipzig spielt für gewöhnlich vor gut gefüllten Rängen. © ahr
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Wer sich noch Eintrittskarten für die Partien des SC DHfK Leipzig unter anderem gegen Flensburg und Kiel sichern wollte, wird zunächst einmal warten müssen. Da die Austragung der Partien in der Coronakrise unklar ist, verkauft der Club ab sofort keine Tickets mehr.

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Leipzig. Die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig reagieren auf die herrschende Coronakrise und den Erlass des Freistaates Sachsen bezüglich von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Wie die Grün-Weißen am Donnerstag mitteilten, wurde der Ticketvorverkauf für die vier noch ausstehenden Heimspiel in der laufenden Saison gestoppt. Am kommenden Montag treffen sich die Vereine der Handball-Bundesliga zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Dort wollen die Vereine gemeinsam beraten und entscheiden, ob und wie die laufende Saison zu Ende geführt werden kann.

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„Die Auswirkung auf die komplette Sport- und Veranstaltungsbranche wird dramatisch. Wir werden selbst ein sehr dickes Fell brauchen, vor allem aber die Unterstützung der Politik und ganz viel Solidarität aller Beteiligten", so DHfK-Handball-Geschäftsführer Karsten Günther. "Trotz der existenzbedrohenden Lage steht aktuell für uns der Schutz der Risikopatienten und somit die Eindämmung der Virusausbreitung an oberster Stelle. Wir werden unser Möglichstes tun, dafür Sorge zu tragen und verweisen in enger Abstimmung mit unserer medizinischen Abteilung auf die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts im Umgang mit dem Coronavirus.“

Diese Spiele stehen auf dem Plan:

26.03., 19 Uhr: SC DHfK Leipzig - SG Flensburg-Handewitt

12.04., 17.20 Uhr: SC DHfK Leipzig - THW Kiel

23.04., Zeit offen: SC DHfK Leipzig - HSG Nordhorn-Lingen

07.05., 19 Uhr: SC DHfK Leipzig - MT Melsungen

Sicherheitshalber Urlaubsstopp

Bereits am Dienstag hatte Günther gegenüber dem SPORTBUZZER die Notwendigkeit einer einheitlichen Regelung betont. Zudem drückte der Handball-Manager starke wirtschaftliche Sorgen aus. „Anders als beim Fußball können wir unsere Ausgaben nicht mit TV-Geldern und Transferüberschüssen ausgleichen. Wir sind auf die Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen angewiesen“, so Günther. Wenn diese ausblieben, könne der Ofen schnell aus sein. Mit anderen Worten: Vielen Handballclubs droht ohne das Eintrittsgeld der finanzielle Kollaps. Vor allem in den Partien gegen die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel hat der SC DHfK mit einer vollen Halle und entsprechenden Einnahmen geplant.

Günther hat seine Profis auch auf eine mögliche Aussetzung der Saison und eine damit verbundene Verschiebung der Sommerpause vorbereitet. "Ja, ich habe einen Urlaubsstopp angekündigt", erklärt der DHfK-Geschäftsführer. Die Reaktionen darauf seinen durchweg verständnisvoll gewesen. "Darüber habe ich mich sehr gefreut. Die Jungs sind keine Söldner. Sie sind mit dem Club verwachsen und wissen, was hier auf dem Spiel steht. Eine Verschiebung des Urlaubs ist da kein großes Problem."

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