25. September 2020 / 17:21 Uhr

Handballer Jonas Liedtke: "Ich denke gerne an die Zeit in Oranienburg zurück"

Handballer Jonas Liedtke: "Ich denke gerne an die Zeit in Oranienburg zurück"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
13 Jahre spielte Jonas Liedtke für den Oranienburger HC. Nun steht er für Oberliga-Aufsteiger BTV 1850 auf der Platte.
13 Jahre spielte Jonas Liedtke für den Oranienburger HC. Nun steht er für Oberliga-Aufsteiger BTV 1850 auf der Platte. © Reid, John
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Als Eigengewächs kämpfte sich der 26-Jährige einst in die Drittliga-Mannschaft des Oranienburger HC - heute spielt er in der Oberliga Ostsee-Spree für den BTV 1850.

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Insgesamt 13 Jahre stand er für seinen Heimatverein auf der Platte – und als eines von nur ganz wenigen Eigengewächsen gelang ihm der Sprung in die erste Männermannschaft. Jonas Liedtke galt als großes Talent des Oranienburger Handballclubs (OHC), wurde den vielen Vorschusslorbeeren durch konstante Leistungen im Jugendbereich auch gerecht und agierte zwischen 2013 und 2016 als fester Bestandteil des Drittliga-Kaders. Vier Jahre nach seinem Abschied vom OHC spielt der 26-Jährige nur eine Etage tiefer – in der Oberliga Ostsee-Spree.

„Ich denke gerne an die Zeit in Oranienburg zurück“, sagt Liedtke, der heute beim Berliner Turner-Verein (BTV) 1850, dem zweitältesten Verein der Hauptstadt, spielt. In Schmachtenhagen und Lehnitz wuchs er auf, zum Handball kam er durch den großen Bruder: „Paul hat, anders als ich, aber ziemlich schnell mit dem Handball aufgehört.“ Liedtke durchlief den kompletten Nachwuchs bei den Pumas, das Abc brachte ihm Ralph Kuhnert bei, geschliffen wurde der einstige OHC-Diamant aber von Christian Riedel. „Vier Jahre war er mein Trainer, Christian hat mich am meisten geprägt“, betont Liedtke.

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Neben seinem Förderer saß er kurze Zeit später in der Kabine – als Teamkollege im Drittliga-Team. „Ich habe das nicht als selbstverständlich gesehen, war auch deswegen extrem dankbar, dass ich solch eine Chance erhielt“, verrät der Rotschopf, dem lediglich positive Erinnerungen im Kopf geblieben sind: „Ich wurde schnell integriert, Trainer Christian Pahl hat auch stets versucht, mir Spielzeit zu geben.“ Auf der Linksaußen-Position hatte es Liedtke gegen Linus Dömeland nicht immer einfach, die Derbys gegen die Jungfüchse oder den VfL Potsdam in einer vollen MBS-Arena oder ein Testspiel gegen den SC Magdeburg können ihm heute aber von niemandem mehr genommen werden. „Außerdem“, sagt Liedtke, „sind Freundschaften entstanden. Mit Florian Kamenz, Marten Schwinge oder Alexander Reischel habe ich schon in der Jugend gespielt und das sind heute noch gute Kumpels.“

Gegenwärtig absolviert er seinen Master in Wirtschaftsingenieurwesen, für das Studium schraubte er vor ein paar Jahren auch die Ambitionen unter dem Hallendach runter: „Ich hab nach dem OHC ein halbes Jahr pausiert, kam dann durch Patrick Lehmann zum PSV Berlin und schloss mich 2018 dem BTV an, wo ich zusammen mit Vincent Stöckmann spiele.“ In der Verbandsliga rangierte das Team zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs ganz oben, heute folgt der erste Auftritt in der viertklassigen Oberliga bei Grün-Weiß Werder. „Für uns ist das eine Riesensache und der Klassenerhalt das einzige Ziel“, sagt Liedtke, der mit Matthias Lessig und Moritz Bruck auf zwei frühere Weggefährten in der Blütenstadt trifft.

Zu seinem Heimatverein besteht selten Kontakt: „Hin und wieder wird mit der alten Fahrgemeinschaft in der noch bestehenden WhatsApp-Gruppe geschrieben.“