23. Oktober 2021 / 15:41 Uhr

Handelfmeter bringt Optik Rathenow gegen Jena auf Verliererstraße

Handelfmeter bringt Optik Rathenow gegen Jena auf Verliererstraße

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Drin: Maximilian Wolfram (liegend) erzielt das 1:1 für Carl Zeiss Jena beim FSV Optik Rathenow.
Drin: Maximilian Wolfram (liegend) erzielt das 1:1 für Carl Zeiss Jena beim FSV Optik Rathenow. © imago images/Matthias Koch
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In der Fußball-Regionalliga Nordost bleibt der FSV Optik Rathenow im Tabellenkeller hängen. Nach der frühen 1:0-Führung durch Jonathan Muiomo treffen die Gäste noch dreimal, unter anderem per Handelfmeter - FSV-Trainer Ingo Kahlisch bleibt trotz der 1:3-Niederlage optimistisch.

Ingo Kahlisch klatschte seine Spieler ab, sprach ihnen Mut zu und wirkte im Großen und Ganzen zufrieden – trotz der 1:3-Heimniederlage seines FSV Optik Rathenow in der Fußball-Regionalliga Nordost gegen den Traditionsverein Carl Zeiss Jena. „Kompliment an meine Jungs“, sagte er später bei der Pressekonferenz und wies daraufhin, dass Vereine wie Cottbus, Chemnitz oder nun Jena eben „nicht der Maßstab“ seien.

Den einzigen Optik-Treffer vor 456 Zuschauern im Stadion Vogelgesang hatte in den 90 Minuten zuvor Jonathan Muiomo (13. Minute) erzielt, für Jena trafen Maximilian Wolfram (35., 53./Handelfmeter) und Vasileios Dedidis (90.). „Optik hat uns alles abverlangt“, lobte Gästetrainer Andreas Patz die Heimelf, „wir sind froh, dass wir die drei Punkte eingefahren haben.“

FSV Optik Rathenow: Zu- und Abgänge der Saison 2021/22.

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Alle Zu- und Abgänge von Optik Rathenow für die Saison 2021/22: ©

Das Spiel begann den Kräfteverhältnissen entsprechend. Bereits nach 20 Sekunden holten die mit Aufstiegsambitionen angetretenen Gäste die erste von insgesamt sechs Ecken in der ersten Hälfte heraus. Der Weg war ihnen von Trainer Andreas Patz klar vorgegeben worden – immer munter in Richtung Optik-Tor. Jenas Matti Langner vergab nach 80 Sekunden die erste gute Möglichkeit des Spiels, als er aus fünf Metern knapp am von Lucas Hiemann gehüteten Rathenower Tor vorbeizielte.

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Die Thüringer wollten Ball und Gegner auf dem tiefen Platz ordentlich laufen lassen, das erste Tor erzielten aber die Gastgeber. Robin Techie-Menson traf in der vierten Minute, stand nach Ansicht des Schiedsrichters dabei aber im Abseits - wohl die falsche Entscheidung. Pech hatte auch Emil Gustavus, der im Anschluss an die erste Optik-Ecke knapp übers Tor zielte. Glodi Zingu hatte den zunächst abgewehrten Ball noch mal scharf vors Tor gebracht.

Die Optiker fanden nach der ersten Jenaer Welle gut ins Spiel, die Führung durch Muiomo ging deshalb in Ordnung. Und schön anzusehen war sie allemal. Stürmer Lucas Will flankte vom rechten Flügel punktgenau auf den Kopf von Muiomo, der präzise ins lange Eck zielte und Gästetorwart Tom Müller keine Chance ließ. „Klasse Tor“, kommentierte Kahlisch trocken. „Die Jungs haben diesen Hallo-wach-Effekt gebraucht“, sagte Patz nach dem Spiel über das Gegentor. "Die Anfangsphase war schlecht von uns." Etwas mehr Zielstrebigkeit hatte er sich wohl von seiner Mannschaft erhofft.

Feldüberlegen waren die Jenaer dennoch und kamen dem Ausgleich in der 28. Minute ein erstes Mal sehr nahe. In höchster Not rettete Hiemann mit vollem Körpereinsatz gegen den frei vor ihm auftauchenden Maximilian Kraus. Danach wurde es turbulent: Hiemann blieb auf dem Boden liegen, das Tor leer – nur unterbrach Schiedsrichter Tim Kohnert das Spiel nicht. Die Optiker blockten mit viel Einsatz die Jenaer Versuche, einen Ball klärte Techie-Menson auf der Linie.


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Zeit zum Durchatmen hatten die Optiker nicht, Jena hielt den Druck hoch. Nach einer Unaufmerksamkeit von Thilo Gildenberg gab’s die sechste Ecke für die Gäste, die schließlich zum Erfolg führte: Den von Kapitän Maximilian Oesterhelweg vors Tor gezirkelten Ball brachte der freistehende Wolfram aus kurzer Distanz im Tor unter. „Das war mal wieder unnötig“, meckerte Kahlisch. Kurz darauf war er wieder besser drauf, als der Schiedsrichter zur Pause bat. „Klasse, Männer“, lobte er seine Elf für eine kämpferisch überzeugende erste Hälfte.

Nach der Pause blieb das Bild unverändert. Jena spielte, suchte Lücken und Torchancen, Optik verteidigte tiefstehend. Ein Handelfmeter brachte die Gäste in Front, nachdem Kapitän Benjamin Wilcke den Ball aus wenigen Metern an die verbotene Fläche bekommen hatte. Wolfram schickte Hiemann in die linke Ecke und schoss rechts unten ein. Die Rathenower wollten in der Szene zuvor eine Abseitsposition erkannt haben, protestierten aber vergebens.

Tobias Werner: "Jede Mannschaft tut sich hier schwer"

Nach etwas über einer Stunde reagierte Kahlisch auf den Rückstand und schickte Nicola Köhler und Johannes Pistol für Gildenberg und den engagierten Ali Gündogdu aufs Feld, später kam noch Abdi Dzafo für Emir Sejdovic. Jena tat mit der Führung im Rücken weniger für die Offensive, Optik fehlten die spielerischen Mittel. Kampf war nun Trumpf, teils beherzt ging’s zur Sache. Die beste Chance vergab Will, dessen Kopfballbogenlampe Jenas Torwart Müller mit Geschick über die Latte lenkte. Die folgende Ecke brachte nichts ein.

„Noch mal Feuer, Männer“, forderte Hiemann auf der anderen Seite von seinen Mitspielern, als die letzten zehn Minuten einer insgesamt zerfahrenen zweiten Halbzeit anbrachen. Er selbst ging mit gutem Beispiel voran und rettete nach einer Kontersituation gegen den eingewechselten Vasileios Dedidis stark. Optik hoffte noch auf die letzte Chance zum Ausgleich, weil Jena teils stümperhaft konterte und Wolfram die Entscheidung in der 88. Minute aus wenigen Metern verpasste.

In der 90. Minute setzte Dedidis den Optik-Hoffnungen dann ein Ende. Einen Konter über die rechte Seite vollendete er nach Oesterhelwegs mustergültiger Vorarbeit sicher zum 3:1. Kurz darauf war Schluss und der FSV Optik Rathenow um eine Enttäuschung in dieser Saison reicher. „Jede Mannschaft tut sich hier schwer“, sagte Jenas Sportdirektor Tobias Werner nach dem Spiel, „wir haben den Rückstand gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Der Sieg war aber verdient“.

FSV Optik Rathenow: Lucas Hiemann – Techie-Menson, Benjamin Wilcke, Glodi Zingu, Vassilios Polichronakis, Thilo Gildenberg (63. Johannes Pistol), Emil Gustavus, Emir Sejdovic (77. Abdi Dzafo), Jonathan Muiomo (84. Justin Gröger), Ali Gündogdu (63. Nicola Köhler), Lucas Will.