28. August 2019 / 21:34 Uhr

Ex-Schiedsrichter Markus Merk über Handspiel-Ärger bei Schalke, Bayern und Co.: "Situationen klar beschrieben"

Ex-Schiedsrichter Markus Merk über Handspiel-Ärger bei Schalke, Bayern und Co.: "Situationen klar beschrieben"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die strittigen Handspiel-Situationen von Benjamin Pavard (links) und Ivan Perisic (rechts) beim Spiel des FC Bayern gegen Schalke 04 hätte Ex-Schiedsrichter Markus Merk anders bewertet.
Die strittigen Handspiel-Situationen von Benjamin Pavard (links) und Ivan Perisic (rechts) beim Spiel des FC Bayern gegen Schalke 04 hätte Ex-Schiedsrichter Markus Merk anders bewertet. © imago images / Sven Simon
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Nach zwei Bundesliga-Spieltagen sorgt vor allem eines für Diskussionsstoff: die strittige Handspiel-Regel. Nach dem Ärger im Spiel zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern schaltet sich auch Markus Merk ein. Der Ex-Schiedsrichter kann viele Entscheidungen nicht nachvollziehen.

Der frühere Welt-Schiedsrichter Markus Merk hat verwundert auf die Fehlentscheidungen bei der neuen Handspiel-Regel in der noch jungen Bundesliga-Saison reagiert. „Dass die Saison so losgeht, hätte ich niemals erwartet. Das ist ein bisschen zum Verzweifeln“, sagte Merk am Rande der „Express-Sportnacht“ der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe immer gesagt, dass man das Thema Handspiel nie vollends wird lösen können. Aber jetzt wurde wenigstens das geändert, worüber wir vor 15 Jahren schon in der UEFA und FIFA gesprochen haben“, erklärte der 57-Jährige weiter.

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Merk hätte durch neue Hand-Regeln "mehr Klarheit" erwartet

Aus Merks Sicht haben die neuen Regeln allerdings ihr Ziel bislang nicht erfüllen können. „Ich hätte erwartet, dass das für mehr Klarheit sorgt. Jetzt haben wir gerade mal zwei Spieltage absolviert und es geht genauso weiter", sagte der Ex-FIFA-Referee.

Bei den meisten umstrittenen Szenen hätten seine ehemaligen Kollegen die Situationen einfach falsch ausgelegt. „Das sind Situationen, die eigentlich im neuen Reglement klar beschrieben sind“, sagte der frühere Experte des Pay-TV-Senders Sky.

Zuletzt hatte es beim Top-Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München (0:3) am vergangenen Samstag zwei heftig umstrittene Szenen gegeben. In einem Fall sprang der Ball an die Hand von Benjamin Pavard, im anderen Fall wehrte Ivan Perisic einen Freistoß der "Königsblauen" mit dem Arm ab. Die Schalker hatten beide Male vergeblich Elfmeter gefordert, die meisten Experten gaben ihnen recht. Ein S04-Fan hat sogar Anzeige wegen Betrugs gegen Schiedsrichter Marco Fritz erstattet.

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<b>Schiedsrichter-Ball:</b> Beim Schiedsrichterball bekommt der Spieler, der vorher in Ballbesitz war, den Ball wieder zurück und alle anderen Spieler müssen vier Meter Abstand halten. Zur Galerie
Schiedsrichter-Ball: Beim Schiedsrichterball bekommt der Spieler, der vorher in Ballbesitz war, den Ball wieder zurück und alle anderen Spieler müssen vier Meter Abstand halten. ©

Schiedsrichter-Boss Fröhlich gibt Fehler zu

Auch die Verantwortlichen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben die Fehler mittlerweile teilweise eingestanden. Lutz-Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der DFB-Elite-Schiedsrichter, sagte am Dienstag auf der Verbands-Homepage zur Perisic-Situation: "Der linke Arm wird nach links abgespreizt und von oben nach unten in die Flugbahn des Balles geführt. Die Körperfläche wird dadurch unnatürlich vergrößert. Das ist letztendlich ein strafbares Handspiel, welches in dieser Situation mit Strafstoß zu ahnden ist."

Bei der zweiten strittigen Szene unterstützte Fröhlich allerdings Schiedsrichter Fritz. Es sei nach Auslegung der neuen Regeln richtig gewesen, das Handspiel von Pavard in der 56. Minute nicht mit einem Elfmeter zu geahndet zu haben.

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