05. März 2019 / 05:59 Uhr

Babak Rafati: Die Regelhüter haben in der Handspiel-Diskussion eine große Chance verpasst

Babak Rafati: Die Regelhüter haben in der Handspiel-Diskussion eine große Chance verpasst

Babak Rafati
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist laut Ex-Schiedsrichter Babak Rafati von den Regelhütern nicht ausreichend verbessert worden: die Handspiel-Regel (hier Mario Götze gegen Freiburgs Mike Frantz)
Ist laut Ex-Schiedsrichter Babak Rafati von den Regelhütern nicht ausreichend verbessert worden: die Handspiel-Regel (hier Mario Götze gegen Freiburgs Mike Frantz) © Verwendung weltweit
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Die Fifa-Regelkommission hat einige Regeln angepasst - auch zum viel diskutierten Thema Handspiel. Die wirklich dringliche Problematik wurde dabei allerdings nicht gelöst, meint Babak Rafati. Lest hier die neue Folge der SPORTBUZZER-Kolumnen-Reihe „Fünferkette“.

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Beim Treffen des International Football As­so­ci­a­tion Board (Ifab) gab es mehrere Regeländerungen, die 2019 in Kraft treten. Künftig können auch Trainer und Offizielle Gelbe und Rote Karten bekommen – Bürokratismus pur. Außerdem dürfen bei Freistößen keine Angreifer mehr in der Mauer stehen – das Thema wird halt räumlich um einen Meter verlagert.

Auswechselspieler müssen auf dem kürzesten Weg das Spielfeld zur Auslinie verlassen – wir werden uns wohl vermehrt auf Krämpfe und Shakehands beim Abgang einstellen müssen. Torhüter müssen bei Elfmetern nur mit einem Fuß die Torlinie berühren – irrelevant, weil es meist ignoriert wird. Wenn der Schiedsrichter angeschossen wird, kann es einen Schiedsrichterball geben – geschenkt. Bei Ab-/Freistößen aus dem eigenen Strafraum muss der Ball den Sechzehner nicht mehr verlassen – wir werden in der Praxis von diesen Regeländerungen nicht viel mitbekommen.

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Neue Handspiel-Regel berührt nicht Kern des Problems

Beim viel diskutierten Handspiel wurde entschieden, dass Tore, die per Hand erzielt werden, nicht zählen – unabhängig davon, ob Absicht vorlag oder nicht. Das Gleiche gilt bei Toren, bei denen in der Entstehung ein Handspiel vorausging – Hand aufs Herz: So etwas kommt vielleicht (!) einmal pro Saison vor.

Es geht doch um die vielen Handspiele, die im Sechzehner zu Strafstößen und nicht gegebenen Strafstößen führen. Absicht, Vergrößerung der Körperfläche, natürliche Haltung und so weiter. Die Regelhüter haben es wieder mal versäumt, beim Handspiel Klarheit zu schaffen, sodass die Diskussionen nicht abreißen werden. Eine Regelrevolution sieht anders aus.

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Schiedsrichter sollen bei den Klubs mittrainieren

Mein Lösungsvorschlag wäre, dass die Bundesliga-Schiedsrichter es gerade jetzt selbst in die Hand nehmen und regelmäßig bei den Vereinen mittrainieren. Man könnte Handspiele außerhalb des Wettkampfs durchspielen und die verschiedenen Sichtweisen ausdiskutieren. Mehr Einheitlichkeit wäre das Ergebnis. Zudem könnte man nach dem Training in einer Runde mit Spielern und Journalisten eine bessere Kommunikation aufbauen. Das schafft Vertrauen und zugleich Akzeptanz.

Wenn es doch mal im Spiel zu einer Fehlentscheidung kommen sollte, würde der Umgang auf Augenhöhe erfolgen, weil man sich besser kennt und eine andere Fehlerkultur zulässt. Vielleicht ein erster und zugleich praxisrelevanter Schritt.

Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestsellerautor Ronald Reng, Kulttrainer Hans Meyer, Ex-Schiedsrichter Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

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