20. Mai 2020 / 16:15 Uhr

Hannelore Elsner hält länger durch als die Flutlichtstrahler

Hannelore Elsner hält länger durch als die Flutlichtstrahler

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Hannelore Elsner in Aktion: Hier gratuliert sie dem Sieger des Hallenfußballturniers, das der TSV Marathon jährlich veranstaltet. Das Bild stammt aus dem Jahr 2006, als Daniel Wolff (vorn) – heute Trainer des TSV Dungelbeck – noch bei Blau-Weiß Schmedenstedt spielte.
Hannelore Elsner in Aktion: Hier gratuliert sie dem Sieger des Hallenfußballturniers, das der TSV Marathon jährlich veranstaltet. Das Bild stammt aus dem Jahr 2006, als Daniel Wolff (vorn) – heute Trainer des TSV Dungelbeck – noch bei Blau-Weiß Schmedenstedt spielte. © Sven Diestelhorst
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Sie war die erste 1. Vorsitzende des Vereins: Hannelore Elsner hat die Führung des TSV Marathon Peine an Christian Menzel übergeben – nach 22 Jahren im Amt. „Es hat mir immer viel Spaß bereitet“, sagt die 70-Jährige. „Aber man verliert den Anschluss an die jungen Leute.“

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Was den Bekanntheitsgrad angeht, hatte die im vergangenen Jahr verstorbene Schauspielerin Hannelore Elsner große Konkurrenz in Peine: von Hannelore Elsner, der Vorsitzenden des TSV Marathon DJK. Denn diese Hannelore Elsner hat den Verein seit 1998 geleitet und viel bewirkt – als erste Frau an der Vereinsspitze. „Und es hat mir immer viel Spaß bereitet“, sagt sie.

Jetzt hat die 70-Jährige das Amt abgegeben, Nachfolger ist Christian Menzel. Und mit ihr ging Fußball-Obmann Siegfried Zimmermann, der einst ihr Vorgänger als Vorsitzender war. Neuer Obmann ist Benjamin Weiß.

„Ich hatte ja schon vor zehn Jahren gesagt: ’Es reicht’. Aber es ist ein Problem, jemanden zu finden, der sich langfristig binden mag“, sagt Elsner. Deshalb war sie Vorsitzende geblieben, schließlich hatte sie auch weiterhin Freude daran, den Verein gestalten und entwickeln zu können. Allerdings hat sie altersbedingt festgestellt: „Man verliert den Anschluss an die jungen Leute.“ Nun ist sie froh, einen jungen Nachfolger gefunden zu haben, der zuvor als Spieler und Jugendtrainer bei Marathon aktiv war.

1972 war Hannelore Elsner in den „TSV Marathon Peine DJK“ eingetreten. Sie stieg bei der Damengymnastik ein und leitete viele Jahre das Kinderturnen. Ihr Ehemann Hans-Joachim war Jugendfußball-Obmann und hatte die Herren-Gymnastiksparte gegründet – und so war der Verein auch gemeinsames Interesse des Ehepaares. Auch über den Verein hinaus engagierte sich das Ehepaar im Sport: Hans-Joachim im Jugendausschuss des Fußball-Kreisverbandes, Hannelore im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Peiner Sportvereine, in dem sie immer noch tätig ist.

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Jugendfahrten ins Ausland

Zu den schönen Erinnerungen ihrer Vorsitzenden-Amtszeit zählt die neue Ex-Vereins-Chefin die Fahrten mit der A- und B-Jugend des Vereins nach Holland, Spanien und Italien und die erfolgreichen Jahre im Fußball, als Christian Gleich Trainer war. Die Marathon-A-Jugend spielte um den Aufstieg in die Niedersachsenliga, die Herren kletterten bis in die Bezirksliga.

Zu den positiven Erfahrungen zählt Hannelore Elsner aber auch die jüngsten Jahre, in denen der Verein sich intensiv um Migranten gekümmert und auch in den Fußball-Spielbetrieb eingegliedert hat. „Negativ war aber die Diskriminierung, die unseren ausländischen Spielern entgegengebracht wurde.“

Dabei entsprach das Integrieren der Flüchtlinge den christlichen Wertvorstellungen, die mit dem Vereinsnamen DJK verbunden sind. DJK (Deutsche-Jugendkraft) ist die Abkürzung für den katholischen Sportverband, zu dem der TSV Marathon gehört. „Wir sind weltoffen und sehen den Menschen als Ganzes. Wir fragen nicht: ’Wer bist du?’. Wer Sport treiben will, ist willkommen“, sagt Elsner.

Einbrüche ins Sportheim

Gar nicht willkommen waren allerdings die ungebetenen Gäste, die vor vier (und auch noch einmal vor drei Jahren) ins Vereinsheim einbrachen und hohen Schaden anrichteten. „Man arbeitet ehrenamtlich für den Verein, und muss dann diese mutwillige Zerstörung ansehen. Das gehört zu den negativen Erinnerungen an meine Amtszeit“, sagt Hannelore Elsner.

Als sie 1998 Vorsitzende wurde, gehörten die Finanzierung und der Bau der Flutlichtanlage zu ihren ersten Amtshandlungen. Und noch bevor sie ihr Amt jetzt an Christian Menzel übergab, setzte sie die Sanierung der Anlage mit stromsparenden LED-Lampen um. Ihre Amtszeit war somit länger, als die Lebenszeit der Flutlichtstrahler. Und ein wenig will sie auch noch für den Verein tätig bleiben und den neuen Vorstand bei Fragen unterstützen.

„Wir wollen moderner und digitaler werden. Gleichzeitig wollen wir weiterhin soziale Werte repräsentieren, mit denen wir ein familiäres Vereinsleben entwickeln“, sagt Torsten Rother, der als 2. Vorsitzender Marathon erhalten bleibt. „Ich denke, der neue Vorstand ist dafür gut aufgestellt. Und wenn wir doch einmal Hilfe brauchen, dann ist es gut zu wissen, dass unsere ehemalige Vereinsführung stets in der Nähe ist.“