21. November 2020 / 10:59 Uhr

Geht 96-Sportchef Zuber wirklich nach Köln? Kind: "Das muss er für sich beantworten" 

Geht 96-Sportchef Zuber wirklich nach Köln? Kind: "Das muss er für sich beantworten" 

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Profiboss 
Martin Kind äußerte sich zu den Gerüchten um seinen Sportchef Gerhard Zuber und erteilte kein klares Dementi. 
96-Profiboss Martin Kind äußerte sich zu den Gerüchten um seinen Sportchef Gerhard Zuber und erteilte kein klares Dementi.  © Florian Petrow
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Frank Aehlig, Kaderplaner des 1. FC Köln, wechselt im Sommer zu Red Bull. In der Domstadt wird also ein neuer Posten frei. Ein möglicher Kandidat: 96-Sportchef Gerhard Zuber. Nun hat sich auch Martin Kind zu der Personalie geäußert - und keine klare Absage erteilt. Der Profiboss glaubt jedoch nicht, dass sich Zuber "wieder unterordnen will". 

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Eine aktuelle Personalie von Red Bull verleiht alten Gerüchten bei 96 Flügel. Kaderplaner Frank Aehlig verlässt den 1. FC Köln und wird technischer Direktor bei Red Bull und ganz wichtig. Der SPORTBUZZER berichtete. „Wir freuen uns sehr, dass wir Frank Aehlig gewinnen konnten und er uns mit all seiner Expertise ab dem 1. Juli 2021 verstärken wird“, sagt Oliver Mintzlaff, Head of Soccer bei Red Bull.

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RB Leipzig hat mit dieser Personalie nichts zu tun. Diese Rochade ist für 96 wichtig, weil damit eine Stelle an der Seite von Horst Heldt frei wird. Über Aehligs Nachfolge wird bereits vom Kölner Express spekuliert: Heißer Kandidat sei Gerhard Zuber. Heldts langjähriger enger Ver­trau­ter.

Die aktuellen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 laut transfermarkt.de (Stand: 18. November 2020)

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Der 96-Sportchef zeigte sich am Freitag auf Nachfrage überrascht: Ist er wirklich Kandidat als Aehlig-Nachfolger in Köln? „Was soll ich dazu sagen? Wir spielen am Sonntag in Würzburg“, kommentierte Zuber das Ge­rücht. Weiter äußerte er sich nicht zu dem Thema.

Muss er auch nicht, die Verbindungen sind bekannt. Zuber und Heldt hatten schon in Stuttgart und auf Schalke zusammengearbeitet, von März 2017 bis April 2019 auch bei 96 – Heldt als Sportchef, Zuber als Kaderplaner. Zuber gilt als Heldts rechte Hand und Freund, beide pflegen immer noch einen intensiven Austausch.

Nach Heldts Freistellung bei 96 war Zuber bis Januar 2020 kaltgestellt worden. Jan Schlaudraff arbeitete in der Zeit als Sportchef. Zuber klagte unterdessen vor Ge­richt auf einen unbefristeten 96-Vertrag, bis er überraschend zu Schlaudraffs Nachfolger gekürt wurde. Die kuriose Konstellation be­währ­te sich allerdings in der Zusammenarbeit zwischen Zuber und Trainer Kenan Kocak. Beide arbeiten ebenfalls vertrauensvoll zusammen.

"Ich denke nicht, dass er sich unterordnen will, aber das muss Zuber für sich beantworten"

Die entscheidende Frage vor einem möglichen Wechselwunsch nach Köln kann nur Zuber selbst beantworten: Will er aus der ersten Reihe als verantwortlicher Sportchef wieder in die zweite Reihe und Komfortzone hinter Heldt zurücktreten? „Ich denke nicht, dass er sich wieder unterordnen will“, meint 96-Chef Martin Kind, „aber das muss Zuber für sich beantworten.“

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Und dann müsste 96 auch einer Vertragsauflösung zustimmen. „Wir sind zufrieden mit Zuber“, sagt Kind, „er hat auch einen Vertrag bei 96, das ist die Basis unserer Entscheidung.“

Das klingt nicht nach der klaren Absage, die Kind früher mal den Wechselwünschen von Heldt erteilt hatte. Der damalige 96-Manager hatte mit Wolfsburg und Köln geflirtet. Sicher wäre, dass 96 für Zuber eine Ablöse verlangen würde.

Nichts ist ausgeschlossen

Köln dürfte jedoch auch von Red Bull für Aehlig eine Ablöse kassieren. Der Kaderplaner soll noch mögliche Januar-Transfers in Köln abwickeln. Sinnvollerweise sollte Aehligs Nachfolger dann in die Planung der neuen Saison in Köln einbezogen werden – und die beginnt spätestens im Januar. Nicht ausgeschlossen, dass sich 96 schon bald einen neuen Sportchef sucht.