23. Mai 2021 / 17:43 Uhr

96-Meinung: Der Spuk des verlorenen Jahres ist endlich vorbei

96-Meinung: Der Spuk des verlorenen Jahres ist endlich vorbei

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannover 96 musste beim Saisonabschluss gegen den 1. FC Nürnberg eine Niederlage hinnehmen.
Hannover 96 musste beim Saisonabschluss gegen den 1. FC Nürnberg eine Niederlage hinnehmen. © IMAGO/Zink
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Durch die Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg (1:2) beendet Hannover 96 die Saison 2020/21 auf einem indiskutablen 13. Platz. Trainer Kenan Kocak verlor gleich drei seiner vier Abschiedsspiele und bestätigte im Nachhinein die Notwendigkeit der Trennung. Nun bleibt nur die leise Hoffnung, dass es mit Jan Zimmermann besser wird, kommentiert Andreas Willeke.

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Und Abpfiff! Nach dieser Geister-Spielzeit ist es wie nach einem Pfingstbesuch bei schwer zu ertragenden Verwandten - bloß weg, schnell raus hier. Das aufregendste an dem 1:2 gegen Nürnberg war noch, dass Trainer Kenan Kocak dem Stürmer Hendrik Weydandt 45.000 Euro spendierte, indem er ihn die Startelf stellte. Aber 96 hat’s ja, leistet sich die zweitteuerste Mannschaft der 2. Liga. Das korrespondiert nur leider nicht mit dem sportlichen Ertrag.

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Der Klassiker zweier Klubs, die sich der Bundesliga zurechnen, spielte sich in der unteren Tabellenhälfte ab - enttäuschend für beide. 96 wollte aufsteigen und landet auf dem indiskutablen Platz 13 - das ist, was zählt und bleibt. Kocak verlor auch noch drei - seiner vier zugestandenen - Abschiedsspiele und bestätigte damit im Nachhinein noch mal die Notwendigkeit der Trennung.

So waren die 96-Profis gegen den 1. FC Nürnberg in Form

<b>Michael Ratajczak - Note 2:</b> 193 Profispiele, viel erlebt, sogar einen Aufstieg mit Düsseldorf. Die Zeit bei 96 war kurz. Im Karrierefinale fehlerlos, hielt sicher, auch im Spielaufbau nochmal mutig mit 39 Jahren. Mehr Sendungen von „Radio Ratta“ demnächst als Torwarttrainer.    Zur Galerie
Michael Ratajczak - Note 2: 193 Profispiele, viel erlebt, sogar einen Aufstieg mit Düsseldorf. Die Zeit bei 96 war kurz. Im Karrierefinale fehlerlos, hielt sicher, auch im Spielaufbau nochmal mutig mit 39 Jahren. Mehr Sendungen von „Radio Ratta“ demnächst als Torwarttrainer.    ©

Es stimmte auf so vielen Spielfeldern nicht

Etappensiege wie das Derby-Doppel gegen den Absteiger Braunschweig werden nebensächlich, wenn gegen den Mitabsteiger Würzburg zweimal verloren wird. Die leichtfertig durch eine katastrophale Leistung verschenkte Pokalchance gegen Werder, die 16 Niederlagen in 34 Ligaspielen. Der Dauerzoff zwischen Kocak und Sportchef Gerhard Zuber - es stimmte auf so vielen Spielfeldern nicht bei 96. Auch auf denen, die nicht sichtbar sind fürs Publikum. 



Mit dem frischen Trainer Jan Zimmermann, der aus der Loge seine neue Mannschaft besichtigte, verbindet sich die Hoffnung auf den Neustart. Mit ihm sortiert sich auch das Betreuerteam neu. Einen erfahrenen Sportchef sollte Zimmermann allerdings auch noch an die Seite gestellt bekommen. Und zwar besser heute als morgen. 

Die zweite Liga verspricht Spannung

Schon in zwei Monaten geht’s ja weiter in einer Liga, die dann von den Vereinen her nicht mehr zweitklassig sein wird. Schalke, Werder, der HSV, Düsseldorf, Karlsruhe, Rostock, Dresden, Nürnberg, vielleicht noch der 1. FC Köln - da ist weit mehr Fußballtradition versammelt als es Aufstiegsplätze gibt.

Das verspricht Spannung, gesteigertes Interesse - und hoffentlich auch ein Ende der Geisterspiele. Bei den Derbys gegen Werder und den HSV, der Partie gegen Schalke kann man wieder von vollen Stadien träumen. Darf man sich alles ausmalen, jetzt, da der Spuk dieses verlorenen Jahres endlich vorbei ist - und zumindest die leise Hoffnung auf den 96-Aufbruch in bessere Zeiten am Horizont aufsteigt.