04. Mai 2020 / 09:19 Uhr

"Haben gute Aufstiegschance": 96-Profichef Martin Kind sieht Wettbewerbsvorteil

"Haben gute Aufstiegschance": 96-Profichef Martin Kind sieht Wettbewerbsvorteil

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind (eingeklinkt, von links) sieht Hannover 96 in der nächsten Saison nicht zuletzt dank der Mitgesellschafter Dirk Roßmann und Gregor Baum in einer guten Position im Aufstiegsrennen.
Martin Kind (eingeklinkt, von links) sieht Hannover 96 in der nächsten Saison nicht zuletzt dank der Mitgesellschafter Dirk Roßmann und Gregor Baum in einer guten Position im Aufstiegsrennen. © imago images/Sven Simon/Florian Petrow
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In der Corona-Krise debattieren Verantwortliche der Profivereine wieder über die 50+1-Regel. 96-Boss Martin Kind weist darauf hin, wie gut Investorenklubs aufgestellt seien - und sieht Hannover mit seinem Modell mit Blick aufs Aufstiegsrennen nächste Saison ebenfalls in einer vorteilhaften Situation.

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Die Diagnose, welche Nebenwirkungen genau das Coronavirus auf den Profifußball haben wird, ist unklar. Es wird aber sicher Veränderungen geben, „der Kuchen wird kleiner“, vermutet Fredi Bobic – einst Stürmer bei Hannover 96, jetzt Chef bei Eintracht Frankfurt. Arbeitslose Spieler, fallende Ablösesummen und insolvente Vereine – vieles scheint möglich.

Hainer stellt 50+1-Regel zur Debatte

Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer eröffnet dabei erneut die 50+1-Debatte. Klubs sollten selbst darüber entscheiden, ob sie Investoren zulassen. „Man muss ja auch mal als Fakt sehen, dass die 50+1-Regel jetzt bestimmten Vereinen nicht geholfen hat. Insofern muss man das natürlich auch überdenken“, sagte der 65-Jährige im ZDF. „Ich bin der Meinung, dass man es den Vereinen selber überlassen sollte, wie viele Anteile sie abgeben wollen.“

Für Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry dagegen „kommt eine weitere Öffnung nicht infrage. 50+1 ist eine vernünftige Regel“. Investoren würde Filbry zwar schon gern ins Werder-Boot holen, aber nur bis zu 49 Prozent der Anteile abgeben.

Bilder vom Training von Hannover 96 (1. Mai)

Marvin Bakalorz sprintet am nicht-leibhaftigen Gegenspieler vorbei. Zur Galerie
Marvin Bakalorz sprintet am nicht-leibhaftigen Gegenspieler vorbei. ©

Für den 96-Profichef, ein gebranntes Kind des 50+1-Ausnahmeantrags, „ist das zu kurz gedacht“. So müsste Werder in der Krise „die Anteile unter Wert verkaufen“. Zudem würden Investoren weniger bieten, wenn sie nicht die Mehrheit bekommen – und damit nicht die Chance, über ihr Geld zu entscheiden.

Martin Kind macht aber auch klar, wie gut Investorenklubs in der aktuellen Krise aufgestellt sind. „Sie hören nichts von Bayern, das ist eine AG. Sie hören nichts von Dortmund, das ist eine börsennotierte Gesellschaft. Sie hören insbesondere nichts von Wolfsburg, Leverkusen, Leipzig, Hoffenheim. Das sind alles Fußballunternehmen, die klare Eigentümerstrukturen haben“, sagt Kind. „Da haben Sie doch erkennbar eine hohe Sicherheit der Strukturen, der Finanzierung und auch der notwendigen Professionalität im Denken.“ Als Gegenbeispiel dient Schalke, das vor der Pleite steht.

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Die Debatte werde auch nicht ehrlich geführt, das wäre wohl auch zu viel verlangt im Haifischbecken Profifußball. „50+1 wird in der Bundesliga doch umgangen“, sagt Kind. Bei 96 gilt nach einer Schlichtung das Hannover-Modell, mit den beiden Säulen Profi-Firma und e. V.

Mit den Millionen und der Sicherheit durch die Mitgesellschafter Dirk Roßmann und Gregor Baum im Rücken hofft Kind auf einen Wettbewerbsvorteil: „Wir wollen versuchen, in der nächsten Saison aufzusteigen. So, wie 96 aufgestellt ist, haben wir eine gute Chance.“