05. April 2022 / 07:57 Uhr

96 droht Relegationsderby – Manager Mann warnt: „32 Punkte werden nicht reichen“

96 droht Relegationsderby – Manager Mann warnt: „32 Punkte werden nicht reichen“

Dirk Tietenberg und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Alarmiert: Manager Marcus Mann hält es auch nicht mehr auf der Bank. Nachdenklich folgt er dem umständlichen Bemühen, in Überzahl einen Sieg gegen Regensburg zu erreichen.
Alarmiert: Manager Marcus Mann hält es auch nicht mehr auf der Bank. Nachdenklich folgt er dem umständlichen Bemühen, in Überzahl einen Sieg gegen Regensburg zu erreichen. © Florian Petrow
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Mit der Leistung wie beim 1:1 in Überzahl gegen Regensburg wird 96 nicht mehr viele Spiele gewinnen. Es droht die Relegation – und dort das Derby gegen Eintracht Braunschweig. Manager Mann ist alarmiert: „Wir müssen noch Punkte sammeln, 32 werden nicht reichen.“

Cedric Teuchert fuchtelte mit den Ar­men. Der Vorwurf ging Richtung Moussa Doumbouya, der den verkehrten Pass ge­spielt hatte, obwohl Teuchert frei und einschussbereit stand. Es passt so vieles nicht zusammen bei Hannover 96. Gut gemeinte Aktionen münden in tragische Ko­mik, wenn Julian Börner den Ball eilig zur Spielfortsetzung zurückschleudert, aber dabei Kapitän Marcel Franke am Hinterkopf trifft. 96 taumelt ins Saisonfinale. Und es sähe der Mannschaft in dieser Saison irgendwie ähnlich, wenn diese Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie in eine Relegation gegen Braunschweig münden würde.

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Braunschweig ist bereits Dritter der 3. Liga, 96 aber nicht 16. der 2. Liga. Noch nicht. Vier Punkte be­trägt der Vorsprung auf Dresden. Mit einer Leistung wie gegen Re­gens­burg, einem 1:1 in Überzahl, ge­winnt 96 vermutlich kein Spiel mehr. Manager Marcus Mann reagierte eben­falls alarmiert: „Wir müssen noch Punkte sammeln, 32 werden nicht reichen, das wissen wir.“

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Gegen Regensburg „ha­ben wir die große Chance liegen gelassen, uns eine bessere Ausgangslage zu schaffen“. Dabei ist die Lage so bekannt wie gefährlich. Die beiden direkten Absteiger stehen so gut wie fest. Einer wird der kommende Gegner Erzgebirge Aue sein, der andere Ingolstadt, der letzte Gegner dieser Saison.

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Dresden aber ist Drittletzter, Dynamo verlor zwar am Freitag, brachte Schalke aber ins Wackeln. Sandhausen (15.) wirkt sehr stabil, auch dank des Geschenks aus Hannover, Mittelfeldspieler Tom Trybull. Noch eine tragische 96-Geschichte. Fortuna Düsseldorf (13.) hat seit sieben Spielen nicht verloren. 96 habe den Trend zur Niederlagenserie mit dem 1:1 immerhin „durchbrochen“, sagte Trainer Christoph Da­brows­ki. Das war aber auch das einzige Positive, was ihm einfiel.

Mann sieht fehlende Leichtigkeit

Hat die Mannschaft den Ernst der Lage nicht verstanden? „Den Vorwurf würde ich der Mannschaft oder einzelnen Spielern nicht machen“, sagt Mann, „aber es ist schon so, dass uns in gewissen Phasen die Leichtigkeit fehlt.“

Es sind vor allem die Räume vor dem gegnerischen Tor, in denen 96 sich schwertut. Was wiederum daran liegt, dass die Schwergewichte der Angriffsformation völlig außer Form sind. Nach dem letzten 96-Sieg ge­gen Holstein Kiel (2:0) stürmten entweder Lukas Hinterseer oder Hendrik Weydandt – die leichtfüßigeren Maximilian Beier, Cedric Teuchert und Se­bas­tian Kerk hatten es vorher ge­mein­sam besser ge­macht.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Hinterseer saß nun wegen angeblich sportlicher Gründe auf der Tribüne. Weil Moussa Doumbouya und Mick Gudra besser waren? Oder weil Hinterseer einen Trainingseklat ausgelöst hatte? Warum er zum Hinterbänkler wurde, ist un­be­deu­tend. Bitter ist, dass die Maßnahme verpuffte. Ob Da­brows­ki die Mannschaft verloren hat wie sein Vorgänger Jan Zimmermann? Nein, meinen Insider. Der Kern des Teams halte zusammen und folge dem Trainer. Nur zu­sam­men gewinnen – das klappt seit Fe­bru­ar nicht mehr.

Die jüngsten Resultate beeinflussen nun aber Da­brows­kis Chance auf eine Vertragsverlängerung. Das Gleiche gilt für die Spieler, deren Verträge auslaufen. Es sollte im Interesse aller Beteiligten bei 96 liegen, die restlichen sechs Spiele zu nutzen, um ein Relegationsderby gegen Braunschweig zu verhindern.