09. November 2020 / 07:08 Uhr

"Diese Sachen passieren": 96-Ohr-Opfer Niklas Hult ist Ben Zolinski nicht böse

"Diese Sachen passieren": 96-Ohr-Opfer Niklas Hult ist Ben Zolinski nicht böse

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Schockmoment: Niklas Hult wird am Ohr verletzt.
Schockmoment: Niklas Hult wird am Ohr verletzt. © Florian Petrow
Anzeige

Da konnte er nach einer Oberschenkelverletzung gegen Aue überraschend wieder spielen, und dann wurde Niklas Hult von Ben Zolinski übel niedergestreckt. Mit 15 Stichen musste die Wunde im Ohr beim 96-Linksverteidiger genäht werden, er sagte später: "Ich nehme ihm das überhaupt nicht übel."

Anzeige

Blutung gestoppt, das Ohr versorgt, der Daumen hoch. Niklas Hult lächelte Samstagabend schon wieder in eine Klubkamera und grüßte die 96-Fans. Ein versöhnlicher Verlauf nach einer gefährlichen Aktion. Aues Ben Zolinski hatte Hult in der 70. Minute mit einem Kung-Fu-Tritt gegen das Ohr schwer verletzt. Hult schrie, er blutete stark. 96-Doc Axel Partenheimer hatte Mühe, Hult bei der Erstversorgung auf die Beine zu bekommen. Der Arzt stoppte die Blutung im Ohr, nähte die Wunde mit 15 Stichen. Zolinski kam mit einer Gelben Karte davon.

Anzeige

Hult zeigte sich als extrem faires Opfer des brutalen Angriffs. „Diese Sachen passieren. Ich gehe zum Ball, er auch, das war einfach Pech in dem Moment“, erklärte er später. „Ich nehme ihm das überhaupt nicht übel.“ Die Verletzung kostet Hult ein paar weitere Tage Trainingspause. Für die Spiele der schwedischen Nationalmannschaft (unter anderem gegen Dänemark) war Hult ohnehin nicht nominiert gewesen.

Mehr über Hannover 96

Die jüngste Pause wegen einer Oberschenkelverletzung hatte er gerade erst überwunden. Am Freitag hatte er zum ersten Mal richtig trainiert, am Samstag war der linke Verteidiger schon der stabilste Feldspieler bei Hannover 96. Das sei „natürlich auch irgendwie ein bisschen verrückt“ gewesen, „so schnell wieder dabei zu sein“. Die Muskelverletzung war demnach doch schwerer als ursprünglich angenommen.

Kocak schickt Muroya früh zum Warmlaufen

Die Folgen der Ohrenverletzung muss 96 nun abwarten. Derweil denkt der 30-Jährige bereits ans nächste Auswärtsspiel: „Wir haben jetzt zwei Wochen, um Sachen aufzuarbeiten – und es in Würzburg dann besser zu machen.“

Die Hoffnung ist groß, dass bis zum Termin in Würzburg (22. November) auch Timo Hübers wieder mitmachen kann. Der Abwehrchef nahm am Samstag im Unterrang der Haupttribüne Platz. Die Prellung am Knie aus dem 1:4 in Fürth war nicht schnell genug verheilt. Hult dabei, Hübers dabei – damit wäre die Viererkette wieder komplett.

Hult und Hübers sind in der Abwehr unumstrittene Stammspieler. Anders sieht es auf der Position des rechten Verteidigers aus. Bisher bevorzugte 96-Trainer Kenan Kocak stets den wuchtigen Kingsley Schindler. Gegen Aue schickte 96 den Japaner Sei Muroya allerdings nach einer Viertelstunde schon zum Warmlaufen.

Die Stimmen zum Spiel: Hannover 96 - Erzgebirge Aue

<b>96-Trainer Kenan Kocak:
</b> Wir hatten genug Möglichkeiten, uns hat die Effektivität gefehlt. Wir sind mit den Torchancen kläglich umgegangen. Wir können noch so viel arbeiten, aber wir müssen uns auch belohnen. Wir sind sehr enttäuscht, aber wir werden weiterarbeiten. Er (Marvin Ducksch, Anm. d. Red.) versemmelt die Chancen ja nicht bewusst. Zur Galerie
96-Trainer Kenan Kocak: Wir hatten genug Möglichkeiten, uns hat die Effektivität gefehlt. Wir sind mit den Torchancen kläglich umgegangen. Wir können noch so viel arbeiten, aber wir müssen uns auch belohnen. Wir sind sehr enttäuscht, aber wir werden weiterarbeiten. Er (Marvin Ducksch, Anm. d. Red.) versemmelt die Chancen ja nicht bewusst. ©

Kocak sprach an der Seitenlinie mit Schindler, ließ ihn aber bis zur Pause auf dem Platz. Nach dem Wechsel stabilisierte Muroya die rechte 96-Seite und gab die Vorlage für die vielleicht beste 96-Chance (87.), aber Valmir Sulejmani rutschte an Muroyas Pass vorbei.